Der Software- und Finanzsektor kämpft mit einer Verkaufswelle, die durch den viralen Bericht von Citrini Research ausgelöst wurde, der eine „Globale Intelligenzkrise“ für 2028 ankündigt. Das Dokument, das von den Autoren als fiktives Szenario bezeichnet wird, traf die Bewertungen von Giganten wie Workday, GoDaddy oder Blackstone. Investoren fürchten, dass künstliche Intelligenz zu massiven Stellenabbauten bei Büroangestellten und zur Zerstörung traditioneller abonnementbasierter Geschäftsmodelle führen wird.
Panik ausgelöst durch fiktiven Bericht
Das Dokument von Citrini Research über die Krise im Jahr 2028 wurde viral und verursachte trotz Vorbehalten über seinen spekulativen Charakter reale Kursverluste an den Börsen.
Software-Sektor unter Druck
Unternehmen wie Workday und GoDaddy verzeichnen Kursrückgänge nach gesenkten Umsatzprognosen und Anlegerbedenken hinsichtlich ihrer Margen im KI-Zeitalter.
Anstieg des Kreditrisikos
UBS warnt vor einer Welle von Zahlungsausfällen im Privatschuldensektor, wenn künstliche Intelligenz bisher stabile Geschäftsmodelle zu schnell destabilisiert.
Gegenangriff der Optimisten
Einige Experten und Unternehmen (Thomson Reuters, Anthropic) weisen auf reale Vorteile der KI hin, die die Inflation senken und die Effizienz der Wirtschaft steigern könnten.
Die Finanzmärkte reagierten heftig auf die Veröffentlichung der Analyse „The 2028 Global Intelligence Crisis“ der Nischenfirma Citrini Research. Der Bericht entwarf eine dystopische Zukunftsvision, in der die rasante Entwicklung agenter KI zu einer zehnprozentigen Arbeitslosigkeit in den USA, einem Zusammenbruch des Immobilienmarktes und einem drastischen Konsumrückgang führt. Artikel weisen darauf hin, dass die Angst vor technologischer Überflüssigkeit des Menschen Anbieter von Unternehmenssoftware (SaaS) am härtesten traf, deren Aktien im letzten Monat durchschnittlich 20 % an Wert verloren haben. Die größten Marktakteure, darunter die Bank JP Morgan, warnen vor einem Platzen der Blase und vergleichen die derzeitige Instabilität mit der Krise von 2008. Analysten von UBS haben ihre Prognosen für Private Credit überarbeitet und sagen voraus, dass die Ausfallrate im schlimmsten Fall aufgrund von KI-bedingten Störungen auf 15 % steigen könnte. Als Reaktion auf diese Stimmung haben Fonds wie die SLR Investment Corp. begonnen, sich als „sichere Häfen“ zu präsentieren und betonen ihr geringes Kapitalengagement im Software-Sektor. Marktmuster zeigen, dass jede technologische Revolution – von der Dampfmaschine bis zum Internet – zunächst Angst vor Massenarbeitslosigkeit auslöste, aber in der Regel zur Entstehung neuer Berufe und zu Produktivitätssteigerungen führte. Trotz des weit verbreiteten Pessimismus melden einige Unternehmen Erfolge bei der Anpassung der neuen Technologie. Thomson Reuters verzeichnete einen Kursanstieg von 11 %, nachdem bekannt wurde, dass sein KI-Assistent CoCounsel eine Million Nutzer gewonnen hat. Anthropic, das Startup im Zentrum des Aufruhrs, kündigte Partnerschaften mit traditionellen Giganten an und schlug ein Kooperationsmodell anstelle einer vollständigen Eliminierung bestehender Akteure vor. Die CEOs von Unternehmen wie Workday betonen, dass ihre Systeme entscheidende operative Grundlagen sind, die nicht einfach durch KI-Code ersetzt werden können. „History shows that successive waves of technological change have not produced runaway exponential growth, nor have they rendered labor obsolete.” (Die Geschichte zeigt, dass aufeinanderfolgende Wellen technologischen Wandels weder ein exponentielles Wachstum hervorbrachten noch die Arbeitskraft obsolet machten.) — Gründer von Citrini Research, Autor des kontroversen KI-Krisenberichts. Derzeit dominiert eine Polarisierung den Markt: Während Kapital von Anbietern von Büroanwendungen abfließt, verzeichnen Halbleiterhersteller in Taiwan und Südkorea Rekordzuwächse. Investoren betrachten Computerhardware als sicherere Anlage, die für den Aufbau der KI-Infrastruktur unerlässlich ist, unabhängig davon, welches Softwaremodell letztendlich den Marktkampf gewinnt.
Mentioned People
- Alap Shah — Gründer von Citrini Research, Autor des kontroversen KI-Krisenberichts.
- Aneel Bhusri — Chief Executive Officer von Workday, der die Position des Unternehmens gegenüber KI-Bedrohungen verteidigt.
- Jamie Dimon — Vorsitzender von JPMorgan Chase, der vor einer Spekulationsblase warnt.