Der britische Energieregulierer Ofgem hat eine deutliche Senkung des Energiepreisdeckels angekündigt, der ab dem 1. April um 7 Prozent sinkt. Ein durchschnittlicher Haushalt in England, Schottland und Wales wird jährlich 1.641 Pfund statt derzeit 1.758 Pfund zahlen. Diese Entscheidung ist das Ergebnis von Änderungen bei der Finanzierung grüner Gebühren, die die Regierung von Schatzkanzlerin Rachel Reeves beschlossen hat, von den Verbraucherrechnungen in den allgemeinen Staatshaushalt zu verlagern.

Senkung der Energiepreisgrenze

Die jährlichen Energierechnungen für einen typischen Haushalt sinken um 117 Pfund und erreichen ab April einen Stand von 1.641 Pfund.

Verlagerung von Politikkosten

Die Regierung hat die Finanzierung erneuerbarer Energien auf das Steuersystem verlagert, was die Hauptursache für die aktuelle Senkung ist.

Auswirkung der Infrastrukturkosten

Steigende Ausgaben für die Instandhaltung des Energienetzes reduzierten die von der Regierung geplante Senkung von 150 auf 117 Pfund.

Historischer Preisvergleich

Die Preise sind die niedrigsten seit fast zwei Jahren, bleiben aber deutlich höher als vor der Energiekrise im Jahr 2022.

Die britische Regulierungsbehörde Ofgem hat offiziell die Senkung der Energiepreisobergrenze (sogenannter price cap) für Haushalte in Großbritannien bestätigt. Ab April wird diese Grenze um 117 Pfund pro Jahr reduziert, was einem Rückgang von 7 Prozent gegenüber den geltenden Tarifen entspricht. Diese Änderung betrifft etwa 29 Millionen Verbraucher, die variable Tarife nutzen. Der Hauptfaktor für die Senkung ist die Reform der Rechnungsstruktur, die Schatzkanzlerin Rachel Reeves im Novemberhaushalt angekündigt hatte. Die Regierung beschloss, die Kosten für die Finanzierung erneuerbarer Energien und sozialer Programme auf das allgemeine Steuersystem zu verlagern, was eine jährliche Ersparnis von etwa 150 Pfund bringen sollte. Die endgültige Senkung liegt jedoch niedriger als die versprochenen 150 Pfund und beträgt netto 117 Pfund. Dieser Unterschied ergibt sich aus den steigenden Kosten für den Unterhalt und die Modernisierung des britischen Energienetzes, die die Vorteile der fiskalischen Änderungen teilweise zunichtemachten. Trotz der spürbaren Entlastung liegen die Rechnungen immer noch etwa 400 Pfund höher als vor dem Ausbruch des groß angelegten Krieges in der Ukraine. Experten weisen darauf hin, dass die derzeitigen Preise die niedrigsten seit Juli 2024 sind, aber immer noch eine große Belastung für die Geldbörsen der Briten darstellen, insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Verschuldung der Verbraucher gegenüber den Energieversorgern. Der Energieregulierer Ofgem erinnert daran, dass der angekündigte Preisdeckel keine Obergrenze für die Gesamtrechnung darstellt, sondern eine Begrenzung des Preises pro verbrauchter Einheit Gas und Strom sowie der festen Netzentgelte. Das bedeutet, dass Haushalte mit höherem Energieverbrauch weiterhin höhere Beträge zahlen werden. Diese Änderungen sind Teil des umfassenderen Plans von Premierminister Keir Starmer, der versprochen hat, die Lebenshaltungskosten durch Investitionen in grüne Energie bis 2030 zu senken. Die aktuelle Preiskorrektur gilt für das zweite Quartal 2026, und die nächste Überprüfung der Grenzen erfolgt im Juli. Der britische Energiemarkt wurde 2022 nach der russischen Invasion in der Ukraine stark destabilisiert, was zu einem starken Anstieg der Gaspreise führte und die Regierung zwang, außerordentliche Unterstützungsprogramme für die Bürger einzuführen. Nach Ansicht von Ofgem-Vertretern bleibt der Markt trotz des Rückgangs der Großhandelspreise für Rohstoffe anfällig für geopolitische Schocks. Der Generaldirektor von Ofgem, Tim Jarvis, wies darauf hin, dass die Senkung zwar eine positive Nachricht sei, die Priorität jedoch weiterhin darin bestehe, die Energiesicherheit und die Widerstandsfähigkeit des Netzes gegen künftige Krisen zu gewährleisten. Gleichzeitig ist ein zunehmender Wettbewerb zwischen den Anbietern zu beobachten, der sich in häufigeren Anbieterwechseln von Kunden zeigt, die nach zusätzlichen Einsparungen suchen.

Mentioned People

  • Rachel Reeves — Britische Schatzkanzlerin, verantwortlich für Änderungen bei der Finanzierung grüner Gebühren im Haushalt.
  • Tim Jarvis — Generaldirektor für Märkte bei Ofgem, überwacht den Prozess der Festlegung von Preisgrenzen.
  • Keir Starmer — Premierminister des Vereinigten Königreichs, für den die Senkung der Energierechnungen eine der Prioritäten der Regierung ist.