Analysen französischer Medien kurz vor dem vierten Jahrestag des Kriegsausbruchs in der Ukraine konzentrieren sich auf die Bewertung des russischen Kriegspotenzials. Experten zufolge hat die Kriegswirtschaft Russlands trotz internationaler Sanktionen seine Fähigkeit zur Fortführung des Kampfes ermöglicht. Le Figaro hinterfragt die Kosten, die der Krieg für Russland selbst verursacht hat, während L'Express die technologische Anpassungsfähigkeit seiner Armee analysiert. Le Monde zitiert Aussagen, wonach das Ende des Konflikts weiterhin unvorhersehbar sei, was die strategische Pattsituation unterstreicht.
Anpassung der Kriegswirtschaft
Französische Medien weisen darauf hin, dass Russland seine Wirtschaft auf einen langwierigen Konflikt eingestellt hat, indem es enorme Mittel in die Rüstungsproduktion lenkt. Internationale Sanktionen erwiesen sich als weniger schmerzhaft als prognostiziert, und die Umstellung der Industrieproduktion ermöglichte es Moskau, seine Materialverluste aufzufüllen, oft jedoch auf Kosten von Qualität und technologischer Raffinesse.
Militärische und politische Pattsituation
Le Monde zitiert Expertenmeinungen, wonach nach vier Jahren Kampf 'das Ergebnis dieses Konflikts immer noch weit davon entfernt ist, offensichtlich zu sein'. Trotz lokaler Erfolge an der Front hat Russland seine strategischen Ziele nicht erreicht, und die Ukraine, obwohl sie sich erfolgreich verteidigt, hat die verlorenen Gebiete nicht zurückerobert. Die Lage an der Frontlinie scheint auf eine sich verlängernde Pattsituation hinzudeuten.
Interne Kosten für Russland
Le Figaro stellt die Frage nach den Auswirkungen des Krieges auf den russischen Staat selbst und deutet an, dass der Konflikt nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch 'gegen sich selbst' geführt wird. Die langwierige Mobilisierung, die internationale Isolation, die Menschenverluste sowie die Umstellung der Wirtschaft auf Kriegskurs haben tiefgreifende, langfristige Folgen für die soziale und wirtschaftliche Struktur Russlands.
Französische Medien analysieren kurz vor dem vierten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine die Widerstandsfähigkeit und das Potenzial der russischen Kriegswirtschaft. L'Express weist auf Moskaus Fähigkeit hin, die Kampfhandlungen noch ein weiteres Jahr fortzusetzen, und betont die Umstellung der Industrie sowie die unvollständige Wirksamkeit westlicher Sanktionen. Die Zeitung stellt fest, dass die russische Armee gelernt habe, unter technologischen Beschränkungen zu operieren, allerdings auf Kosten der Qualität der produzierten Ausrüstung. Le Figaro hinterfragt hingegen die internen Kosten des Konflikts für Russland selbst und weist darauf hin, dass ein langwieriger Krieg die Grundlagen des Staates und der Gesellschaft schwächen könnte. Die russische Aggression gegen die Ukraine begann am 24. Februar 2022 und wurde zum größten konventionellen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Als Reaktion auf die Invasion verhängte der Westen eine Reihe beispielloser wirtschaftlicher und finanzieller Sanktionen gegen Russland. Nach Einschätzung von Le Monde bleibt die strategische Lage unklar und weit von einer Entscheidung entfernt. Ein von der Zeitung zitierter Experte erklärt: „L'issue de ce conflit est encore loin d'être évidente”. Seine Worte spiegeln die unter Analysten verbreitete Überzeugung einer Pattsituation wider, in der weder die Ukraine in der Lage ist, die russischen Truppen aus dem gesamten besetzten Gebiet zu vertreiben, noch Russland den ukrainischen Widerstand brechen und seine Friedensbedingungen durchsetzen kann. Die Zeitung betont, dass die Perspektive einer politischen Lösung des Konflikts derzeit fern erscheint und die militärischen Handlungen in eine Phase eines verlängerten Abnutzungskrieges übergehen. Diese Analysen deuten auf eine Entwicklung der Konfliktwahrnehmung hin – von einem dynamischen Gefecht mit anfänglich schnellen Manövern hin zu einem erstarrten, zermürbenden Kampf um Ressourcen und Ausdauer. Die Fähigkeit Russlands, seine Kriegsmaschinerie trotz Isolation zu finanzieren und zu versorgen, wurde zu einem Schlüsselfaktor für die Verlängerung des Konflikts. Gleichzeitig, wie Le Figaro anmerkt, könnten die internen Kosten – menschlich, wirtschaftlich und sozial – für den Kreml auf lange Sicht ebenso belastend werden wie der äußere Druck. Vor dem fünften Jahrestag der Invasion zeigt sich somit das Bild ermüdeter, aber immer noch kampffähiger Seiten, die unter Bedingungen einer strategischen Pattsituation nach einem entscheidenden Vorteil suchen.