Der spanische Transportsektor kämpft mit schwerwiegenden strukturellen und finanziellen Problemen. Der Fahrzeughersteller Talgo schloss das Jahr 2025 mit einem Nettoverlust von 100 Millionen Euro, was auf Schwierigkeiten bei Projekten in Deutschland und den USA zurückzuführen ist. Gleichzeitig wurde der Süden Spaniens von einer Lähmung der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken AVE getroffen, die den Tourismussektor vor dem nahenden Osterfest trifft und Proteste der Regionalregierungen auslöst.

Talgo verzeichnete Verlust von 100 Mio. Euro

Der Zughersteller meldete ein negatives Finanzergebnis für 2025, hauptsächlich aufgrund von Kosten für Auslandsprojekte in Deutschland und den USA.

Lähmung der Hochgeschwindigkeitsbahn AVE

Die Aussetzung der Verbindungen zwischen Madrid und Andalusien droht zu einer Krise im Tourismussektor vor der Osterzeit zu führen.

Iberia verhandelt über betriebsbedingte Kündigungen

Die Fluggesellschaft hat Gespräche über freiwillige Abgänge von Mitarbeitern (ERE) aufgenommen, trotz einer geplanten Dividendenzahlung durch die IAG-Gruppe.

Erfolg der Verhandlungen in Barcelona

Der Streik der FGC-Lokführer wurde in letzter Minute abgesagt, was den Transport während der Messe Mobile World Congress sicherstellt.

Der spanische Bahnriese Talgo hat seine Finanzergebnisse für das Jahr 2025 bekannt gegeben, die einen Nettoverlust von 100 Millionen Euro ausweisen. Obwohl dies ein um 6,7 % besseres Ergebnis als im Vorjahr ist, bleibt die Lage des Unternehmens angespannt. Die Hauptbelastung für die Bilanz stellten sich Verzögerungen und Betriebskosten bei der Umsetzung von Verträgen auf ausländischen Märkten heraus, insbesondere in Deutschland und den Vereinigten Staaten. Trotz dieser Schwierigkeiten verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 618 Millionen Euro und erklärt sich optimistisch hinsichtlich der Aussichten für 2026, in der Hoffnung auf eine Stabilisierung der Margen und neue Aufträge. Gleichzeitig sieht sich das spanische Bahnnetz mit einer plötzlichen Verschlechterung der Servicequalität auf den Strecken zwischen Madrid und dem Süden des Landes konfrontiert. AVE hat den Zugverkehr zwischen der Hauptstadt und Córdoba sowie Málaga eingestellt, was zu Verkehrschaos führte. Diese Situation bereitet der Tourismusbranche große Sorgen, die einen Rückgang der Buchungen vor dem bevorstehenden Osterfest befürchtet. Die Regionalregierung von Andalusien kritisiert die Infrastrukturbetreiber scharf und wirft der Zentralregierung eine „schlechte Behandlung” der Region vor, die zur verkehrstechnischen Isolation Málagas führe und Touristen dazu bewegen könnte, andere Ziele im Mittelmeerraum zu wählen. Das spanische Hochgeschwindigkeitsbahnnetz AVE wurde 1992 anlässlich der Expo auf der Strecke Madrid-Sevilla eingeweiht und ist seitdem zu einem Symbol der Modernisierung des Landes geworden, auch wenn seine Instandhaltung enorme Kosten für den Staatshaushalt verursacht.Im Schatten der Bahnprobleme bereitet sich der spanische Luftfahrtmarkt auf personelle Veränderungen vor. Die nationale Fluggesellschaft Iberia hat Verhandlungen mit den Gewerkschaften über freiwillige Abgänge von Mitarbeitern aufgenommen (ERE). Das Programm soll sowohl Bord- als auch Bodenpersonal umfassen. Die IAG-Gruppe, zu der Iberia gehört, hat unterdessen die Auszahlung einer Nachschussdividende in Höhe von 0,05 Euro je Aktie vorgeschlagen, was auf eine relativ stabile finanzielle Position des Luftfahrtkonzerns angesichts der Probleme im Bahnsektor hindeutet. „El maltrato por desconexión ferroviaria en Málaga amenaza a nuestro sector turístico.” (Die schlechte Behandlung durch die Bahnabkopplung in Málaga bedroht unseren Tourismussektor.) — Junta de Andalucía (Regierung von Andalusien) Vor diesem Hintergrund kommen positive Signale aus Barcelona, wo es gelang, einen geplanten Streik der Lokführer der FGC abzusagen. Die Einigung wurde kurz vor Beginn der Messe Mobile World Congress erzielt, was einen reibungslosen Transport für Tausende Teilnehmer dieser globalen Technologieveranstaltung ermöglicht. Der Börsenindex IBEX 35 schloss den Februar mit einem Anstieg von 2,6 %, was zeigt, dass trotz punktueller Krisen im Transportwesen der breite Kapitalmarkt in Spanien eine Aufwärtstendenz aufweist.

Mentioned People

  • Luis Maroto — Generaldirektor (CEO) des Unternehmens Amadeus, der laut Bericht im letzten Zeitraum 4,37 Millionen Euro verdiente.