Die Fußballwelt beschäftigt sich mit zwei lauten Angelegenheiten. Real Madrid hat der UEFA Beweise im Fall rassistischer Beleidigungen vorgelegt, deren Opfer Vinícius Júnior beim Spiel gegen Benfica Lissabon geworden sein soll. Unterdessen hat in Frankreich der krisengeschüttelte Olympique Marseille offiziell Habib Beye als neuen Trainer präsentiert. Beye ersetzt Roberto De Zerbi und steht vor der schwierigen Aufgabe, die Stimmung der Fans zu beruhigen und das Team zurück auf das Ligapodium zu führen.
Intervention von Real Madrid
Der Club aus Madrid hat der UEFA Videobeweise übermittelt, die bestätigen sollen, dass Vinícius Júnior von einem Spieler von Benfica beschimpft wurde.
Neuanfang in Marseille
Habib Beye hat offiziell Roberto De Zerbi ersetzt. Seine Mission ist es, die Krise in Marseille vor dem Spiel gegen Brest zu beruhigen.
Kritik an Mourinhos Äußerungen
Lilian Thuram kritisierte Trainer Mourinho dafür, dass er versuchte, Rassismus mit dem Verhalten des brasilianischen Spielers von Real zu rechtfertigen.
Das Dienstagsspiel der Champions League zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid endete im Schatten eines schweren Skandals. Der Star der „Königlichen”, Vinícius Júnior, beschuldigte den Spieler der Gastgeber, Gianluca Prestianni, ihn mit rassistischen Schimpfwörtern beleidigt zu haben. Der Vorfall soll unmittelbar nach dem Siegtreffer des Brasilianers zum 1:0 erfolgt sein. Schiedsrichter François Letexier musste das Spiel für etwa 10 Minuten unterbrechen, als der aufgebrachte Stürmer die Angelegenheit dem Schiedsrichter meldete. UEFA hat bereits eine offizielle Untersuchung eingeleitet, und Real Madrid hat dem Verband umfangreiches Beweismaterial, einschließlich Videoaufnahmen, übermittelt. Die Situation wird durch Äußerungen von José Mourinho, dem Trainer von Benfica, verschärft, der die Torjubel des Brasilianers als „dumm” und provokativ bezeichnete, was unter anderem auf scharfe Kritik von Lilian Thuram stieß. In den letzten Jahren ist der Kampf gegen Rassismus in Stadien zu einer Priorität für die Weltfußballbehörden geworden, was sich im Drei-Stufen-Protokoll widerspiegelt, das Schiedsrichtern erlaubt, Spiele bei diskriminierenden Vorfällen endgültig abzubrechen. Parallel dazu kam es in Frankreich zu einem Schlüsselwechsel an der Spitze der Sportführung. Olympique Marseille hat nach einer Reihe enttäuschender Ergebnisse und dem Weggang von Roberto De Zerbi die Ernennung von Habib Beye zum Trainer bekannt gegeben. Der ehemalige Kapitän des Clubs von der Côte d'Azur übernimmt das Team in einem Moment tiefgreifender Krise und zunehmender Aggression seitens der Fans. Beye erklärte in seiner ersten Ansprache, dass er die Mannschaft nicht als „krank” betrachte, sondern Ruhe und Stabilität benötige. Sein Debüt findet bereits am Freitag, dem 20. Februar, beim Auswärtsspiel gegen Brest statt. Der neue Trainer muss sich dem Druck stellen, in den Kampf um die Champions League zurückzukehren, nachdem Marseille aus der Spitzengruppe der Ligue 1 zugunsten von Olympique Lyon herausgefallen ist. Mindestsperre für Rassismus gemäß UEFA-Regeln Auch der Trainer von Chelsea, Liam Rosenior, äußerte sich zum Thema Rassismus und forderte lebenslange Stadion- und Berufsverbote für Personen, die der Diskriminierung schuldig sind. Die Fußballwelt ist in der Bewertung des Verhaltens von Vinícius gespalten – einige Experten betonen, dass der Spielstil des Brasilianer die Gegner provoziere, andere wie Thuram lehnen Versuche, die Schuld auf das Opfer von Beleidigungen abzuwälzen, kategorisch ab. Für Habib Beye ist die Herausforderung gleichermaßen sportlich wie imagebezogen, da Marseille seit Jahren mit enormer Instabilität kämpft, die einen echten Wettbewerb mit Paris Saint-Germain unmöglich macht. Ergebnis des Streitauslöserspiels: Benfica Lissabon 0:1 Real Madrid Zeitplan der Ereignisse in Lissabon und Marseille: 17. Februar — Skandal in Lissabon; 18. Februar — Rücktritt von De Zerbi; 19. Februar — Beweise von Real; 20. Februar — Debüt von Beye Medien betonen das Recht des Fußballers auf Schutz der Würde und konzentrieren sich auf den systemischen Kampf gegen Rassismus unabhängig vom Spielstil des Opfers. | Einige Kommentatoren weisen auf das provokative Verhalten des Real-Stars hin und deuten auf die Notwendigkeit gegenseitigen Respekts auf dem Platz hin.
Mentioned People
- Vinícius Júnior — Brasilianischer Stürmer von Real Madrid, Opfer mutmaßlicher rassistischer Angriffe im Spiel gegen Benfica.
- Habib Beye — Neuer Trainer von Olympique Marseille, ehemaliger Kapitän dieses Vereins.
- José Mourinho — Trainer von Benfica Lissabon, der Kontroversen auslöste, indem er den rassistischen Vorfall herunterspielte.
- Lilian Thuram — Ehemaliger französischer Nationalspieler, Anti-Rassismus-Aktivist, Kritiker von Mourinhos Haltung.
- Gianluca Prestianni — Argentinischer Spieler von Benfica, beschuldigt von Vinicius, rassistische Schimpfwörter verwendet zu haben.