Die isländische Premierministerin Kristrún Frostadóttir kündigte an, in den kommenden Monaten ein Referendum über die Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union abzuhalten. Die Erklärung erfolgte nach einem offiziellen Besuch in Warschau, wo Premierminister Donald Tusk die europäischen Bestrebungen Reykjaviks eindeutig unterstützte. Das Treffen fiel zeitlich mit einer Machtdemonstration der NATO auf der Ostsee zusammen, einschließlich des Besuchs des französischen Atomflugzeugträgers Charles de Gaulle in Schweden.
Ankündigung eines Referendums in Island
Premierministerin Kristrún Frostadóttir kündigte an, innerhalb der nächsten Monate eine Abstimmung über die Rückkehr zu Verhandlungen mit der Europäischen Union durchzuführen.
Machtdemonstration auf der Ostsee
Der Besuch des Flugzeugträgers Charles de Gaulle in Schweden und der Fregatte Chevalier Paul in Gdynia sind Teil der Stärkung der östlichen NATO-Flanke.
Diplomatisches Geschenk von Tusk
Die Schenkung eines Prince-Polo-Waffels an die isländische Premierministerin löste eine Welle von Kommentaren in den sozialen Medien und Kritik aus der parlamentarischen Opposition aus.
Während des offiziellen Besuchs der isländischen Premierministerin Kristrún Frostadóttir in Warschau erklärte der polnische Regierungschef Donald Tusk seine volle Unterstützung für die Integration des Landes in die Europäische Union. Berichten zufolge sagte Tusk, er wäre „mehr als glücklich“, wenn Island auf den Beitrittsweg zurückkehren würde, was seiner Meinung nach die Sicherheit des Kontinents, insbesondere in der Arktisregion, erheblich stärken würde. Der politische Höhepunkt des Besuchs war die Ankündigung der isländischen Premierministerin über ein geplantes Referendum, das über die Zukunft der Beziehungen zu Brüssel entscheiden soll. Der Beitritt Islands, der vor einem Jahrzehnt eingefroren wurde, kehrt angesichts der neuen Sicherheitsarchitektur in Europa wieder auf die Tagesordnung zurück. Die diplomatischen Ereignisse in Warschau verknüpften sich mit einer Intensivierung der militärischen Präsenz auf der Ostsee. Der französische Atomflugzeugträger Charles de Gaulle besuchte zusammen mit einer Angriffsgruppe einen schwedischen Hafen, was ein deutliches Signal für die Russische Föderation darstellte. An die polnische Küste, genauer gesagt nach Gdynia, lief hingegen die moderne französische Fregatte Chevalier Paul ein. Diese Manöver fanden im Schatten von Berichten über russische Provokationen statt, einschließlich Versuchen, westliche Einheiten mit feindlichen Drohnen zu verfolgen. Island zog seinen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union im Jahr 2015 nach einem konservativen Regierungswechsel zurück, obwohl die Verhandlungen bereits sehr weit fortgeschritten waren. Diese Situation ändert sich unter dem Einfluss der aggressiven Politik des Kremls, die die nordischen Länder dazu veranlasst, ihre Bindungen an westliche Strukturen zu verstärken. Die Medien kommentierten auch den informellen Aspekt des Treffens – die Überreichung eines Prince-Polo-Waffels an Premierministerin Frostadóttir. Donald Tusk erklärte, der Vater der isländischen Regierungschefin sei ein großer Fan dieses polnischen Produkts, das auf Island seit Jahrzehnten Kultstatus genießt. Obwohl diese Geste das Image aufwärmen sollte, wurde sie zum Anlass für scharfe Kritik aus der Opposition. Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit warfen dem Premierminister Infantilisierung der Diplomatie vor und erinnerten an ähnliche Marketingaktionen in der Vergangenheit. „I would be more than happy to see Iceland in the European Union. It is a step that will strengthen our collective security.” (Ich wäre mehr als glücklich, Island in der Europäischen Union zu sehen. Es ist ein Schritt, der unsere kollektive Sicherheit stärken wird.) — Donald Tusk Przemysław Czarnek und andere Oppositionsvertreter beschuldigten Tusk der Nachgiebigkeit gegenüber fremden Interessen, was zu einer weiteren Runde der brutalen öffentlichen Debatte im Land führte.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die strategische Bedeutung des Referendums in Island und die Effizienz von Tusk beim Aufbau von Beziehungen zu nordischen Partnern durch geschickte Diplomatie. Konservative Medien verspotten das Geschenk eines Waffels als Symbol für den Mangel an Ernsthaftigkeit der Regierung und beschuldigen den Premierminister, PR-Politik statt sachlicher Politik zu betreiben.
Mentioned People
- Donald Tusk — Premierminister der Republik Polen, Gastgeber der isländischen Premierministerin in Warschau.
- Kristrún Frostadóttir — Premierministerin Islands, Führerin der Allianz, die Pläne für ein EU-Referendum ankündigt.
- Przemysław Czarnek — Abgeordneter der PiS, der die Außenpolitik der derzeitigen Regierung scharf kritisiert.