Die neuesten Daten vom US-Markt deuten auf eine unerwartete Beschleunigung der Produzentenpreisinflation im Januar hin, was an den Börsen in New York Besorgnis auslöste. Gleichzeitig zeigt Europa ein differenziertes Bild: Während in Deutschland die Preisdynamik nachlässt, kämpft Frankreich mit einem heftigen Anstieg der Indikatoren. Die Situation wird durch Meldungen vom Rohstoffmarkt kompliziert, wo die Ölförderung in den USA auf den niedrigsten Stand seit Mitte des vergangenen Jahres gefallen ist.
Anstieg der US-PPI-Inflation
Der Produzentenpreisindex stieg im Januar um 0,5 Prozent, übertraf die Markterwartungen und löste Verluste an der Wall Street aus.
Divergenz in Europa
Während die Inflation in Deutschland auf 2 Prozent fiel, verzeichnete Frankreich einen heftigen Anstieg von 1 Prozent im Jahresvergleich.
Rückgang der Ölförderung
Die Rohölproduktion in den Vereinigten Staaten erreichte im Dezember den niedrigsten Stand seit sechs Monaten.
Reformen in Argentinien
Der Senat verabschiedete Reformen von Präsident Milei, die milliardenschwere Investitionen im Kupferbergbausektor freisetzen sollen.
Die Weltwirtschaft befindet sich an einem Wendepunkt, wie die jüngsten Preisindikatoren der wichtigsten Wirtschaftsmächte bestätigen. In den Vereinigten Staaten stieg der Index für Waren und Dienstleistungen, die von Produzenten verkauft werden, im Januar um 0,5 Prozent, was die Prognosen der Analysten deutlich übertraf. Haupttreiber dieser Veränderungen erwies sich der Dienstleistungssektor, der die Großhandelsinflation über die Erwartungen hinaus trieb und die Hoffnungen der Anleger auf baldige Zinssenkungen durch die Federal Reserve dämpfte. Die Reaktion der Finanzmärkte war unmittelbar – die wichtigsten Indizes an der Wall Street beendeten die Woche im Minus und reagierten auf das Risiko einer längeren restriktiven Geldpolitik. Die Situation in der Eurozone ist uneindeutig und macht die Unterschiede zwischen den beiden größten Volkswirtschaften des Blocks deutlich. In Deutschland sank die Inflation im Februar auf 2 Prozent (nach vorläufigen Daten 1,9 Prozent harmonisiert), was eine Stabilisierung der Preise bei unseren westlichen Nachbarn signalisiert. Ganz andere Daten kamen aus Frankreich, wo die Inflation innerhalb eines Monats um 1 Prozent heftig anzog, angetrieben durch einen Anstieg des privaten Konsums. Trotz dieser Spannungen zeigen die europäischen Börsen eine relative Widerstandsfähigkeit und verzeichnen die längste Serie monatlicher Gewinne seit über einem Jahrzehnt. Die Europäische Zentralbank und die US-amerikanische Federal Reserve führen seit zwei Jahren einen koordinierten Kampf gegen die Inflation, die nach der Pandemie und dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine Werte erreicht hat, die seit den 1970er Jahren nicht mehr verzeichnet wurden.Auf dem Energierohstoffmarkt beobachten wir Vorbereitungen für ein entscheidendes Treffen des erweiterten Ölkartells. Es wird erwartet, dass die in der Organisation zusammengeschlossenen Länder eine Entscheidung über die schrittweise Wiederherstellung von Produktionsgrenzen treffen und dabei Warnungen einiger Analysten vor einer möglichen Überversorgung ignorieren. Die Angebotssituation wird durch Daten aus den USA verschärft, wo die Rohölförderung im Dezember auf den niedrigsten Stand seit Juni 2025 gefallen ist. Unterdessen hat in Südamerika der argentinische Senat wichtige Arbeitsrechtsreformen gebilligt, die von Präsident Javier Milei unterstützt werden, was den Weg für einen 40-Milliarden-Dollar-Boom auf dem Kupfermarkt ebnen soll, der jedoch von Änderungen in den Vorschriften zum Schutz von Gletschern abhängt. „US crude oil production hit a six-month low in December.” (Die US-Rohölproduktion erreichte im Dezember einen Sechs-Monats-Tiefstand.) — Mitteilung der EIADie Aussichten für die kommenden Quartale bleiben unsicher. Zwar verzeichnete die Schweiz im vierten Quartal 2025 einen leichten Aufschwung des BIP, und Japan kämpft mit einer Verlangsamung der Inflation in der Hauptstadt unterhalb des Ziels der Zentralbank, doch die globale Stimmung wird hauptsächlich von Sorgen über die Hartnäckigkeit der Inflation im Dienstleistungssektor diktiert. Investoren verfolgen auch aufmerksam die Maßnahmen Chinas, das neue Vorschriften zur Unterstützung der Offshore-Finanzierung in Yuan einführt und versucht, sein eigenes Finanzsystem angesichts globaler Turbulenzen zu stabilisieren.
Mentioned People
- Javier Milei — Präsident Argentiniens, dessen Arbeitsrechtsreformen vom Senat gebilligt wurden.