Das spanische Abgeordnetenkongress hat das sogenannte soziale Schutzschild, ein Flaggschiffprojekt der Regierung von Pedro Sánchez, abgelehnt. Gegen die Regelungen stimmte nicht nur die rechte Opposition aus der Volkspartei und Vox, sondern auch die katalanische Partei Junts, was die politische Krise des Kabinetts vertiefte. Trotz des Scheiterns des umfangreichen Hilfspakets gelang es dem Parlament, die Anpassung der Renten für 2026 zu genehmigen, was den einzigen greifbaren legislativen Erfolg der letzten Tage darstellt.
Ablehnung des sozialen Schutzschilds
Der Kongress lehnte das Dekret zum sozialen Schutz ab, was das Risiko von 70.000 Zwangsräumungen in naher Zukunft schafft.
Rentenanpassung angenommen
Das Parlament genehmigte neue Rentensätze für das Jahr 2026 und sicherte damit deren Anstieg trotz der legislativen Krise.
Keine Steuervorteile für Elektroautos
Die Abgeordneten lehnten einen 15-prozentigen Nachlass in der Einkommensteuer für den Kauf von Elektrofahrzeugen ab, was auf Widerstand der Automobilbranche stieß.
Spannungen in den Beziehungen zu Junts
Die katalanische separatistische Partei stimmte gegen die Regierung, was die Instabilität der Koalition von Pedro Sánchez vertieft.
Die politische Lage in Spanien hat sich nach der Abstimmung im Abgeordnetenkongress am Donnerstag dramatisch zugespitzt. Das Regierungsvorhaben soziales Schutzschild erhielt nicht die erforderliche Mehrheit, was das Schicksal von 70.000 Menschen, die von einer sofortigen Zwangsräumung bedroht sind, in Frage stellt. Die Finanzministerin, María Jesús Montero, räumte ein, dass die Regierung derzeit erwäge, das abgelehnte Dekret in kleinere Teile aufzuspalten, um zumindest einige davon in künftigen Abstimmungen durchzubringen. Ein entscheidender Faktor für die Niederlage war die Stimme der Partei Junts per Catalunya, die die Regierung beschuldigte, einen „ideologischen Kampf” gegen die Interessen Kataloniens zu führen. Trotz des Scheiterns der umfassenderen Reformen hat der Kongress offiziell das Gesetz zur Rentenanpassung angenommen und neue Höchst- und Mindestsätze für das Jahr 2026 festgelegt. Dies ist ein seltener Moment des Konsenses in einem stark polarisierten Parlament. Gleichzeitig lehnten die Abgeordneten den Vorschlag zur Einführung eines 15-prozentigen Steuernachlasses in der Einkommensteuer (IRPF) für den Kauf von Elektrofahrzeugen ab. Diese Entscheidung stieß auf scharfe Kritik von Seiten der Automobilindustrie und der Händler, die vor einer Verlangsamung der ökologischen Transformation und dem Verlust von Vorteilen für die Bürger warnen. Der spanische Parlamentarismus ist seit 2015 durch das Fehlen stabiler Mehrheiten gekennzeichnet, was die großen Parteien gezwungen hat, komplizierte Koalitionen mit regionalen und separatistischen Gruppierungen zu bilden.Im Schatten der legislativen Niederlagen kündigte Ministerin Montero einen Plan zur Nachzahlung von Entschädigungen für Terroropfer an, der die Familie von Manuel García Caparrós einschließen soll, der 1977 während einer Demonstration von der Polizei getötet wurde. Die Familie des Opfers fordert seit Jahren, dass der Staat die volle Verantwortung für dieses Ereignis im Rahmen der Politik des historischen Gedächtnisses übernimmt. Unterdessen hat der Stadtrat von Barcelona wesentliche Änderungen in der lokalen Politik gebilligt, indem er ein Verbot des Tragens von Burkas und Niqabs im öffentlichen Raum ablehnte und gleichzeitig einen 50-prozentigen Zuschuss für Mittagessen in Schulkantinen für Grundschul- und Kindergartenkinder einführte. „El Gobierno ha iniciado una batalla ideológica contra Junts tras su 'no' al escudo social” — Míriam Nogueras Die politische Dimension der Regierungsniederlage unterstrich Isabel Díaz Ayuso, die Präsidentin der Gemeinschaft Madrid, indem sie das Abstimmungsergebnis als „mächtigen Schlag” für den Premierminister bezeichnete und den Sinn einer weiteren Amtszeit des Kabinetts in der derzeitigen Machtkonstellation in Frage stellte. Spannungen innerhalb der Koalition und der schwierige Dialog mit den katalanischen Separatisten deuten auf eine zunehmende parlamentarische Pattsituation hin, die die Umsetzung sozialer Versprechen in den kommenden Monaten unmöglich machen könnte.
Mentioned People
- María Jesús Montero — Erste Vizepräsidentin und Finanzministerin Spaniens.
- Isabel Díaz Ayuso — Präsidentin der Gemeinschaft Madrid, Kritikerin der Zentralregierung.
- Míriam Nogueras — Sprecherin der Partei Junts per Catalunya im Kongress.