Die italienische Regierungskoalition unter der Führung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat eine nächtliche Einigung über eine umfassende Reform des Wahlsystems erzielt, die vorläufig den Namen „Stabilicum” trägt. Die neuen Vorschriften sollen auf einem Verhältniswahlsystem mit einem starken Mehrheitsbonus basieren, was nach Ansicht der Befürworter der chronischen Instabilität der Kabinette in Rom ein Ende setzen soll. Die Opposition kritisiert den Entwurf scharf und wirft der Rechten vor, einseitig versucht zu haben, die Regeln der Demokratie zu ihren eigenen politischen und umfragebezogenen Interessen zu manipulieren.
Nächtliche Einigung der Koalition
Die rechten Parteien haben nach nächtlichen Verhandlungen den Umriss eines neuen Wahlgesetzes mit dem Namen Stabilicum vereinbart.
Widerstand der Opposition
Die Partito Democratico wirft der Regierung vor, einseitig die Regeln der demokratischen Spielregeln zu ihren eigenen Gunsten ändern zu wollen.
Mehrheitsbonus
Das Schlüsselelement der Reform ist ein Mechanismus, der den Siegern zusätzliche Sitze zur Stabilisierung der Regierung zuweist.
Frage der Vorzugswahl
Der Streit darüber, ob die Wähler bestimmte Kandidaten wählen können oder ob die Listen gesperrt sein sollen, dauert an.
Die italienische politische Szene wurde von Meldungen über einen Durchbruch in den Verhandlungen innerhalb des Regierungslagers über ein neues Wahlgesetz dominiert. Nach intensiven Gesprächen, die bis spät in die Nacht dauerten, haben Vertreter der Parteien Fratelli d'Italia, Lega und Forza Italia einen gemeinsamen Reformentwurf erarbeitet. Der zentrale Punkt des Vorschlags ist die Einführung eines Mechanismus, der dem siegreichen Wahlbündnis eine stabile Mehrheit im Parlament garantieren soll. Dies ist eine direkte Antwort auf die historischen Probleme Italiens mit der Beständigkeit von Regierungskoalitionen. Der Entwurf sieht vor, die Wahlen auf dem Prinzip der Verhältniswahl zu basieren, jedoch verstärkt durch einen hohen Mehrheitsbonus. Obwohl technische Details wie die genauen Wahlschwellen noch der endgültigen Zustimmung der Parteiführungen bedürfen, hat das Dokument bereits den Spitznamen „Stabilicum” erhalten. Die Reaktion der Opposition war sofort und ausgesprochen negativ. Elly Schlein, die Vorsitzende der Partito Democratico, bezeichnete die Änderungen als „inakzeptabel” und warf der Rechten vor, sich ausschließlich um ihr eigenes politisches Überleben zu kümmern. Die Opposition argumentiert, dass solche grundlegenden Änderungen im demokratischen System nicht einseitig und ohne breiten gesellschaftlichen und parlamentarischen Konsens eingeführt werden sollten. Vertreter der Partei Fratelli d'Italia (FdI) wehren diese Angriffe ab und behaupten, die Kritik der Linken sei rein ritualisiert und sachlich unbegründet. Die Politiker der Mehrheit erklären offiziell ihre Dialogbereitschaft, obwohl das Tempo der Gesetzesarbeiten den Wunsch vermuten lässt, den Gesetzgebungsprozess noch in dieser Woche schnell abzuschließen. Italien hatte seit 1945 über 60 Kabinette, was das dortige parlamentarische System zu einem der instabilsten in Westeuropa macht. Die vorherige Reform von 2017, genannt „Rosatellum”, war ebenfalls umstritten. Im Schatten des Streits über das Wahlgesetz verzeichnen italienische Medien auch bedeutende Änderungen in der internationalen Gesetzgebung. Das mexikanische Parlament hat eine historische Reform gebilligt, die die Arbeitswoche von 48 auf 40 Stunden verkürzt, was auch in Europa Diskussionen über Arbeitsstandards auslöst. Gleichzeitig wird in Italien über die Zukunft der sogenannten Vorzugswahl debattiert, deren Beibehaltung im neuen Gesetz ungewiss ist. Der Streit darüber, ob die Wähler das Recht haben sollten, bestimmte Namen anzugeben oder ob die Listen von den Parteiführungen „gesperrt” sein sollten, bleibt einer der umstrittensten Punkte der Stabilicum-Reform.
Mentioned People
- Giorgia Meloni — Ministerpräsidentin Italiens und Vorsitzende der Partei Fratelli d'Italia, die Änderungen im Wahlrecht vorantreibt.
- Elly Schlein — Generalsekretärin der Partito Democratico, Hauptfigur des Widerstands gegen die Reform.