Spaniens Premierminister Pedro Sánchez hat Berichte in sozialen Medien über angebliche Herzprobleme kategorisch dementiert. Der Regierungschef führte diese Berichte auf eine sogenannte Schmutzmaschine zurück, die von rechten Kreisen angetrieben werde. Gleichzeitig gab der Staatsrat eine Stellungnahme zum Regierungsplan ab, das Recht auf Abtreibung in die Verfassung aufzunehmen, und verwies auf die Notwendigkeit eines komplizierten Gesetzgebungsverfahrens, was die schnelle Umsetzung dieser Reform in Frage stellt.
Dementi zur Gesundheit
Pedro Sánchez wies Berichte über eine Herzerkrankung offiziell zurück und beschuldigte die Opposition, Lügen zu verbreiten.
Scheitern der schnellen Reform
Der Staatsrat entschied, dass die Aufnahme von Abtreibung in die Verfassung den qualifizierten Weg erfordert, was die Auflösung des Parlaments erzwingt.
Sturm nach Forderung der Abgeordneten
Cayetana Álvarez de Toledos Antrag auf Offenlegung der medizinischen Akten des Premierministers spaltete sogar ihre eigene Partei.
Spaniens Premierminister Pedro Sánchez steht im Zentrum eines politischen Streits über seinen Gesundheitszustand und ehrgeizige Verfassungsreformpläne. Der Regierungschef dementierte öffentlich Gerüchte, er leide an einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung. Sánchez bezeichnete diese Berichte als Desinformation und Fake News, für deren Verbreitung er die oppositionelle Volkspartei (PP) und die rechte Formation Vox verantwortlich machte. Seiner Ansicht nach handelt es sich um ein Element einer breiteren Strategie zur Destabilisierung der Regierung und zur Untergrabung des Vertrauens der Bürger in die staatlichen Institutionen. Schmutzmaschine sollte laut dem Premierminister ein falsches Bild seiner Arbeitsunfähigkeit erzeugen, um von den legislativen Erfolgen des Kabinetts abzulenken. Der Streit eskalierte im Parlament, als Cayetana Álvarez de Toledo von der Volkspartei die Offenlegung der medizinischen Unterlagen des Premierministers forderte. Ihre Haltung stieß nicht nur bei der Regierungskoalition auf Kritik, sondern löste auch sichtbares Unbehagen unter den Mitgliedern ihrer eigenen Partei aus. Kommentatoren und linke Politiker werteten diese Fragen als Überschreitung der roten Linie der Privatsphäre und warfen der Abgeordneten vor, Internetverleumdungen auf öffentlicher Bühne zu legitimieren. Dieser Vorfall wurde zum Ausgangspunkt einer Debatte über die Grenzen zwischen der Privatsphäre von Staatsführern und dem Recht der Öffentlichkeit auf Informationen über ihren Gesundheitszustand. In der politischen Geschichte war die Gesundheit von Führern oft ein Tabuthema oder ein Instrument des Machtkampfs. Beispiele sind die verborgenen Erkrankungen von Franklin D. Roosevelt oder John F. Kennedy, deren Gesundheitszustand erst viele Jahre nach ihrem Tod vollständig offengelegt wurde. Zur gleichen Zeit erhielt die Regierung eine Stellungnahme des Staatsrats zum Entwurf, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in das Grundgesetz aufzunehmen. Das Gremium unterstützte zwar die Idee, diesen Schutz zu stärken, wies jedoch darauf hin, dass dies das sogenannte qualifizierte Verfahren (span. reforma agravada) erfordere. Das bedeutet, die Regierung müsste die Unterstützung einer Zweidrittelmehrheit in beiden Parlamentskammern gewinnen, was bei der derzeitigen Machtkonstellation praktisch unmöglich ist. Zudem ist mit diesem Verfahren die Auflösung der Cortes und die Ausschreibung von Neuwahlen verbunden, was das Projekt in eine Sackgasse führt. „No padezco ninguna enfermedad cardiovascular. Queda Gobierno para rato.” (Ich leide an keiner Herz-Kreislauf-Erkrankung. Diese Regierung bleibt noch eine Weile.) — Pedro Sánchez In konservativen Medien wie „La Razón“ oder „ABC“ dominiert die Erzählung von Sánchez‘ politischem Kalkül, der durch kontroverse weltanschauliche Themen die Probleme seiner eigenen Basis überdecken wolle. Liberale und linke Medien hingegen konzentrieren sich auf die Verteidigung der Privatsphäre des Premierministers und die Ächtung der Desinformationspraktiken der Opposition.
Mentioned People
- Pedro Sánchez — Premierminister Spaniens, Führer der PSOE.
- Cayetana Álvarez de Toledo — Abgeordnete der Volkspartei (PP), bekannt für kontroverse Auftritte.