Kunden der PKO BP haben nach einem mehrstündigen Ausfall der Transaktionssysteme, der Zahlungen und die mobile App lahmlegte, wieder Zugang zu ihren Diensten. Gleichzeitig warnen Behörden vor einer neuen Welle ausgeklügelter Phishing-Angriffe, die sich gegen Nutzer von Pekao, Revolut und der Plattform Netflix richten. Die Situation wird durch neue Bargeldabhebungslimits an Geldautomaten und den dynamischen Anstieg der Finanzkriminalität auf der Plattform Telegram, die zum Hauptwerkzeug von Betrügern wird, weiter verkompliziert.
Ende des Ausfalls bei PKO BP
Die Systeme IKO und iPKO sind nach der lähmenden Störung am Donnerstag, die Kunden den Zugang zu ihren Mitteln verwehrte, wieder stabil.
Angriffswelle auf Pekao und Revolut
Betrüger versenden infizierte Anhänge und gefälschte Links, indem sie sich als Banken und Streaming-Dienste ausgeben.
Neue Limits an Geldautomaten
Es wurden Limits für Bargeldabhebungen eingeführt, was die Beliebtheit von Alternativen wie BLIK erhöht.
Telegram als Werkzeug der Betrüger
Die Zahl der Zahlungsbetrugsfälle auf dieser Plattform stieg im Jahr 2025 um rekordverdächtige 233 Prozent.
Die größte polnische Bank, PKO BP, kämpfte mit einem schwerwiegenden Ausfall ihrer IT-Infrastruktur, der Tausende Nutzer vollständig vom Zugang zu ihrem Geld abschnitt. Die technischen Probleme betrafen das Internetbankingsystem iPKO, die mobile App IKO sowie die Hotline und machten Überweisungen und Kartenzahlungen in Geschäften unmöglich. Obwohl das Institut offiziell die Wiederherstellung der Systemfunktionen mitteilte und sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigte, löste der Vorfall eine lebhafte Diskussion über die Stabilität digitaler Finanzdienstleistungen in Polen aus. Im Gefolge dieser Ereignisse kündigten andere Institute, darunter die ING Bank Śląski, geplante Wartungsarbeiten an, was Verbraucher zur vorherigen Sicherung von Zahlungsmitteln zwingt. Parallel sieht sich der polnische Bankensektor mit einer beispiellosen Eskalation von Phishing-Angriffen konfrontiert. Sicherheitsexperten identifizierten Kampagnen, die sich gegen Kunden der Bank Pekao S.A. richten und das Versenden von E-Mails mit gefährlichen Anhängen beinhalten. Ähnliche Manipulationsmechanismen wurden gegen Nutzer der Revolut-App und des Netflix-Dienstes eingesetzt, wo Kriminelle zynisch das Motiv einer angeblichen Kontosperrung ausnutzen. Besorgniserregende Daten kommen auch aus dem Ausland – Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen einen Anstieg der über den Messenger Telegram begangenen Betrugsfälle um über zweihundert Prozent, wobei die Plattform zur Basis für organisierte kriminelle Gruppen geworden ist. Die Geschichte des polnischen E-Banking reicht bis in die 1990er Jahre zurück, doch erst das letzte Jahrzehnt brachte die vollständige Migration der Dienste in den mobilen Bereich, was die Anfälligkeit der Nutzer für Social-Engineering-Angriffe radikal erhöhte.Die Situation für Bargeldnutzer verschlechtert sich zusätzlich durch Veränderungen im Geldverteilungssystem. Einige Geldautomatennetze haben strenge Limits für Einzelabhebungen eingeführt, was Kunden zwingt, auf alternative Methoden wie Cashback in Geschäften zurückzugreifen. In diesem Kontext spielt das System BLIK eine immer größere Rolle, das sich als sicherere Alternative zu physischen Zahlungskarten erweist, obwohl auch es nicht frei von Versuchen ist, Codes durch Betrüger zu erschleichen. „Informujemy, że utrudnienia w dostępie do IKO i iPKO zostały usunięte. Przepraszamy za wszelkie niedogodności wynikające z tej sytuacji.” (Wir informieren, dass die Beeinträchtigungen beim Zugang zu IKO und iPKO behoben wurden. Wir entschuldigen uns für alle Unannehmlichkeiten, die sich aus dieser Situation ergeben haben.) — Mitteilung der PKO BP Die Bedrohung betrifft auch den Verwaltungsbereich, insbesondere während der Steuererklärungszeit. Es gab Warnungen für Personen, die einen E-PIT einreichen, vor gefälschten Nachrichten von Finanzämtern. Autofahrer müssen wiederum auf SMS-Nachrichten über angebliche Strafzettel oder Straßengebühren achten, bei denen die Änderung eines einzigen Buchstabens in der Webadresse zu einer gefälschten Zahlungsseite führt, die zur vollständigen Leerung des Kontos des Opfers führt.