Die Lage an der afghanisch-pakistanischen Grenze hat sich nach einer Reihe bewaffneter Vorfälle drastisch verschärft. Die Behörden in Kabul meldeten den Abschuss eines pakistanischen Militärflugzeugs in der Nähe von Dschalalabad und die Gefangennahme des Piloten. Islamabad dementiert diese Berichte kategorisch und bezeichnet sie als falsch. Dieser Vorfall ereignet sich zu einer Zeit verstärkter pakistanischer Vergeltungsangriffe auf Stellungen von Kämpfern auf afghanischem Territorium, was Befürchtungen über einen Ausbruch eines umfassenden Krieges in der Region schürt.
Streit um gefangenen Piloten
Afghanistan gab die Gefangennahme eines pakistanischen Piloten nach dem Absturz eines Flugzeugs bekannt; Pakistan bestreitet den Verlust einer Maschine entschieden.
Explosionen in Dschalalabad
Augenzeugen berichten von starken Explosionen in der afghanischen Stadt, die auf eine Reihe pakistanischer Bombardierungen folgten.
US-Unterstützung für Pakistan
Washington hat offiziell das Recht Islamabads anerkannt, sich gegen Angriffe von aus Afghanistan operierenden Terrorgruppen zu verteidigen.
Opfer unter Taliban
Pakistanische Militärquellen geben an, bei jüngsten grenznahen Operationen über 330 Kämpfer getötet zu haben.
Die Beziehungen zwischen Afghanistan und Pakistan befinden sich in der tiefsten Krise seit Jahren und balancieren am Rande eines offenen bewaffneten Konflikts. Unmittelbarer Auslöser der aktuellen Eskalation sind Berichte über den Absturz einer pakistanischen Militärmaschine in der afghanischen Provinz Nangarhar. Afghanische Regierungsquellen behaupten, ihre Luftabwehrkräfte hätten das feindliche Flugzeug unschädlich machen können und der Pilot sei in Gefangenschaft geraten. Die pakistanische Seite dementierte diese Informationen umgehend und bezeichnete sie als Propaganda, bestätigte jedoch die Durchführung von Luftoperationen gegen Ziele von Aufständischen. Der Kontext des Streits geht über die aktuellen Grenzzwischenfälle hinaus und ist in einem langjährigen Grenzstreit sowie der Unterstützung terroristischer Gruppen verwurzelt. Das atomar bewaffnete Pakistan wirft dem von den Taliban regierten Afghanistan vor, Kämpfern der Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) Unterschlupf zu gewähren, die blutige Anschläge auf pakistanischem Boden verüben. Kabul wiederum weist diese Vorwürfe zurück und verweist auf die Verletzung seiner Souveränität durch die pakistanische Luftwaffe. Experten weisen darauf hin, dass die aktuelle Dynamik der Kämpfe insofern gefährlich ist, als sie globale Mächte einbindet. Die Vereinigten Staaten haben deutlich ihre Unterstützung für das Recht Pakistans auf Selbstverteidigung bekundet, was als Billigung gezielter Angriffe innerhalb Afghanistans interpretiert wird. Der Streit um die Durand-Linie, die 1893 von der britischen Kolonialverwaltung als Grenze zwischen Britisch-Indien und Afghanistan festgelegt wurde, bleibt ungelöst. Afghanistan hat diese Demarkation nie offiziell anerkannt, was regelmäßig zu Zusammenstößen in den geteilten paschtunischen Gebieten führt.Die Situation wird zusätzlich durch Ereignisse im Nachbarland Iran verkompliziert. Einige Quellen deuten an, dass die gemeinsame äußere Bedrohung beide Länder paradoxerweise zu einem vorübergehenden Waffenstillstand bewegen könnte, auch wenn die Rhetorik der Premierminister und Militärkommandeure äußerst konfrontativ bleibt. Die Europäische Union und Länder der Region appellieren an eine sofortige Deeskalation, da sie befürchten, dass eine Destabilisierung Zentralasiens die globale Sicherheit beeinträchtigen und eine neue Migrationswelle auslösen könnte. „This is a totally false claim aimed at spreading disinformation in the region.” (Dies ist eine völlig falsche Behauptung, die darauf abzielt, Desinformation in der Region zu verbreiten.) — Munir Akram Aus militärischer Perspektive handelt es sich um ein asymmetrisches Aufeinandertreffen einer regulären Armee mit einer Regierung aufständischen Charakters. Pakistan berichtet von der Ausschaltung von über 330 Taliban in jüngsten Operationen, was die Entschlossenheit Islamabads im Kampf gegen die innere Bedrohung demonstrieren soll. Dennoch ist ein vollständiger Abbruch der diplomatischen Kanäle nicht eingetreten, was Hoffnung auf die Vermeidung des schlimmsten Szenarios gibt.
Mentioned People
- Asim Munir — General, Chef der pakistanischen Armee, gilt als eine der mächtigsten Personen des Landes.