Die chinesische Videogenerierungs-KI Seedance 2.0 des Unternehmens ByteDance ist zu einem weltweiten Phänomen geworden und hat gemischte Reaktionen in der Tech-Berichterstattung ausgelöst. Demonstrationsclips von hohem Realismus, wie ein Kampf von Hollywood-Stars ähnelnden Figuren, weckten Bewunderung für die erreichte Qualität, aber auch Kritik an einer beunruhigenden, surrealistischen Ästhetik, die als "Slop" bezeichnet wird. Ein entscheidender Punkt bleibt die Tatsache, dass das Modell dieses Niveau angeblich ohne Zugang zu modernsten NVIDIA-Chips erreicht hat, was bisherige Paradigmen der KI-Entwicklung infrage stellt.
Durchbruch in der Videoqualität
Seedance 2.0 generiert mehrsekündige, dynamische und hyperrealistische Videoclips auf Basis von Textbeschreibungen und erreicht oder übertrifft dabei die Qualität amerikanischer Modelle.
Unabhängigkeit von NVIDIA-Hardware
Die Erreichung dieses Niveaus ohne die entscheidenden Grafikchips der H100-Serie stellt ein technologisches Rätsel und eine Herausforderung für das westliche Paradigma der KI-Entwicklung dar.
Gemischte Reaktionen und die Ästhetik des "Slop"
Obwohl die Technologie beeindruckt, zeichnen sich viele generierte Szenen durch eine surrealistische, beunruhigende Atmosphäre aus, die einige Kommentatoren als sinnentleerten "Slop" kritisieren.
Erfolg trotz Sanktionen
Die Entwicklung von Seedance zeigt die Fähigkeit chinesischer Technologieunternehmen, trotz der von den USA verhängten Exportbeschränkungen zu innovieren.
Die Welt der Künstlichen-Intelligenz-Technologie wurde vom chinesischen Videogenerierungsmodell Seedance 2.0 überrascht. Den neuesten Berichten von Technologiemedien aus aller Welt zufolge hat das System einen qualitativen Sprung vollzogen und kann mehrsekündige Filmsequenzen mit einem Realismus- und Dynamikniveau generieren, das es in die Spitze dieses wettbewerbsintensiven Feldes stellt. Demonstrationsmaterialien, wie ein Video, das einen Kampf von Brad Pitt und Tom Cruise ähnelnden Figuren zeigt, haben eine breite Diskussion ausgelöst. Das spanische Portal Xataka bezeichnete dies als "die größte Brutalität, die wir bei der Videogenerierung gesehen haben". „Seedance es la mayor brutalidad que hemos visto generando vídeo. Y tiene un mensaje incómodo: ha superado a Sora y Veo sin chips NVIDIA.” (Seedance ist die größte Brutalität, die wir bei der Videogenerierung gesehen haben. Und es hat eine unbequeme Botschaft: Es hat Sora und Veo ohne NVIDIA-Chips übertroffen.) — Xataka
Der Wettlauf im Bereich der generativen Künstlichen Intelligenz zur Erstellung von Multimedia-Inhalten hat Anfang der 2020er Jahre stark an Fahrt aufgenommen. Nach einer Phase der Dominanz von Modellen zur Generierung statischer Bilder (DALL-E, Midjourney) wurde die Hauptfront des Wettbewerbs die Erstellung kohärenter, mehrsekündiger Videoclips. Bis vor kurzem führten amerikanische Unternehmen: OpenAI mit dem Modell Sora und Google mit dem Modell Veo. Chinesische Technologieunternehmen, die mit Exportbeschränkungen beim Zugang zu fortschrittlichen Halbleitern kämpfen, setzten auf intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit, um ähnliche Ergebnisse mit alternativen Hardware- und Algorithmuslösungen zu erreichen. Der kontroverseste Aspekt der Errungenschaften von Seedance ist seine angebliche Unabhängigkeit von modernsten Grafikchips NVIDIA, die bisher die Grundlage fortschrittlicher KI-Modelle bildeten. Dies deutet darauf hin, dass das ByteDance-Team hochoptimierte Algorithmen entwickelt oder alternative Rechenarchitekturen genutzt hat, was eine bedeutende ingenieurtechnische Leistung wäre. Das Portal 20 minutos betont, dass dieser Erfolg "die Technologiewelt auf den Kopf stellen" könnte, indem er die bisherige westliche Dominanz in diesem Bereich infrage stellt. Doch nicht alle Beobachter sind so enthusiastisch. The Verge stellt in einem Artikel vom 24. Februar, dem neuesten der analysierten, die These auf, dass Seedance 2.0 "die nächste große Hoffnung für generative KI-Videos sein könnte, aber es ist immer noch Slop". Der Begriff "Slop" ist zu einer populären Bezeichnung für KI-generierte Inhalte geworden, die technisch beeindruckend sind, aber letztlich sinnentleert, oberflächlich oder ohne kohärente Erzählung.
0 — NVIDIA H100-Chips, die zum Training genutzt wurden Die Reaktionen auf das Demonstrationsvideo sind gespalten. TechRadar beschreibt in einem subjektiven Bericht eines Journalisten, der "die Seedance 2.0-Videos angesehen hat, damit andere es nicht müssen", diese als "alptraumhafte Traumlandschaft". Es lobt die Bewegungsflüssigkeit und Details, weist aber gleichzeitig auf die surrealistische, beunruhigende Atmosphäre hin, die charakteristisch für viele Generierungen zu sein scheint. Dies wirft Fragen nicht nur über technologische Möglichkeiten, sondern auch über ästhetische und ethische Grenzen maschinell erstellter Inhalte auf. Der Erfolg von Seedance 2.0 wird auch durch eine geopolitische Linse betrachtet. Er zeigt, dass chinesische Technologieunternehmen trotz Handelssanktionen, die den Zugang zu entscheidender Hardware einschränken, in der Lage sind, bahnbrechende Innovationen zu vollbringen. Dies könnte die Kräfteverhältnisse im globalen KI-Wettlauf verändern, wo ByteDance beweist, dass fortschrittliche Modelle außerhalb des von NVIDIA dominierten Hardware-Ökosystems gebaut werden können. Letztlich ist das Phänomen Seedance 2.0 nicht nur eine Geschichte technischen Triumphes, sondern auch eine Erzählung darüber, wie Einschränkungen Kreativität antreiben können, sowie über die ambivalente Rezeption von algorithmisch erzeugter Kunst.
Mentioned People
- Brad Pitt — Amerikanischer Schauspieler, dessen Ähnlichkeit in einem von Seedance 2.0 generierten Demonstrationsvideo verwendet wurde.
- Tom Cruise — Amerikanischer Schauspieler, dessen Ähnlichkeit in einem von Seedance 2.0 generierten Demonstrationsvideo verwendet wurde.