Der Wahlkampf in der Region Kastilien und León ist vor der für den 15. März geplanten Abstimmung in die entscheidende Phase getreten. Der amtierende Präsident Alfonso Fernández Mañueco von der Volkspartei (PP) sieht sich Angriffen der Opposition und einem wachsenden Druck von Vox ausgesetzt, während der sozialistische Kandidat Carlos Martínez Vorwürfe wegen Unregelmäßigkeiten bei öffentlichen Aufträgen in Soria zurückweist. Umfragen deuten auf einen Vorsprung der Rechten hin, doch die endgültige Machtverteilung bleibt ungewiss.

Korruptionsskandal in Soria

Vorwürfe gegen den PSOE-Kandidaten bezüglich umstrittener Auftragsvergaben an Familienmitglieder und Kostensteigerungen bei Verträgen.

Gefecht um soziale Versprechen

Die PP verspricht Unterstützung für Senioren, während die PSOE auf Investitionen im Kampf gegen die Entvölkerung des ländlichen Raums setzt.

Vox als Zünglein an der Waage

Rechtspopulistische Führungspersonen verschärfen die Rhetorik gegenüber der PP und kämpfen um die Vorherrschaft im rechten Lager.

Der Wahlkampf vor den für den 15. März angesetzten Wahlen zum Regionalparlament von Kastilien und León (15M) hat die spanische öffentliche Debatte dominiert. Die Hauptkonkurrenten, Alfonso Fernández Mañueco von der konservativen Volkspartei und Carlos Martínez von der sozialistischen PSOE, werfen sich schwere Vorwürfe an den Kopf. Die Medien betonen, dass viel auf dem Spiel steht, da das Ergebnis in dieser Region traditionell als Stimmungsbarometer für ganz Spanien gilt. Der derzeit regierende Mañueco versucht, sich als Garant der Stabilität zu präsentieren und verspricht unter anderem Unterstützung für ältere Menschen, die Finanzierung von Rehabilitationsgeräten und die Verbesserung der Infrastruktur in kleinen Gemeinden. Carlos Martínez hingegen greift ihn wegen Investitionslähmung und der Verursachung eines demografischen Zusammenbruchs in der Region an, was er als „völlige Untätigkeit“ bezeichnet. Die Atmosphäre wurde durch Berichte über mögliche Korruption in Soria, wo Martínez das Amt des Bürgermeisters innehat, angeheizt. Medien berichten, er habe einen Auftrag an ein Unternehmen vergeben, das mit einem Familienmitglied verbunden sei, wobei das Budget für diesen Auftrag angeblich vervierfacht worden sei. Cuca Gamarra von der PP und Santiago Abascal von Vox nutzen diese Informationen, um die Glaubwürdigkeit der Sozialisten anzugreifen und deren Handeln als „mafiaähnliche Praktiken“ zu bezeichnen. Martínez weist diese Vorwürfe zurück und behauptet, sie seien nur ein Ablenkungsmanöver für die Misserfolge der derzeitigen Regionalregierung, insbesondere im Gesundheitsbereich. Der Politiker rief zur Rettung des Krankenhauses in Miranda auf, das seiner Meinung nach von der Schließung bedroht sei. Kastilien und León ist eine der größten und am stärksten von Entvölkerung betroffenen Regionen Europas, weshalb Fragen der öffentlichen Dienstleistungen und der Demografie dort seit Jahrzehnten von entscheidender Wahlbedeutung sind. Die Rolle der Partei Vox wird für eine künftige Koalition entscheidend. Santiago Abascal kritisiert sowohl die Sozialisten als auch regionale Gruppierungen wie die UPL scharf und wirft ihnen vor, die Politik von Ministerpräsident Pedro Sánchez zu unterstützen. Die PP-Kandidaten, gestärkt durch den Besuch der beliebten Madrider Bürgermeisterin Isabel Díaz Ayuso, versuchen, die Wählerschaft mit Versprechen von Steuersenkungen und Unterstützung für traditionelle Wirtschaftszweige zu mobilisieren. Umfragen deuten auf einen Sieg der PP hin, allerdings ohne absolute Mehrheit, was Mañueco zu schwierigen Verhandlungen mit Vox zwingen würde. Der gesamte Wahlkampf hat sich in ein Fest der finanziellen Versprechen verwandelt, das von der Presse als „Krieg der Scheckhefte“ bezeichnet wird, bei dem sich jede Partei mit Zuschüssen und Investitionen überbietet, um unentschlossene Wähler in einer Region mit starkem ländlichen Charakter für sich zu gewinnen.

Mentioned People

  • Alfonso Fernández Mañueco — Amtierender Präsident der Region Kastilien und León von der Volkspartei.
  • Carlos Martínez — PSOE-Kandidat für das Präsidentenamt der Region, Bürgermeister von Soria.
  • Santiago Abascal — Vorsitzender der Partei Vox, unterstützt aktiv den Wahlkampf in der Region.