Mindestens acht Menschen kamen ums Leben und eine Person wird vermisst, nachdem eine gewaltige Lawine in der Sierra Nevada in Nordkalifornien niedergegangen ist. Der Vorfall ereignete sich am Dienstag in der Nähe des Lake Tahoe, als eine Gruppe von fünfzehn Skifahrern von Schneemassen während eines extremen Schneesturms mitgerissen wurde. Rettungskräfte konnten sechs Personen retten, doch die brutalen Wetterbedingungen und die Gefahr weiterer Lawinen erschwerten die Such- und Rettungsaktion erheblich.
Die katastrophale Lawine, die das Gebiet Castle Peak in der Nähe von Truckee traf, wurde zum verheerendsten derartigen Ereignis in Kalifornien seit über 40 Jahren. Eine Gruppe von 15 Personen, bestehend aus 11 Kunden und 4 professionellen Führern des Unternehmens Blackbird Mountain Guides, befand sich auf einer dreitägigen Hochgebirgstour. Schneemassen von der Länge eines Fußballfelds trafen am Dienstag gegen 11:30 Uhr Ortszeit ein. Laut Zeugenberichten hatten die Skifahrer nur Sekunden, nach einem Warnruf eines Teilnehmers zu reagieren. Die Rettungsdienste erreichten trotz extrem schwieriger Wetterbedingungen und stürmischer Winde sechs Überlebende, von denen eine mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Sierra Nevada gehört in den USA zu den Gebieten mit hoher Lawinengefahr, und der tragischste Vorfall in der Geschichte Kaliforniens ereignete sich 1982 im Skigebiet Alpine Meadows, wo sieben Menschen starben. Die aktuelle Tragödie mit acht bestätigten Todesopfern übertrifft diese Statistik und wird zu einem der schwärzesten Tage in der Geschichte des amerikanischen Skisports. Die lokalen Behörden unter der Leitung von Sheriff Shannan Moon aus dem Nevada County teilten am Mittwoch mit, dass die Operation von einer Rettungs- zu einer Bergungsaktion gewechselt hat. Der neunte Skifahrer wird aufgrund der Wucht der Lawine und der seit dem Unfall vergangenen Zeit für tot gehalten. Die Situation verschlechterte sich durch zusätzlichen Schneefall, der fast einen Meter innerhalb von 24 Stunden nach dem Ereignis betrug und eine sichere Bergung der Leichen verhinderte. Unter den Todesopfern befinden sich Personen, die mit der Sugar Bowl Academy, einer elitären Skischule in Norden, verbunden sind. Ermittler prüfen derzeit, warum die Tour trotz zuvor ausgegebener Warnungen vor hoher Lawinengefahr in der gesamten Region fortgesetzt wurde. <cytat autor=