Das Ministerium für Staatsvermögen hat endgültig von dem Plan abgesehen, die Supermarktkette Carrefour durch die polnische Krajowa Grupa Spożywcza (KGS) zu kaufen. Die Tochtergesellschaft der Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) stellte am Montag eine neue Strategie vor, die auf der Integration bereits vorhandener Verarbeitungsbetriebe wie des Kombinat Rolny in Kietrz und dem Aufbau eigener Vertriebsnetze basiert. „Carrefour ist keine Geschäftschance“, erklärte Vermögensminister Paweł Borys und verwies auf Rentabilitätsprobleme der Kette. Stattdessen konzentriere man sich auf den Wiederaufbau der polnischen Agrar- und Lebensmittelverarbeitung. Die Entscheidung beendet monatelange Spekulationen über eine mögliche Verstaatlichung eines Teils des Einzelhandelsnetzes.

Offizieller Rückzug von der Transaktion

Vermögensminister Paweł Borys bestätigte am Montag, dass der Staat die Kette Carrefour nicht kaufen wird. Als Hauptgründe nannte er mangelnde Rentabilität der Investition, die hohe Verschuldung der Kette und das Vorhandensein starker Konkurrenz, vor allem in Form von Biedronka. Die Entscheidung beendet die seit Jahresbeginn öffentlich geführte Diskussion.

Neue Strategie der Krajowa Grupa Spożywcza

Der Vorstandsvorsitzende der KGS, Piotr Pająk, stellte am Montag die neue Strategie des Unternehmens vor. Statt eine Einzelhandelskette zu kaufen, wird sich die KGS auf die „Strukturierung“ ihres bereits vorhandenen Geschäfts und die Entwicklung der Verarbeitung konzentrieren. Das Unternehmen wird Betriebe der Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) wie den Kombinat Rolny in Kietrz und andere Vermögenswerte, darunter Brauereien, übernehmen und integrieren.

Landwirtschaftlicher Kombinat als Schlüsselelement

Der Kombinat Rolny in Kietrz, der von der KGS übernommen werden soll, wird als wichtiges Glied der neuen staatlichen Ernährungsstrategie genannt. Ziel ist der Wiederaufbau der polnischen Verarbeitungskapazitäten und die Sicherstellung stabiler Lieferungen für polnische landwirtschaftliche Erzeuger, um deren Position gegenüber großen Handelsketten zu stärken.

Eigener Vertrieb als Alternative

Teil des Plans der KGS ist auch die Entwicklung eigener Vertriebskanäle, um effektiver mit großen Handelsketten konkurrieren zu können. Die Strategie sieht den Aufbau eines „polnischen Champions“ in der Lebensmittelbranche vor, der die gesamte Wertschöpfungskette umfasst: von landwirtschaftlichen Rohstoffen über die Verarbeitung bis hin zum Einzelhandelsverkauf.

Am Montag, dem 5. März 2026, gab Vermögensminister Paweł Borys offiziell bekannt, dass die Regierung von dem Plan abrückt, die Supermarktkette Carrefour durch die staatliche Krajowa Grupa Spożywcza (KGS) zu übernehmen. Diese Entscheidung gibt der staatlichen Ernährungspolitik eine endgültige Richtung: Statt in den Einzelhandel zu investieren, konzentriert man sich auf den Wiederaufbau von Verarbeitungskapazitäten. „Carrefour ist keine Geschäftschance“, sagte Borys laut RMF FM. Er erklärte, die Entscheidung sei nach einer Analyse der Rentabilität der Kette gefallen, die – obwohl sie der zweitgrößte Akteur auf dem polnischen Markt ist – mit hoher Verschuldung, niedrigen Margen und starker Konkurrenz durch den Marktführer Biedronka zu kämpfen habe. Statt dieses Geschäfts stellten die Regierung und die KGS am Montag eine neue, umfassende Strategie zum Aufbau eines polnischen Marktführers im Lebensmittelsektor vor. Die Krajowa Grupa Spożywcza (KGS) wurde 2023 als Tochtergesellschaft der Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) gegründet. Ihr Ziel war es, die Ernährungssicherheit Polens zu stärken und die Verhandlungsposition polnischer Landwirte gegenüber internationalen Handelsketten zu verbessern, die seit der politischen Wende den Einzelhandel dominieren. Die neue Strategie der KGS wurde am Montag von ihrem Vorstandsvorsitzenden Piotr Pająk vorgestellt. Die Hauptidee ist die „Strukturierung“ bereits vorhandener Vermögenswerte und die Fokussierung auf die Verarbeitung. In der Praxis bedeutet dies, dass die KGS alle Lebensmittelbetriebe übernimmt, die sich im Portfolio der Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) befinden. Ein Schlüsselelement dieses Plans soll der Kombinat Rolny in Kietrz sein, der – wie Radio Opole berichtet – zu einem wichtigen Glied in der neuen Strategie polnischer Produzenten werden soll. Ziel ist es, ein integriertes Unternehmen zu schaffen, das einen Großteil der Lieferkette kontrolliert: von landwirtschaftlichen Rohstoffen über deren Verarbeitung in Betrieben wie Kietrz bis hin zum Verkauf fertiger Produkte.

Um sich einen Absatzkanal zu sichern und von großen Handelsketten unabhängig zu werden, plant die KGS parallel den Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes. Piotr Pająk räumte gegenüber dem Portal portalspozywczy.pl ein, dass die Idee mit Carrefour „kurzzeitig erwogen wurde“, man aber letztlich zu dem Schluss kam, dass der Aufbau eines eigenen Netzes von Grund auf die bessere und kostengünstigere Lösung sei. Dieser Ansatz stellt eine deutliche Verschiebung der Schwerpunkte in der Regierungspolitik dar. Statt einer schnellen, aber riskanten Übernahme eines bestehenden Einzelhandelsnetzes wählt der Staat den Weg des organischen Wachstums, investiert in Produktionskapazitäten und baut Marken schrittweise auf. Diese Richtung findet Unterstützung in Teilen der Landwirtschaft, die sich seit Jahren über niedrige Einkaufspreise beklagen, die von Handelsketten mit enormer Verhandlungsmacht diktiert werden.

Die Entscheidung, den Kauf von Carrefour nicht zu vollziehen, stieß auf gemischte Reaktionen. Das Portal Do Rzeczy titelt in einem Artikel, es „hätte ein Durchbruch für die Landwirte werden sollen“, was auf eine gewisse Enttäuschung hindeutet. Die Äußerungen von Minister Borys und Vorstandsvorsitzendem Pająk hingegen zeigen einen pragmatischen, geschäftlichen Ansatz. Der Minister betonte, die Priorität liege darin, in Vermögenswerte zu investieren, die dem Staatsschatz Gewinn bringen und die polnische Wirtschaft stärken, und nicht darin, eine ausländische Kette zu „retten“. Letztlich zeichnen die Ankündigungen vom Montag das Bild einer staatlichen Lebensmittelgruppe, die Ambitionen hat, ein bedeutender, integrierter Akteur zu werden. Ihr Erfolg wird jedoch von der Effektivität des Managements und der Fähigkeit abhängen, mit mächtigen, privaten Konkurrenten sowohl in der Verarbeitung als auch im Einzelhandel zu konkurrieren. Der Aufbau eines solchen Champions ist ein Prozess von Jahren und nicht das Ergebnis einer einzelnen Transaktion.

Mentioned People

  • Paweł Borys — Minister für Staatsvermögen, der den Rückzug vom Carrefour-Kauf bekannt gab.
  • Piotr Pająk — Vorstandsvorsitzender der Krajowa Grupa Spożywcza (KGS), der die neue Unternehmensstrategie vorstellte.