Das Schwurgericht in Bergamo wird heute das Urteil im aufsehenerregenden Mordprozess um die 33-jährige Sharon Verzeni verkünden, der sich im Juli 2024 in Terno d'Isola ereignete. Die Staatsanwaltschaft hat lebenslange Haft für den 31-jährigen Moussa Sangare aus Mali gefordert, der des Mordes an der Frau angeklagt ist. Ein entscheidendes Beweisstück der Anklage ist die DNA-Spur des Opfers auf einem Fahrrad, das Sangare gehört. Die Verteidigung des Angeklagten, der sich zunächst schuldig bekannte und später seine Aussagen widerrief, plädierte auf Freispruch.

Forderung nach lebenslanger Haft für den Angeklagten

Staatsanwalt Emanuele Marchisio hat für Moussa Sangare lebenslange Freiheitsstrafe gefordert und dabei erschwerende Umstände wie Vorsatz und ein niedriges Tatmotiv genannt, wonach die Tat aus „Langeweile“ begangen worden sein soll.

Entscheidender DNA-Beweis

Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage auf eine DNA-Spur des Opfers, die auf einem Fahrrad gefunden wurde, das Sangare gehört. Die Anklage schließt eine zufällige Kontamination aus und hält diesen Beweis für entscheidend.

Wechsel der Verteidigungsstrategie

Moussa Sangare gestand zunächst die Tat, um dann vor Gericht seine Aussagen vollständig zurückzuziehen und jede Beteiligung an der Tat zu bestreiten. Seine Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Reaktion der Familie des Opfers

Der Anwalt der Familie des Mordopfers, Luigi Scudieri, kritisierte scharf die Verteidigungslinie des Angeklagten, betonte die Beweiskraft und stellte fest, dass Sangare sich „entschieden habe, ein Mörder zu sein“.

Das Schwurgericht in Bergamo wird heute, am 25. Februar 2026, einen der erschütterndsten Strafprozesse der letzten Jahre in Italien beenden, indem es das Urteil für den 31-jährigen Moussa Sangare verkündet. Der aus Mali stammende Mann ist angeklagt, die 33-jährige Sharon Verzeni im Juli 2024 in der Ortschaft Terno d'Isola in der Lombardei ermordet zu haben. Staatsanwalt Emanuele Marchisio hat für ihn lebenslange Freiheitsstrafe gefordert und dabei erschwerende Umstände wie Vorsatz sowie ein niedriges, geradezu banal motiv genannt – die Tat soll aus „Langeweile“ begangen worden sein. Der Fall hat von Anfang an aufgrund der Brutalität und der Umstände des Todes der jungen Frau enorme Emotionen ausgelöst. Der Prozess unter Vorsitz von Richterin Patrizia Ingrascì war voller Wendungen. Sangare, der in einem frühen Stadium der Ermittlungen ein Geständnis ablegte, änderte vor Gericht radikal seine Version der Ereignisse, zog seine Aussagen zurück und bestritt jegliche Beteiligung an der Tat. Seine Verteidigung, die nach Anwalt Giacomo Maju von Tiziana Bacicca übernommen wurde, wies auf Elemente hin, die zu seinen Gunsten sprechen sollten, und plädierte konsequent auf Freispruch. Diese Linie stieß auf entschiedenen Widerstand der Nebenklage. Der Anwalt der Familie des Mordopfers, Luigi Scudieri, betonte in seiner letzten Ansprache die Unwiderlegbarkeit des Beweismaterials. „Sangare ha scelto di essere un assassino” (Sangare hat sich entschieden, ein Mörder zu sein.) — . Diese Aussage definierte eindeutig die Haltung des Angeklagten in den Augen der Familie des Opfers. Scudieri bezog sich auch auf einen anderen bekannten italienischen Fall aus Garlasco und wies darauf hin, dass sich moderne Ermittlungen nicht immer auf direkte Zeugenaussagen, sondern auf harte Beweise stützen. 2 — Jahre zwischen Mord und UrteilsverkündungEin entscheidender und nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ausschlaggebender Beweis in dem Fall ist die Spur der DNA von Sharon Verzeni, die auf einem Fahrrad gefunden wurde, das Sangare gehört. Die Anklage schloss die Möglichkeit einer zufälligen Kontamination des Gegenstandes aus und argumentierte, dass diese Spur den Angeklagten direkt mit dem Tatort und dem Opfer verbindet. Vor Gericht standen sich zwei gegensätzliche Narrative gegenüber: die eindeutige Version der Anklage, gestützt auf materielle Beweise, und die entschiedene Leugnung der Schuld seitens der Verteidigung, die die Glaubwürdigkeit der früheren Aussagen ihres Mandanten in Frage stellte. Der Fall beschäftigte aufgrund seines dramatischen Verlaufs und des bewegenden Motivs über viele Monate hinweg nicht nur die lokale Gemeinschaft Bergamos, sondern auch die landesweiten Medien. Heute, nach einem langen Verfahren, soll das Gericht das endgültige Urteil verkünden, das dieses düstere Kapitel abschließt. Das Schwurgericht (Corte d'Assise) ist in Italien die Instanz, die in den schwerwiegendsten Strafsachen wie Mordfällen urteilt. Seine gemischte Besetzung, bestehend aus zwei Berufsrichtern und sechs Geschworenen (Laienrichtern), die aus der Bürgerschaft ausgewählt werden, soll den „gesunden Menschenverstand“ der Gesellschaft in die Beurteilung von Fällen von besonderer Bedeutung einbeziehen. Diese Institution, deren Wurzeln bis zur Französischen Revolution zurückreichen, funktioniert in vielen europäischen Rechtssystemen. Die Erwartung des Urteils wurde durch emotionale Kommentare des Anwalts der Familie, Luigi Scudieri, angeheizt, der in Gesprächen mit den Medien die Beweiskraft betonte. Die Aussage des Juristen deutete auf die tiefe Überzeugung der Nebenklage von der Schuld des Angeklagten und die Erwartung einer strengen Bestrafung hin. Für die Gemeinschaft von Terno d'Isola und die gesamte Region Lombardei wird die Urteilsverkündung einen symbolischen Abschluss der fast zweijährigen Phase der Ungewissheit und Trauer darstellen. Das Urteil des Schwurgerichts in Bergamo wird im Namen der Italienischen Republik verkündet.

Mentioned People

  • Moussa Sangare — 31-jähriger, des Mordes an Sharon Verzeni angeklagter Mann, stammt aus Mali.
  • Sharon Verzeni — 33-jähriges Mordopfer, der Mord ereignete sich im Juli 2024.
  • Emanuele Marchisio — Staatsanwalt, der den Fall führt und lebenslange Haft für den Angeklagten forderte.
  • Luigi Scudieri — Anwalt, der die Familie der ermordeten Sharon Verzeni vertritt.
  • Patrizia Ingrascì — Richterin, die dem Schwurgericht in Bergamo in diesem Fall vorsitzt.
  • Tiziana Bacicca — Anwältin, die nach einem Wechsel des Verteidigers die Verteidigung von Moussa Sangare übernahm.