Polen hat offiziell einen Boykott der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics 2026 in Verona angekündigt. Die Entscheidung ist eine Reaktion auf die Zulassung von Sportlern aus Russland und Belarus unter neutraler Flagge. Das polnische Sportministerium und das Paralympische Komitee drücken damit ihre Solidarität mit der Ukraine aus. Die diplomatische Geste der polnischen Seite hat aggressive Reaktionen des Kremls ausgelöst, während Frankreich beschlossen hat, an den Feierlichkeiten teilzunehmen.
Polen boykottiert Eröffnungsfeier
Das Polnische Paralympische Komitee und das Sportministerium haben offiziell die Teilnahme an der Eröffnung der Spiele in Verona abgelehnt.
Frankreich schließt sich Boykott nicht an
Trotz der Proteste Polens und der Ukraine hat Paris die Anwesenheit seiner Delegation bei der Eröffnungsfeier bestätigt.
Aggressive Reaktion Moskaus
Russische Beamte bezeichneten die polnischen Maßnahmen als „unmenschlich“ und antworteten mit einer Reihe diplomatischer Beleidigungen.
Der diplomatische Konflikt um die bevorstehenden Winter-Paralympics in Mailand und Cortina d'Ampezzo verschärft sich. Zum zentralen Streitpunkt wurde die Anwesenheit russischer und belarussischer Athleten, die der Internationale Paralympische Komitee unter neutralem Status zum Wettbewerb zugelassen hat. Polen hat in Zusammenarbeit mit der Ukraine die entschlossene Entscheidung getroffen, die Eröffnungsfeier zu boykottieren, die in der berühmten Arena di Verona stattfinden wird. Der polnische Sportminister sowie Vertreter des Polnischen Paralympischen Komitees betonen, dass dies ein Ausdruck der „aufrichtigen und unerschütterlichen Solidarität“ mit dem ukrainischen Volk sei. Diese Entscheidung wurde in Kiew mit Begeisterung aufgenommen, löste aber in Moskau Wut aus. Die Reaktion der russischen Seite war diplomatisch außergewöhnlich brutal. Vertreter des Kremls, darunter die Sprecherin des Außenministeriums Maria Sacharowa, verwendeten beleidigende Sprache gegenüber polnischen Entscheidungsträgern. Im russischen Medienraum gab es Aufrufe, dass Polen „in ihren Löchern sitzen bleiben“ sollten, und Sacharowa spottete, dass dank des Boykotts „die Luft etwas sauberer sein wird“. Eine solche Rhetorik ist ein typisches Instrument russischer Desinformation und Propaganda, die darauf abzielt, Staaten zu diskreditieren, die sich der Politik von Wladimir Putin widersetzen. Trotz des Drucks aus Warschau und Kiew haben sich nicht alle europäischen Länder zu einem ähnlichen Schritt entschlossen. Frankreich, das Gastgeber der Sommerspiele 2024 ist, hat offiziell bestätigt, dass es nicht beabsichtigt, die Eröffnungsfeier zu boykottieren, was in Polen als Signal für einen Bruch der europäischen Einheit aufgefasst wurde. Die Institution des Sportboykotts als politisches Instrument reicht mindestens bis ins Jahr 1980 zurück, als westliche Staaten die Olympischen Spiele in Moskau als Reaktion auf die sowjetische Invasion in Afghanistan ignorierten. Im Schatten diplomatischer Scharmützel laufen intensive Vorbereitungen für die Wettkämpfe selbst. Die Spiele 2026 werden Athleten in sechs Disziplinen an Standorten in Norditalien begrüßen. Für die polnischen Paralympioniken ist die Situation schwierig, da sie sportliche Vorbereitungen mit einer angespannten politischen Atmosphäre verbinden müssen. In Frankreich stellen sich derweil Fragen nach den organisatorischen Fähigkeiten für weitere Großveranstaltungen, darunter die Winterspiele 2030 in den Alpen. Parallel dazu wird in polnischen Sportmedien diskutiert, ob andere Sportmächte, nach französischem Vorbild, ebenfalls aus der gemeinsamen Boykottfront ausbrechen könnten, was die Verhandlungsposition der die Ukraine unterstützenden Staaten schwächen könnte. „Воздух будет чище.” (Die Luft wird sauberer sein.) — Maria Sacharowa
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Notwendigkeit, die Einheit mit den EU-Verbündeten zu wahren, und weisen auf das aus dem Boykott ausbrechende Frankreich als problematischen Präzedenzfall hin. Konservative Medien legen Wert auf die souveräne und mutige Haltung Polens gegenüber Russland und betonen die aggressive Reaktion des Kremls als Beweis für die Wirksamkeit des Boykotts.
Mentioned People
- Maria Zacharowa — Sprecherin des russischen Außenministeriums, bekannt für ihre scharfe Rhetorik gegenüber Polen.
- Władimir Putin — Präsident Russlands, dessen Aggressionspolitik gegenüber der Ukraine zum Grund für die sportliche Isolation des Landes geworden ist.