Tom Enders, der ehemalige CEO des Airbus-Konzerns, hat öffentlich vor den Plänen der deutschen Regierung gewarnt, einen neuen Kampfjet der Zukunft ohne internationale Partner zu entwickeln. In einem im "Handelsblatt" veröffentlichten Artikel bezeichnete Enders einen solchen Ansatz als "auf den falschen Weg geraten" und einen "strategischen Fehler" und betonte die wirtschaftlichen und technologischen Risiken. Seine Kritik betrifft insbesondere eine mögliche Abkehr vom gemeinsamen FCAS-Projekt mit Frankreich und Spanien zugunsten eines nationalen Programms.
Warnung vor strategischem Fehler
Tom Enders nennt das nationale Kampfjetprogramm einen strategischen Fehler, der Deutschland technologische und wirtschaftliche Isolation droht.
Risiko für das FCAS-Projekt
Die Kritik von Enders deutet auf ernsthafte Spannungen im trilateralen FCAS-Bündnis zwischen Deutschland, Frankreich und Spanien hin.
Wirtschaftliche und technologische Argumente
Der ehemalige Airbus-Chef argumentiert, dass nur internationale Zusammenarbeit die Kosten und Komplexität eines Projekts der sechsten Generation bewältigen kann.
Eine herausragende Persönlichkeit der europäischen Luftfahrtindustrie, der ehemalige Airbus-CEO Tom Enders, hat scharfe Kritik an den deutschen Plänen für einen Kampfjet der Zukunft geübt. In einem im "Handelsblatt" veröffentlichten Artikel bezeichnete Enders die von Berlin erwogene Richtung, das Flugzeug ohne Beteiligung internationaler Partner zu entwickeln, als "strategischen Fehler" und als "auf den falschen Weg geraten". Seiner Ansicht nach würde ein solcher Weg die technologische Isolation Deutschlands, unverhältnismäßig hohe Kosten und den Verlust von Einfluss auf die Gestaltung künftiger Standards in der Kampfluftfahrt bedeuten. Das FCAS-Projekt (Future Combat Air System) ist ein Flaggschiffvorhaben der europäischen Rüstungsindustrie, das 2017 durch eine Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich initiiert wurde, der sich später Spanien anschloss. Ziel ist es, bis 2040 ein umfassendes Luftkampfsystem der sechsten Generation zu schaffen, das nicht nur einen neuen Kampfjet, sondern auch Drohnen und vernetzte Kampfsysteme umfasst, um Europa strategische Autonomie im Bereich der Luftverteidigung zu sichern. Enders, der jahrelang eine der Säulen des FCAS-Konsortiums leitete, weist auf fundamentale Herausforderungen hin. Die Entwicklung eines Kampfjets der neuen Generation ist ein auf Dutzende Milliarden Euro geschätztes Vorhaben, das modernste Technologien erfordert, von Triebwerken und Materialien bis hin zu fortschrittlicher Elektronik und künstlicher Intelligenz.