Das Provinzgericht in Valencia hat eine bindende Anordnung erlassen, den Fall Mónica Oltra in die Hauptverhandlung zu überführen. Diese Entscheidung markiert eine radikale Wende im Verfahren, da sie entgegen früheren Urteilen des Ermittlungsrichters und der Staatsanwaltschaft erging, die keine Anzeichen einer Straftat erkannt hatten. Oltra muss sich für die Art und Weise verantworten, wie sie den Fall sexuellen Missbrauchs an einer minderjährigen Schutzbefohlenen einer Einrichtung der Regionalregierung verwaltet hat, was sie zuvor zum Rücktritt veranlasste.
Anordnung zur Prozesseröffnung
Ein höheres Gericht in Valencia ordnete an, Mónica Oltra anzuklagen, obwohl ein Ermittlungsrichter den Fall zuvor eingestellt hatte.
Widerspruch von Staatsanwaltschaft und Richter
Die Entscheidung erging entgegen der Meinung der Staatsanwaltschaft, die keine Grundlage für eine Verfolgung der Ex-Vizepräsidentin wegen Dienstpflichtverletzung sah.
Vorwurf der Vertuschung von Missbrauch
Der Fall betrifft das Vorgehen von Oltra unterstellten Beamten im Zusammenhang mit den Sexualstraftaten ihres Ex-Mannes an einer Minderjährigen.
Politische Konsequenzen
Der Prozess gegen eine der bekanntesten Führungsfiguren der Linken in Spanien wird erhebliche Auswirkungen auf das regionale politische Kräfteverhältnis haben.
Das Provinzgericht in Valencia (Audiencia Provincial) korrigierte die Entscheidung des Ermittlungsrichters und ordnete die Eröffnung eines Gerichtsverfahrens gegen Mónica Oltra an. Die ehemalige Vizepräsidentin der Autonomen Gemeinschaft Valencia und Führungsfigur der linken Partei Compromís wird der Dienstpflichtverletzung beschuldigt. Der Fall betrifft den mutmaßlichen Vertuschungsversuch sexuellen Missbrauchs, den der Ex-Mann der Politikerin an einer minderjährigen Schutzbefohlenen eines Fürsorgeheims begangen haben soll. Das höhere Gericht sah ausreichende Anhaltspunkte, dass ein Urteilsspruch durch eine Kammer erfolgen sollte, womit die jahrelange Untersuchungsphase endet. Diese Entscheidung ist umso überraschender, als der mit dem Fall betraute Ermittlungsrichter zweimal die Einstellung beantragt hatte, da es keine Beweise für ein vorsätzliches Handeln Oltras zum Nachteil des Opfers gebe. Eine ähnliche Haltung nahm die Staatsanwaltschaft ein, die keine Anklage forderte. Jedoch veranlassten Klagen von Nebenklägern die Richter der Audiencia zu der Auffassung, dass die inhaltliche Bewertung der Beweise in einem öffentlichen Prozess und nicht im Vorverfahren erfolgen sollte. Oltra, die infolge des Skandals 2022 aus dem politischen Leben ausgeschieden ist, behauptet konsequent, Opfer einer Hetzkampagne rechter Kreise geworden zu sein. Der Skandal brach aus, nachdem der Ex-Mann Oltras 2017 wegen sexuellen Missbrauchs an einem 14-jährigen Mädchen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war. Die Ermittlungen gegen die Vizepräsidentin selbst betrafen den Verdacht, dass ihr Ministerium Verfahren absichtlich verzögerte und die Aussagen des Opfers diskreditierte, um das Image der Politikerin zu schützen. Der Prozess wird vor einer Geschworenenkammer stattfinden, was in Spanien bei Anklagen wegen Amtsmissbrauchs durch öffentliche Amtsträger Standardverfahren ist. Das Ereignis hat enorme Bedeutung für die spanische politische Bühne, da Oltra als Symbol einer neuen, ethischen Linken galt. Die Wiederaufnahme des Falls kurz vor neuen Wahlzyklen könnte die Umfragewerte der Parteien beeinflussen, die derzeitige Regierungskoalitionen auf nationaler und regionaler Ebene bilden. Experten weisen darauf hin, dass dieser Prozess ein Test für die Unabhängigkeit der spanischen Justiz in Fällen mit hoher medialer Aufmerksamkeit sein wird.
Mentioned People
- Mónica Oltra — Ehemalige Vizepräsidentin der Autonomen Gemeinschaft Valencia und Führungsfigur der Partei Compromís.