Polen kämpft mit einer verstärkten Aktivität von Cyberkriminellen, die die Steuererklärungszeit und beliebte digitale Dienste ausnutzen. Polizei und Finanzinstitute warnen vor neuen Betrugsmethoden, darunter Phishing-Kampagnen gegen Kunden der Bank Pekao und Nutzer der Plattform Revolut. Der Schaden geht in die Millionen Złoty, was die Behörden dazu zwang, internationale Banden zu zerschlagen, die sich mit Geldwäsche beschäftigten.

Angriffe auf e-PIT und Banken

Täter nutzen die Steuersaison sowie das Image der Bank Pekao und Revolut, um über gefälschte Seiten und Anhänge Login-Daten zu stehlen.

Zerschlagung großer Banden

Behörden löschten ein internationales 'Callcenter' in Breslau, das für die Wäsche von etwa 20 Mio. Złoty aus Anlagebetrug verantwortlich war.

Diebstähle bei Senioren

Es wurden Gruppen identifiziert, die sich als Mitarbeiter der Wasserwerke und Polizisten ausgeben und ältere Menschen an ihrem Wohnort bestehlen.

In den letzten Tagen verzeichneten die polnische Polizei und Finanzinstitute einen rasanten Anstieg der Aktivität krimineller Gruppen, die fortschrittliche Techniken des Phishings und Social Engineering anwenden. Besondere Gefahr besteht in der Steuererklärungszeit, wo Betrüger sich als der Dienst Twój e-PIT ausgeben und Nachrichten mit Links zu gefälschten Behörden-Webseiten versenden. Parallel gab die Bank Pekao S.A. eine dringende Warnung vor E-Mails mit schädlichen Anhängen heraus, die darauf abzielen, die Kontrolle über die Bankkonten der Nutzer zu übernehmen. Ähnliche Gefahren wurden in Bezug auf die Plattform Revolut und den Dienst Netflix identifiziert, wo die Täter auf angebliche Notwendigkeiten zur Aktualisierung von Zahlungsdaten setzen. Die Wirksamkeit der Strafverfolgungsbehörden führte zur Zerschlagung mehrerer organisierter krimineller Gruppen. In der Nähe von Breslau löschten Beamte ein falsches Callcenter, das zum Betrug und zur Geldwäsche in Höhe von fast 20 Millionen Złoty diente. Im Zuge der Operation wurden 13 Personen, darunter Ausländer, festgenommen. Gleichzeitig nahmen Polizisten aus Mokotów Täter fest, die sich als Mitarbeiter der Wasserwerke ausgaben und unter dem Vorwand einer Wasserqualitätskontrolle Senioren in ihren eigenen Wohnungen bestahlen. Methoden wie „auf den Polizisten” oder „auf den Unfall” bleiben weiterhin wirksam, wie der Fall einer Bewohnerin der Region Lębork zeigt, die nach einem Gespräch mit einem angeblichen Bankberater über 200.000 Złoty verlor. Seit 2016, als der Dienst Twój e-PIT eingeführt wurde, warnt die polnische Steuerverwaltung systematisch vor Cyberkriminellen, die jede neue digitale Plattform als Feld für Missbrauch und Datenerpressung der Bürger betrachten.Experten für Sicherheit weisen auf den globalen Trend der Zunahme von Betrug über den Messenger Telegram hin. Daten aus dem Jahr 2025 zeigen einen Anstieg dieser Kategorie von Straftaten um über 230 Prozent, was mit der Anonymität und der einfachen Erstellung von Zahlungs-Bots zusammenhängt. In Polen sind gefälschte SMS über Strafzettel und unbezahlte Straßenbenutzungsgebühren ein zusätzliches Problem. Die Polizei appelliert für besondere Wachsamkeit, insbesondere gegenüber älteren Menschen, für die das neue Präventionsprogramm „Senior na 6 z plusem” (Senior mit einer 6 plus) vorgesehen ist. Jede Bitte um die Angabe eines BLIK-Codes oder die Überweisung von Mitteln auf ein technisches Konto sollte als Diebstahlsversuch behandelt werden. „Uważajmy na podejrzane wiadomości i telefony, bo jeden błąd może kosztować utratę oszczędności całego życia.” (Seien Sie wachsam bei verdächtigen Nachrichten und Anrufen, denn ein einziger Fehler kann den Verlust der Ersparnisse eines ganzen Lebens kosten.) — Polizeimitteilung

Perspektywy mediów: Liberale Medien legen größeren Wert auf die Entwicklung von Verteidigungstechnologien und digitale Bildung als Lösung für das Problem der Cyberkriminalität. Behörden und konservative Medien betonen die Notwendigkeit strengerer Strafen für Betrüger sowie eine Intensivierung von Streifen- und Einsatzmaßnahmen.