Spanische Kommunen, die von der Koalition aus Volkspartei (PP) und Vox dominiert werden, verabschieden massenhaft Beschlüsse, die das Tragen von Gesicht verhüllender Kleidung in öffentlichen Gebäuden verbieten. Neue Regelungen wurden unter anderem in Murcia, Castellón, Palma und Toledo eingeführt. Gleichzeitig kämpft Alicante mit einem schweren Skandal über Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Sozialwohnungen, und die spanische Polizei veröffentlicht Daten über Dutzende von Verfahren wegen sexueller Belästigung innerhalb der Formation, was eine Welle der Kritik auslöst.
Verbote islamischer Kleidung
Zahlreiche Städte in Spanien, unter Führung der Koalition aus PP und Vox, haben Burkas und Niqabs in Ämtern und im öffentlichen Nahverkehr verboten.
Wohnungsskandal in Alicante
Die Einheit UDEF untersucht Verdachtsfälle von illegalem Handel mit zukünftigen Sozialwohnungen in der Provinz Alicante.
Belästigung in der Polizei
Die Enthüllung von 26 Fällen sexueller Belästigung in der spanischen Polizei löst eine Debatte über die Sicherheit von Frauen in den Diensten aus.
Eine gesetzgeberische Welle gegen religiöse Kopfbedeckungen, die das Gesicht verhüllen, rollt durch spanische Rathäuser. In Murcia wurde mit Unterstützung von Stadträten der PP und Vox ein Verbot beschlossen, in Burkas und Niqabs in städtische Gebäude einzutreten. Ähnliche Schritte unternahmen die Behörden von Palma auf Mallorca, wo das Verbot zusätzlich auf Stadtbusse ausgeweitet wurde, sowie Toledo, Saragossa und Huesca. Die rechtsgerichtete Koalition begründet diese Änderungen mit Sicherheitsbedenken und der Notwendigkeit der Identifizierung von Personen in Ämtern. Barcelona hingegen, das von der Linken regiert wird, lehnte ein analoges Projekt entschieden ab und bezeichnete es als einen Eingriff in die Religionsfreiheit und als Stigmatisierung von Minderheiten. Gleichzeitig wurde Alicante zum Zentrum eines Wirtschaftsskandals, nachdem Unregelmäßigkeiten bei der Kommerzialisierung von Wohnungen, die mit öffentlicher Unterstützung gebaut wurden, aufgedeckt wurden. Die lokalen Behörden von Sant Joan d'Alacant meldeten den Verdacht einer Straftat, und die spezialisierte Polizeieinheit UDEF sowie die Staatsanwaltschaft übernahmen den Fall. Die Ermittlungen betreffen den mutmaßlich illegalen Handel mit Rechten an zukünftigen Sozialwohnungen, was das Vertrauen in die Wohnungspolitik der Region untergräbt. Im Schatten dieser Ereignisse veröffentlichte die spanische Polizei einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass in den letzten drei Jahren 26 Verfahren wegen sexueller Belästigung innerhalb der uniformierten Strukturen eingeleitet wurden, wobei fast die Hälfte der Meldungen abgewiesen wurde, was Kontroversen über die Wirksamkeit der Schutzprotokolle auslöst. Die spanischen Debatten über Burka-Verbote knüpfen an rechtliche Dilemmata aus dem Jahr 2013 an, als der Oberste Gerichtshof entschied, dass Stadträte nicht befugt sind, religiöse Freiheiten im öffentlichen Raum ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage einzuschränken.Auf nationaler Ebene forderte der Kongress der Abgeordneten die Regierung auf, Entschädigungen an die Familie García Caparrós zu zahlen, wobei die tragischen Ereignisse von 1977 als Teil des Kampfes um die Autonomie Andalusiens anerkannt wurden. Dieser Fall, zusammen mit den jüngsten Rücktritten von Beamten in Móstoles und Alcalá de Henares in einer Atmosphäre von Missbrauchsvorwürfen, zeichnet ein Bild tiefer Spannungen an der Schnittstelle von Lokalpolitik und sozialer Gerechtigkeit. „El Estado tiene que asumir su responsabilidad histórica con este asesinato” (Der Staat muss seine historische Verantwortung für diesen Mord übernehmen) — Familie García Caparrós
Perspektywy mediów: Der Dienst eldiario.es betont die Instrumentalisierung der Burka-Frage durch die Rechte als Nebenthema, das von sozialen Problemen ablenkt. Die Zeitungen ABC und La Razón stellen die Verbote als rationale Maßnahmen für Sicherheit und den Schutz westlicher Kulturwerte dar.
Mentioned People
- María Jesús Montero — Vizepräsidentin und Finanzministerin Spaniens, vor den Untersuchungsausschuss des Senats geladen.