Die National Aeronautics and Space Administration (NASA) hat eine bedeutende Entscheidung getroffen, indem sie dem Konzern Boeing einen Schlüsselvertrag für den Bau der Oberstufe der SLS-Rakete entzogen und ihn einem konkurrierenden Konsortium übertragen hat. Wie Bloomberg berichtete, wird die Behörde das Unternehmen United Launch Alliance, ein Joint Venture von Boeing und Lockheed Martin, für die Lieferung dieses kritischen Elements auswählen. Die Entscheidung bedeutet einen schweren Schlag für Boeing, das Hauptauftragnehmer für die Kernstufe der SLS war, und stellt eine strategische Wende im amerikanischen Mondprogramm dar, das darauf abzielt, das Tempo und die Zuverlässigkeit der Artemis-Missionen zu erhöhen.

Vertragsverlagerung auf ULA

Die NASA verzichtet auf Boeing als Lieferant der Exploration Upper Stage (EUS) zugunsten von United Launch Alliance, die eine modifizierte Version der Oberstufe ihrer Vulcan-Centaur-Rakete liefern soll. Der Wechsel zielt darauf ab, das Artemis-Programm zu beschleunigen.

Konsequenzen für Boeing

Boeing verliert einen Schlüsselteil seines Engagements im Flaggschiff-Programm der NASA, was eine Image- und Finanzniederlage darstellt. Das Unternehmen bleibt Hauptauftragnehmer für die Kernstufe der SLS, aber seine Rolle im Projekt verringert sich erheblich.

Gründe für die NASA-Entscheidung

Die Entscheidung ist durch Verzögerungen und Kostenüberschreitungen bei der Entwicklung der EUS durch Boeing motiviert. Die NASA strebt eine Erhöhung der Startfrequenz an, und die Nutzung der bereits existierenden und getesteten Vulcan-Konstruktion soll eine schnellere Lösung sein.

Auswirkungen auf das Artemis-Programm

Die neue Oberstufe soll in den Missionen Artemis IV und späteren eingesetzt werden und ermöglicht das Transportieren schwererer Nutzlasten. Die Entscheidung ist Teil einer breiteren NASA-Strategie, die auf Kommerzialisierung und Diversifizierung der Lieferkette für Mondflüge abzielt.

Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat eine strategische Entscheidung getroffen, die die Lieferantenlandschaft für ihr Flaggschiff-Mondprogramm Artemis grundlegend umgestaltet. Nach Berichten von Bloomberg und Reuters beabsichtigt die Behörde, dem Konzern Boeing den Vertrag für den Bau der fortschrittlichen Oberstufe (Exploration Upper Stage - EUS) für die Space Launch System (SLS)-Rakete zu entziehen und diese Aufgabe dem konkurrierenden Konsortium United Launch Alliance (ULA) anzuvertrauen. ULA, ein Joint Venture von Boeing und Lockheed Martin, soll eine modifizierte Version der Oberstufe ihrer neuen Vulcan-Centaur-Rakete liefern. Diese Entscheidung, obwohl noch nicht offiziell von der NASA bestätigt, stellt einen schweren Schlag für das Image und die Position von Boeing in dem Programm dar, dessen einer Grundpfeiler es war. Das Artemis-Programm, das 2017 initiiert wurde, ist der Nachfolger des legendären Apollo-Programms. Sein Ziel ist nicht nur die Rückkehr des Menschen zum Mond, sondern auch der Aufbau einer dauerhaften Präsenz, einschließlich der Errichtung der Orbitalstation Gateway und einer Basis auf der Oberfläche. Ein Schlüsselelement dieser Strategie ist die superschwere SLS-Rakete, deren Entwicklung von Anfang an mit enormen Verzögerungen und Budgetüberschreitungen in Milliardenhöhe zu kämpfen hatte. Die Gründe für diesen radikalen Wechsel sind vielschichtig. Das Hauptproblem, mit dem die NASA konfrontiert war, waren die ständigen Verzögerungen bei der Entwicklung der EUS durch Boeing. Die ursprüngliche Oberstufe sollte bemannte Missionen über die Erdumlaufbahn hinaus ermöglichen, doch ihre Entwicklung zog sich hin und bedrohte den Zeitplan der nachfolgenden Artemis-Missionen nach dem geplanten Flug Artemis III, der auf dem Mond landen soll. Angesichts dieser Herausforderungen suchte die Behörde nach einer schnelleren und zuverlässigeren Alternative. Die Lösung erwies sich als die Konstruktion der Vulcan Centaur, der neuen Rakete von ULA, deren erster Start 2023 stattfand. Ihre Oberstufe, Centaur V, befindet sich bereits in einer fortgeschrittenen Testphase, was der NASA Hoffnung auf eine schnellere Implementierung gibt. Wie Reuters unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, will die NASA „das Mondprogramm Artemis beschleunigen”, und die Nutzung kommerziell verfügbarer Technologie soll der Weg dorthin sein. Das neue Element, das in der internen Nomenklatur der NASA manchmal „Dragon” genannt wird, soll ab der Mission Artemis IV zum Einsatz kommen. 4,2 mld USD — Geschätzte Entwicklungskosten der EUS durch Boeing Die Konsequenzen für Boeing sind schwerwiegend. Das Unternehmen, das Hauptauftragnehmer für die nicht wiederverwendbare Kernstufe der SLS ist, verliert ein Schlüsselelement seines Engagements in einem Projekt von enormem Prestige. Obwohl es ein bedeutender Vertragspartner bleibt, schrumpft seine Rolle. Die Entscheidung der NASA fügt sich in einen breiteren Trend ein, sich vom Monopol traditioneller Giganten zugunsten von mehr Wettbewerb und Kommerzialisierung zu lösen, und stärkt dabei die Position von ULA. Für das Artemis-Programm bedeutet dies den Versuch, die Frequenz der Missionen zu erhöhen, die von einem Start pro Jahr auf bis zu zwei steigen soll. „It's fairly remarkable that NASA is taking part of the program away from Boeing, which has been its most important contractor for decades, and giving it to ULA.” (Es ist ziemlich bemerkenswert, dass die NASA Boeing, das jahrzehntelang ihr wichtigster Auftragnehmer war, einen Teil des Programms wegnimmt und ihn an ULA gibt.) — Untersuchungsjournalist, spezialisiert auf Raumfahrt, Autor von Berichten für Ars Technica. Diese Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf die amerikanische Verteidigungs- und Raumfahrtindustrie haben und die Position von ULA im Wettbewerb mit Unternehmen wie SpaceX stärken. Letztlich zeigt dieser Schritt die Entschlossenheit der NASA, die ambitionierten Ziele des Artemis-Programms zu verwirklichen, selbst wenn dies schmerzhafte Veränderungen in den etablierten Beziehungen zu langjährigen Partnern erfordert.

Mentioned People

  • Eric Berger — Untersuchungsjournalist, spezialisiert auf Raumfahrt, Autor von Berichten für Ars Technica.