Charles Bronson, einer der berühmtesten und am längsten inhaftierten britischen Gefangenen, hat einige Monate vor seiner neunten mündlichen Anhörung vor der Bewährungskommission (Parole Board) einen Brief veröffentlicht. Der 73-Jährige beschuldigt darin das britische Gefängnissystem, seine Haftstrafe „rechtswidrig“ zu verlängern und Rechtsgrundsätze zu brechen. Der Fall löst erneut eine Debatte über den Zweck langfristiger Freiheitsentziehung aus.

Vorwurf der rechtswidrigen Haft

Bronson behauptet, er habe bereits 23 Jahre über seinen ursprünglichen "Tarif" hinaus abgesessen und werde ständig um Fortschrittschancen gebracht sowie unter Isolationsbedingungen festgehalten.

Neunter Versuch vor der Bewährungskommission

Die bevorstehende mündliche Anhörung vor der Bewährungskommission ist bereits Bronsons neunter Versuch, eine vorzeitige Entlassung zu erlangen. Das Verfahren gibt ihm die Chance auf eine direkte Präsentation seines Falls.

Kontroversen um Strafe und Resozialisierung

Der Fall Bronson ist seit Jahrzehnten Gegenstand einer öffentlichen Debatte in Großbritannien über die Grenzen von Strafe, die Wirksamkeit des Systems und den Sinn weiterer Isolation älterer Gefangener.

Charles Bronson, eigentlich Michael Peterson, der legendäre britische Gefangene, hat kurz vor einem weiteren, entscheidenden Versuch, seine Freiheit wiederzuerlangen, einen emotionalen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet. In einem Brief an Sky News griff der 73-jährige Insasse das Gefängnissystem scharf an und warf ihm „rechtswidrige“ Verlängerung der Haftstrafe und „rechtswidrige Behandlung“ vor. Er schrieb: „I am 23 years over my tariff. I am forever denied progress. I am forever kept in solitary.” (Ich bin 23 Jahre über meinen Tarif hinaus. Mir wird für immer Fortschritt verwehrt. Ich werde für immer in Einzelhaft gehalten.) — Charles Bronson Er fügte hinzu, dass die Gefängnisbehörden ihn „nicht einmal aus der Kategorie A herabgestuft“ hätten, der höchsten Risikokategorie, was seiner Ansicht nach jeglichen Fortschritt im Resozialisierungsprozess unmöglich mache.

Die Geschichte von Charles Bronson reicht bis ins Jahr 1974 zurück, als er erstmals mit einer siebenjährigen Haftstrafe für einen bewaffneten Postraub ins Gefängnis kam. Seine ursprüngliche Tarif ist seit Jahrzehnten abgelaufen, doch eine Reihe weiterer Verurteilungen für brutale Angriffe auf Wärter und Geiselnahmen während Gefängnisrevolten machten ihn zu einer Ikone des Gefängniswiderstands und einem Symbol für einen Menschen, der sich dem System nicht unterwirft. Die bevorstehende mündliche Anhörung vor der Parole Board bedeutet für Bronson neue Hoffnung. Es ist bereits sein neunter Versuch, eine vorzeitige Entlassung zu erlangen; alle vorherigen acht wurden abgelehnt. Das mündliche Verfahren gibt ihm jedoch die Chance, seinen Fall direkt darzulegen, in eigener Sache auszusagen und Beweise vor den Kommissionsmitgliedern vorzubringen, was eine gründlichere und gerechtere Prüfung bedeuten kann als das standardmäßige schriftliche Antragsverfahren. Ein genaues Datum der Sitzung wurde noch nicht bekannt gegeben, sie soll „in den kommenden Monaten“ stattfinden.

Der Fall Bronson löst seit Jahren tiefe Kontroversen aus und ist Thema einer lebhaften Debatte in der britischen Gesellschaft. Einerseits wird er als gefährlicher, nicht resozialisierbarer Straftäter gesehen, der wiederholt extreme Gewalt demonstriert hat. Andererseits führen seine langjährige Isolation, sein Alter und seine Behauptungen systemischer Ungerechtigkeit einen Teil der Öffentlichkeit zu der Frage, ob es sinnvoll ist, einen Menschen weiter zu isolieren, dessen ursprüngliche Strafe längst verbüßt ist. Seine Anwälte könnten argumentieren, dass er nach Jahrzehnten hinter Gittern nur noch eine minimale Gefahr für die Gesellschaft darstellt. Gegner einer Entlassung verweisen auf seine Gewaltgeschichte und das Fehlen von Anzeichen einer dauerhaften Veränderung. Die Entscheidung der Bewährungskommission hat nicht nur persönliche Bedeutung für Bronson, sondern auch symbolischen Charakter für die Diskussion über die Grenzen von Strafe, Rehabilitation und Gerechtigkeit im Justizsystem.

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