Die schwedische Regierung hat eine Verschärfung des Jugendstrafrechts als Reaktion auf die zunehmende organisierte Kriminalität angekündigt. Das Strafmündigkeitsalter soll für schwerste Verbrechen wie Mord oder Anschläge mit Sprengstoffen von 15 auf 13 Jahre gesenkt werden. Die Reform, als fünfjährige Übergangslösung geplant, stößt auf scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen und der Gefängnisverwaltung selbst. In acht bestehenden Haftanstalten sollen abgetrennte Trakte für jugendliche Insassen entstehen.

Die schwedische Regierung, eine Koalition aus Konservativen mit Unterstützung der extremen Rechten, hat konkrete Umsetzungspläne für die umstrittene Reform des Jugendstrafrechts vorgelegt. Die Hauptänderung ist die radikale Senkung des Strafmündigkeitsalters von 15 auf 13 Jahre für schwerste Taten. Das Gesetzesvorhaben, Ende Januar angekündigt, hat einen vorläufigen Charakter und ist auf fünf Jahre angelegt. Sein Ziel ist laut Regierung die „Eindämmung von Gewalt im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität“. In Schweden galten wie in vielen anderen europäischen Ländern jahrzehntelang relativ hohe Strafmündigkeitsgrenzen, was auf die vorherrschende Philosophie der Resozialisierung und des Jugendschutzes zurückging. Lange konzentrierte sich das System auf erzieherische Maßnahmen statt auf strafende. Am Donnerstag, dem 19. Februar, legte die Regierung Details zu den Haftbedingungen für diese neue Kategorie von Insassen offen. Acht bestehende Haftanstalten erhielten die Aufgabe, innerhalb ihrer Mauern spezielle „Quartiere“ oder Trakte für Jugendliche einzurichten. Diese sollen nicht nur Sicherheit bieten, sondern auch die Fortsetzung der Schulbildung sowie Zugang zu Freiflächen ermöglichen, die Schulhöfen ähneln. Die ersten drei solcher Einrichtungen sollen bereits am 1. Juli 2026 fertig sein, was mit dem geplanten Inkrafttreten der Reform zusammenfällt. Die neuen Regelungen sollen Jugendliche betreffen, die wegen Verbrechen wie Mord oder „verschärfter Explosionen“ verurteilt werden, was auf den Kontext des Kampfes gegen Banden und Bombenanschläge hindeutet. Die Reform stieß von Anfang an auf lebhaften Widerstand. Wie Medien betonen, wird das Vorhaben „entgegen der Meinung der Strafvollzugsverwaltung“ kritisiert, was ein seltenes Phänomen ist, da genau diese Institution für die Umsetzung verantwortlich sein wird. <cytat autor=