Der italienische General und Europaabgeordnete Roberto Vannacci ist offiziell der Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit (ENF) im Europäischen Parlament beigetreten. Diese Gruppe wird von der deutschen Alternative für Deutschland (AfD) dominiert. Die Entscheidung des Politikers, der über die Liste der Lega gewählt wurde, hat heftige Reaktionen in Italien ausgelöst und die Führer der Regierungskoalition gezwungen, sich von seinen radikalen Ansichten zur Souveränität und zum Konflikt in der Ukraine zu distanzieren.
Beitritt zur ENF-Gruppe
Roberto Vannacci ist offiziell der Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit beigetreten, die von der deutschen AfD dominiert wird.
Kontroversen um die Ukraine
Der General erklärte seine Abneigung gegen militärische Opfer für Kiew, was Kritik von der Regierung in Rom auslöste.
Distanzierung der italienischen Regierung
Vize-Premierminister Antonio Tajani distanzierte sich von Vannaccis Entscheidung und bezeichnete sie als private Wahl des Politikers.
Aufbau einer neuen Rechten
Vannacci plant, kleinere rechte Organisationen im Rahmen des Projekts Futuro Nazionale zu einer Föderation zusammenzuschließen.
Roberto Vannacci, ein umstrittener italienischer General, der als Europaabgeordneter fungiert, hat seinen Wechsel zur rechtsextremen Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit (ENF) abgeschlossen. Der Politiker erklärte seine volle Übereinstimmung mit den Prinzipien der Gruppe und betonte die Notwendigkeit, die nationale Souveränität vor den föderalistischen Ambitionen des Europäischen Parlaments zu verteidigen. Diese Entscheidung fiel auf den zweiten Jahrestag der Eskalation des Krieges in der Ukraine, was die Botschaft zur Außenpolitik zusätzlich verstärkte. Vertreter der AfD äußerten sich zufrieden über die neue Zusammenarbeit und verwiesen auf identische Ansichten in Wirtschaftsfragen und internationalen Beziehungen. Vannacci selbst löste weitere Kontroversen aus mit der Aussage, dass man "für Kiew sterben" nicht in Betracht ziehen könne, was im Widerspruch zur offiziellen Linie der italienischen Regierung steht. Premierministerin Giorgia Meloni und Vize-Premierminister Antonio Tajani versuchen, sich von diesen Aktionen zu distanzieren. Tajani betonte, dass die Wahl des Generals seine individuelle Entscheidung sei und nicht die Position der Regierungskoalition widerspiegele. Roberto Vannacci erlangte 2023 Bekanntheit nach der Veröffentlichung seines Buches "Die Welt auf den Kopf gestellt", in dem er Thesen aufstellte, die als homophob und rassistisch eingestuft wurden, was letztlich zu seinem Einstieg in die Politik unter der Schirmherrschaft von Matteo Salvinis Lega führte. Die Zusammenarbeit mit der AfD stellt Matteo Salvini, der der weniger radikalen Gruppe Patrioten für Europa angehört, in eine schwierige Lage. Vannacci betonte jedoch, dass er trotz seines Beitritts zur neuen Fraktion über die Vereinigung "Futuro Nazionale" eine breite Föderation rechter Kreise in Italien aufbauen wolle. Der General bewertete das derzeitige Kabinett als "das am wenigsten schlechte" und als schützenswert, trotz ihrer unterschiedlichen Ansätze zur europäischen Integration. „Mi riconosco nei loro principi” (Ich erkenne mich in ihren Prinzipien wieder) — Roberto Vannacci „Difenderemo la sovranità nazionale contro il federalismo europeo” (Wir werden die nationale Souveränität gegen den europäischen Föderalismus verteidigen) — Roberto Vannacci Aus europäischer Perspektive könnte die Konsolidierung souveränistischer Kräfte um die AfD zu einer weiteren Polarisierung innerhalb der EU-Strukturen führen. Die liberale Opposition in Italien fordert eine klare Erklärung von Premierministerin Meloni und wirft ihr vor, nicht auf die politische Radikalisierung eines der beliebtesten im Land gewählten Europaabgeordneten zu reagieren.
Perspektywy mediów: Italienische liberale Medien betonen die Gefahr für die europäische Einheit und kritisieren die Untätigkeit von Premierministerin Meloni gegenüber den prorussischen Haltungen Vannaccis. Konservative Medien konzentrieren sich auf das Recht des Europaabgeordneten, seine Fraktion zu wählen, und die Notwendigkeit, nationale Interessen in Brüssel zu verteidigen.
Mentioned People
- Roberto Vannacci — Italienischer General und Europaabgeordneter, der der rechtsextremen Fraktion ENF beigetreten ist.
- Antonio Tajani — Vize-Premierminister und Außenminister Italiens, Vorsitzender der Partei Forza Italia.
- Matteo Salvini — Vize-Premierminister und Vorsitzender der Partei Lega, Befürworter diplomatischer Lösungen für die Ukraine.