Der eskalierende bewaffnete Konflikt mit Beteiligung der USA, Israels und des Irans hat zu einem abrupten Einbruch an den Weltbörsen geführt. Die Kraftstoffpreise in den Vereinigten Staaten verzeichneten den größten eintägigen Anstieg seit drei Jahren, und Investoren flüchten massenhaft in sichere Anlagen wie den US-Dollar. Die steigenden Inflationserwartungen lassen die Chancen auf Zinssenkungen durch die Fed und die EZB in naher Zukunft drastisch schwinden.
Rasanter Anstieg der Energiepreise
Die Preise für Öl und Gas sind aufgrund von Lieferunterbrechungen aus dem Nahen Osten und Problemen beim Export aus Russland in die Höhe geschossen.
Crash an den Weltbörsen
Indizes von Tokio bis London verzeichnen Rekordverluste, und der japanische Nikkei verlor an einem Morgen über 1500 Punkte.
Unsicherheit über die Zinssätze
Zentralbanker halten sich mit Entscheidungen über Zinssenkungen zurück, da die Auswirkungen des Krieges auf die globale Inflation unvorhersehbar sind.
Die Eskalation der Kriegshandlungen im Nahen Osten hat eine heftige Reaktion an den Finanzmärkten ausgelöst und destabilisiert die Weltwirtschaft. Investoren beobachten besorgt die Auswirkungen der Angriffe auf den Iran, die die US-Wirtschaft bis zu 210 Milliarden Dollar kosten könnten. Diese Situation wirkt sich direkt auf den Energiesektor aus, wo Unterbrechungen der Öl- und Gaslieferungen zu plötzlichen Preissprüngen geführt haben. Besonders stark spürten dies die Verbraucher in den USA, wo die Benzinpreise am stärksten seit 2023 gestiegen sind. Gleichzeitig kämpft der russische Ölexport mit Problemen durch Drohnenangriffe und schwierige Wetterbedingungen, was das Angebot des Rohstoffs in einem Moment kritischer Nachfrage einschränkt. Börsen in Europa, Kanada und Japan verzeichneten die tiefsten Einbrüche seit Monaten. Der japanische Nikkei-Index verlor in der Morgensitzung über 1500 Punkte, und britische Aktien erlebten den größten Rückschlag seit fast einem Jahr. Vertreter der Zentralbanken, darunter Neel Kashkari von der Fed und Mārtiņš Kazāks von der EZB, signalisieren, dass es zu früh sei, um die Auswirkungen des Krieges auf die Inflation genau abzuschätzen. Die Unsicherheit über die weiteren Schritte der Fed führte dazu, dass Marktwetten auf baldige Zinssenkungen zurückgezogen wurden. Investoren wählen derzeit den Dollar als sicheren Hafen, was die Währungen der Schwellenmärkte belastet. Der Nahe Osten ist für etwa ein Drittel der weltweiten Erdölproduktion verantwortlich. Jeder Konflikt in dieser Region hat historisch zu Energiekrisen geführt, wie der Ölpreisschock von 1973, der die westliche makroökonomische Politik nachhaltig veränderte. Im Transportsektor hat der Konflikt drastische Änderungen im zivilen Luftverkehr und in der Schifffahrt erzwungen. Londoner Seeversicherer haben die Hochrisikozonen im Persischen Golf ausgeweitet, was zu höheren Frachtraten führt. Experten weisen darauf hin, dass das traditionelle Anlageportfolio basierend auf Anleihen und Aktien (60/40-Modell) sich als unzureichend widerstandsfähig gegenüber Schocks erweist, die durch einen Rohstoffkrieg verursacht werden. Obwohl Ägypten und andere Länder der Region versuchen, die Stimmung zu beruhigen, stehen die globalen Energielieferketten unter enormem Druck, was die Zentralbanken vor das Dilemma stellt, zwischen dem Kampf gegen die Inflation und der Unterstützung des schwindenden Wirtschaftswachstums zu wählen.„War creates uncertainty for rate path” (Der Krieg schafft Unsicherheit für den Zinspfad) — Neel Kashkari
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen das Risiko für das Klima und die Destabilisierung der Lieferketten durch Trumps Entscheidungen. Konservative Medien konzentrieren sich auf die Notwendigkeit einer militärischen Antwort und die Widerstandsfähigkeit des US-Energiesektors.
Mentioned People
- Neel Kashkari — Präsident der Fed in Minneapolis, der die Auswirkungen des Krieges auf die Inflation kommentiert.
- Mārtiņš Kazāks — Mitglied des EZB-Rats, der zur Vorsicht in der Geldpolitik aufruft.