Der spanische Telekommunikationsriese Telefónica schloss das Jahr 2025 mit einem Rekord-Nettoverlust von 4,318 Mrd. Euro ab. Hauptgrund für das negative Ergebnis sind gigantische Restrukturierungskosten, darunter ein Sozialplan in Spanien und Abfindungen für die scheidende Führung. Dennoch verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 1,5 %, und der neue CEO Marc Murtra kündigt eine strikte Haushaltsdisziplin sowie eine weitere Konzentration auf die Schlüsselmärkte in Europa und Brasilien an.
Rekord-Nettoverlust
Der Konzern schloss das Jahr 2025 mit einem Verlust von 4,318 Mrd. Euro ab, der hauptsächlich durch Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf ausländischen Märkten verursacht wurde.
Kostspielige personelle Veränderungen
Die Gesamtabfindungen für den scheidenden CEO und Vizepräsidenten beliefen sich auf 78,3 Mio. Euro, was auf breite Medienkritik stieß.
Ausstieg der Bank BBVA
Nach drei Jahrzehnten verlässt ein Vertreter der Bank BBVA den Aufsichtsrat, was die neue Machtverteilung unter den Aktionären zementiert.
Umsatzwachstum
Trotz des Nettoverlusts stiegen die operativen Erträge um 1,5 %, dank der starken Position in Spanien und auf dem brasilianischen Markt.
Telefónica, einer der größten Telekommunikationskonzerne der Welt, veröffentlichte die Finanzergebnisse für 2025, die auf den Märkten für Aufsehen sorgten. Obwohl die Gruppenerlöse auf 35,12 Mrd. Euro stiegen, belasteten außerordentliche Kosten das Endergebnis. Das Unternehmen musste rund 1,2 Mrd. Euro für Entschädigungen und Abfindungen für ehemalige Mitarbeiter in Spanien im Rahmen eines ERE aufwenden. Zusätzlich wirkte sich die strategische Entscheidung zum Rückzug von den meisten Märkten in Lateinamerika, einschließlich des vollständigen Ausstiegs aus Venezuela, mit hohen Desinvestitionskosten auf das Ergebnis aus. Das 1924 gegründete Unternehmen war jahrzehntelang ein staatliches Monopol in Spanien. Die in den 1990er Jahren begonnene internationale Expansion machte es zu einem globalen Player, doch die Volatilität der lateinamerikanischen Märkte zwang die aktuelle Führung zu einer grundlegenden Neubewertung der globalen Strategie. Kontroversen lösten die Zahlungen an den ehemaligen CEO José María Álvarez-Pallete und Vizepräsident Ángel Vilá aus, die zusammen 78,3 Mio. Euro an Abfindungen erhielten. Der neue CEO Marc Murtra, dessen Jahresgehalt 5,26 Mio. Euro betrug, betont, dass Telefónica dank dieser schmerzhaften Einschnitte heute strukturell solider dastehe. Parallel vollzieht sich im Aktionärsgeflecht ein historischer Wandel: Nach fast 30 Jahren verlässt die Bank BBVA den Aufsichtsrat, was auf den Eintritt des staatlichen Beteiligungsholders SEPI und der saudischen Gruppe STC zurückzuführen ist. Die finanzielle Lage des nationalen Betreibers ist auch zum Thema einer politischen Debatte geworden. Isabel Díaz Ayuso, die Präsidentin der Region Madrid, beschuldigte die Regierung, zu einem Wertverlust des Unternehmens von 1,8 Mrd. Euro geführt zu haben, und bezeichnete die Maßnahmen des Staates als „totalitäre Kolonisierung“ des Unternehmens. Trotz des politischen Lärms deuten die operativen Daten auf Stabilität hin: In Spanien und Brasilien verzeichnete das Unternehmen die besten kommerziellen Ergebnisse seit sieben Jahren. Murtra prognostiziert, dass der europäische Telekommunikationsmarkt eine Welle unvermeidlicher Fusionen erleben wird, an denen Telefónica als starker Akteur mit „eiserner finanzieller Disziplin“ teilnehmen will.
Mentioned People
- Marc Murtra — CEO von Telefónica, führte eine Politik der eisernen finanziellen Disziplin ein.
- José María Álvarez-Pallete — Ehemaliger langjähriger CEO von Telefónica, erhielt eine Abfindung von 44 Mio. Euro.
- Isabel Díaz Ayuso — Präsidentin der Gemeinschaft Madrid, kritisierte die Politik der Regierung gegenüber dem Unternehmen.