Der Füllstand der deutschen Gasspeicher ist auf einen kritischen Wert von 23 Prozent gesunken, was in Berlin einen politischen Sturm ausgelöst hat. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche versichert die Versorgungssicherheit und verweist auf stabile Flüssiggasimporte. Die oppositionellen Grünen werfen der Regierung jedoch einen Mangel an Notfallplänen vor und warnen vor Versorgungsengpässen bei unerwarteten Störungen der Pipeline-Infrastruktur aus Norwegen.
Kritisch niedrige Gasvorräte
Deutsche Gasspeicher sind nur zu 23 Prozent gefüllt, ein Wert deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
Streit über staatliche Intervention
Katherina Reiche lehnt Forderungen nach marktlichen Eingriffen ab, während die Grünen verpflichtende strategische Reserven fordern.
Einfluss des LNG-Booms
Trotz niedriger Lagerbestände sinken die Gaspreise dank eines Überangebots an Flüssigerdgas von den Weltmärkten, insbesondere aus den USA.
Der deutsche Energiemarkt sieht sich mit historisch niedrigen Vorräten an blauem Brennstoff konfrontiert. Mitte Februar 2026 sank der Füllstand der Speicher auf 23 Prozent, was nur die Hälfte des Durchschnitts der letzten fünf Jahre ausmacht. Diese Situation zwang den Bundestag zu einer Reihe von Sitzungen des Wirtschaftsausschusses. Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche von der CDU, weist Vorwürfe der Vernachlässigung zurück und behauptet, die marktbasierten Liefermechanismen seien ausreichend und staatliche Eingriffe in die Speicherprozesse nicht nötig. Nach Angaben ihres Ministeriums ist die aktuelle Lage auf einen kalten Winter zurückzuführen, doch die bevorstehende Erwärmung und verstärkte Lieferungen von LNG würden das System stabilisieren. Kritik kommt vor allem von der Partei der Grünen. Michael Kellner, Energieexperte, bezeichnete die Situation als „Fahrt auf der Autobahn mit fast leerem Tank”. Die Opposition fordert die gesetzliche Verpflichtung zur Vorhaltung strategischer Reserven, um Preisspekulationen vorzubeugen. Unterdessen reagieren die Finanzmärkte ungewöhnlich – trotz niedriger Speicherstände sinken die Großhandelspreise für Gas. Experten führen dies auf ein globales Überangebot an Flüssigerdgas zurück, hauptsächlich aus den USA, das die Lücke nach traditionellen Pipeline-Lieferungen füllt. Dennoch warnen Analysten, dass das System anfällig für jegliche Angriffe auf die Infrastruktur oder Ausfälle von Pipelines aus norwegischer Richtung bleibt. Seit 2022 diversifiziert Deutschland seine Energiequellen intensiv und ersetzt russisches Gas durch LNG-Terminals. Die Systemstabilität beruht nun weitgehend auf der Flexibilität der Seelieferungen, was das traditionelle Modell der Vorratsbildung vor der Heizsaison verändert.„Das Ministerium muss endlich aufhören, auf Glück zu setzen und einen Plan B für die Energiesicherheit unserer Bürger vorbereiten.” — Michael KellnerDer politische Streit in Berlin spiegelt eine breitere Diskussion in der Europäischen Kommission über neue Energiesicherheitsstandards wider. Obwohl der durchschnittliche EU-Speicherfüllstand bei etwa 37 Prozent liegt, bereiten die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten Sorgen über die Kohärenz des gesamten Gemeinschaftsmarktes. Füllstand der Gasspeicher in der EU: 2024-02-07: 49, 2025-02-07: 45, 2026-02-07: 3723% — Gasvorräte in DeutschlandBetonte Vernachlässigungen der Regierung und die Notwendigkeit von Marktregulierungen, um Verbraucher vor der Kälte zu schützen. | Weist auf die zynische Nutzung von Daten durch die Opposition hin, um eine Atmosphäre der Angst und Panik zu schüren.
Mentioned People
- Katherina Reiche — Deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie für die CDU, verantwortlich für die Energiesicherheit des Landes.
- Michael Kellner — Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Spezialist für Energiepolitik, Kritiker der Regierungsmaßnahmen im Bereich der Gasreserven.