In Lyon fand ein Schweigemarsch mit über 3200 Teilnehmern zum Gedenken an Quentin Deranque statt, einen 23-jährigen Aktivisten, der nach einer Prügelei durch linksextreme Schläger starb. Die Veranstaltung verlief unter strenger Polizeiaufsicht und zog ein breites Spektrum rechter Kreise an. Obwohl die Organisatoren eine würdige Verabschiedung beabsichtigten, wurden während der Demonstration Vorfälle mit rassistischem und nazistischem Charakter registriert, was eine sofortige Reaktion der Staatsanwaltschaft auslöste und die anhaltende politische Krise in Frankreich verschärfte.

Massiver Schweigemarsch

Über 3000 Personen zogen durch die Straßen Lyons, um dem getöteten 23-jährigen Aktivisten zu gedenken.

Vorfälle und Ermittlungen

Die Präfektur meldete der Staatsanwaltschaft Fälle von Nazipropaganda und Rassenhass während des Marsches.

Krise im linken Bündnis

Die Anklagen gegen Mitarbeiter des Abgeordneten Arnault lösten bei den Koalitionspartnern der LFI Forderungen nach Aufklärung aus.

Die Samstagszeremonien in Lyon zu Ehren von Quentin Deranque wurden zum zentralen Punkt der Debatte über politische Gewalt in Frankreich. Laut offiziellen Polizeiangaben nahmen etwa 3200 Personen am Marsch teil, während die Organisatoren die Teilnehmerzahl auf fast 3500 schätzen. Die Demonstration startete am Place Jean-Jaurès und versammelte nicht nur identitäre Kreise, sondern auch Vertreter traditionalistischer und katholischer Organisationen. Für die Sicherheit sorgten fast 500 Beamte, unterstützt von Einheiten der Gendarmerie und Drohnen, die die Marschroute überwachten. Die Atmosphäre in der Stadt bleibt angespannt, was sich direkt auf den laufenden Wahlkampf vor den Kommunalwahlen auswirkt und einige Kandidaten zwingt, ihre Aktivitäten vorübergehend einzustellen. Trotz Appellen zu würdigem Verhalten meldete die Präfektin des Départements Rhône, Fabienne Buccio, der Staatsanwaltschaft drei Fälle von Rechtsverstößen. Diese betrafen hauptsächlich das Zeigen von Nazigrüßen sowie das Rufen von Parolen mit rassistischem und homophobem Hintergrund durch vermummte Teilnehmer. Eine Person mit einem Messer wurde festgenommen, jedoch wurden keine größeren Zusammenstöße mit Gegendemonstranten verzeichnet. Lyon gilt seit Jahren als Hochburg sowohl ultrarechter als auch linksextremer Bewegungen, was regelmäßig zu gewaltsamen ideologisch motivierten Straßenkonfrontationen führt. Das Ereignis fand auch über die Landesgrenzen hinaus Widerhall; ähnliche, aber deutlich kleinere Versammlungen fanden in Rennes und in Rom statt, wo Opfer politischen Hasses auf beiden Seiten der Barrikade gedacht wurde. Die politischen Konsequenzen von Deranques Tod treffen vor allem die Partei Frankreich Unbeugsam. In der Mordermittlung wurden sieben Personen, darunter zwei parlamentarische Mitarbeiter des Abgeordneten Raphaël Arnault, angeklagt. Jean-Luc Mélenchon, der Führer der Formation, bezeichnete das tragische Ereignis als „Straßenschlacht, die schiefgelaufen ist”, was auf eine Welle der Kritik aus dem Zentrum und von der Rechten stieß. „C'est une bataille de rue qui a mal tourné” (Es war eine Straßenschlacht, die schiefgelaufen ist) — Jean-Luc Mélenchon Kritiker der Regierung und der Linken weisen auf die fortschreitende Radikalisierung von Schlägertrupps hin, die mit Antifaschisten in Verbindung gebracht werden, und werfen dem Staat Untätigkeit bei der Bekämpfung von Extremismus vor. Diese Situation stellt die Beständigkeit der Bündnisse auf dem linken Flügel des französischen Parlaments in Frage.

Mentioned People

  • Quentin Deranque — Der verstorbene 23-jährige Aktivist, Mathematikstudent und Aktivist nationaler Bewegungen.
  • Fabienne Buccio — Präfektin des Départements Rhône, verantwortlich für die öffentliche Sicherheit in Lyon.
  • Raphaël Arnault — Abgeordneter der Partei Frankreich Unbeugsam, dessen Mitarbeiter im Fall des Todes von Quentin angeklagt wurden.