Die Behörden Kataloniens haben eine drastische Erhöhung der Tourismussteuer genehmigt, die ab April in Barcelona bis zu 15 Euro pro Nacht betragen kann. Diese Entscheidung fiel angesichts zunehmender Proteste der Einwohner gegen die Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig kündigte Bürgermeister Jaume Collboni einen 260-Millionen-Euro-Plan zur Revitalisierung des Gebiets um den Bahnhof La Sagrera an, wo ein neues Wohnviertel für 25.000 Menschen entstehen soll, um zur Lösung der Wohnungskrise beizutragen.

Verdopplung der Tourismussteuer

Ab April steigen die Gebühren in Barcelona auf 15 Euro pro Nacht, und die Einnahmen fließen in den Wohnungsbaufonds.

Revitalisierung von La Sagrera

Investition von 260 Millionen Euro in ein neues Stadtviertel für 25.000 Menschen und einen Park mit einer Fläche von 36 Hektar.

Entdeckung des römischen Forums

Der Fund im Gotischen Viertel verändert das Wissen über die städtebauliche Ausrichtung des antiken Barcino.

Virtuelle Werkstatt von Gaudí

Die Kathedrale von Barcelona eröffnet eine immersive Ausstellung, die die Werkstatt des genialen Architekten rekonstruiert.

Das Parlament Kataloniens hat ein neues Gesetz verabschiedet, das ab dem 1. April 2026 die Übernachtungsgebühren für Touristen deutlich erhöht. In Barcelona werden die Sätze sofort verdoppelt, was bei Fünf-Sterne-Hotels einen Anstieg von 3,5 auf 7 Euro bedeutet, und nach Hinzurechnung städtischer Gebühren können die Gesamtkosten 15 Euro pro Nacht erreichen. Die Reform, die von den Sozialisten (PSC), der ERC und den Comuns unterstützt wird, soll zusätzliche 100 Millionen Euro pro Jahr einbringen. Gemäß den neuen Vorschriften werden 25 % dieser Einnahmen direkt für den sozialen Wohnungsbau verwendet, was eine Antwort auf die rasant steigenden Immobilienpreise und die Proteste gegen den Massentourismus ist. Bürgermeister Jaume Collboni präsentierte eine Vision für die Stadt bis 2035, die sich auf die Schließung der „städtischen Wunde“ im Gebiet La Sagrera konzentriert. Die Investition in Höhe von 260 Millionen Euro bis 2031 umfasst den Bau von über 11.000 Wohnungen, von denen fast die Hälfte geschützte Wohnungen sein werden. Das Projekt sieht auch die Schaffung des größten öffentlichen Parks in Barcelona mit einer Fläche von 36 Hektar vor, der die Eisenbahngleise überdecken wird. Collboni betonte, dass das Ziel darin bestehe, den Bewohnern das Recht auf ein Leben in der Hauptstadt Kataloniens zu garantieren, selbst auf Kosten des Rückzugs spekulativer Fonds aus der Stadt. Seit den 1990er Jahren, als die Olympischen Spiele Barcelona in eine globale Metropole verwandelten, kämpft die Stadt mit Gentrifizierung und Spannungen zwischen Einwohnern und Touristen.Im Bereich des kulturellen Erbes lebt die Stadt von zwei bahnbrechenden Ereignissen. Archäologische Untersuchungen im Gotischen Viertel zwangen zu einer Neudefinition der Geschichte des römischen Barcino – der entdeckte Pflasterstein des Forums beweist, dass das Herz der antiken Stadt senkrecht zum Meer ausgerichtet war, was bisherigen Theorien widerspricht. Gleichzeitig eröffnete die Kathedrale von Barcelona eine innovative Ausstellung, die virtuelle Realität nutzt, um die während des Bürgerkriegs zerstörte Werkstatt von Antoni Gaudí zu besichtigen. „Hay una idea de que la ciudad está acabada. Creo que debemos construir más y garantizar el derecho a quedarse en Barcelona.” (Es gibt die Vorstellung, dass die Stadt fertig ist. Ich glaube, wir müssen mehr bauen und das Recht garantieren, in Barcelona zu bleiben.) — Jaume CollboniAm Horizont zeichnen sich jedoch politische Herausforderungen ab. Der Bürgermeister warnte, dass die fehlende Verabschiedung des Haushalts der Generalitat durch die Regionalregierung das Risiko eines Verlusts von 250 Millionen Euro für gemeinsame Investitionsverpflichtungen birgt. Trotz dieser Bedenken bleibt die hydrologische Situation der Region stabil – die Stauseen innerhalb Kataloniens sind zu über 93 % gefüllt, was die Gefahr einer Dürre vor der kommenden Sommersaison abwendet.

Mentioned People

  • Jaume Collboni — Bürgermeister von Barcelona, kündigte Investitionspläne an und bezog sich auf die Frage der Tourismussteuer.
  • Antoni Gaudí — Berühmter Architekt, dessen Werkstatt im Rahmen des Gaudí-Jahres 2026 digital rekonstruiert wurde.
  • Salvador Illa — Präsident der Generalitat de Catalunya, kehrt nach einer Gesundheitspause zurück.