Die Pariser Staatsanwaltschaft hat die Einleitung zweier umfassender Ermittlungen zu Menschenhandel und Finanzdelikten im Zusammenhang mit den veröffentlichten Unterlagen des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein angekündigt. Die Staatsanwältin Laure Beccuau rief alle potenziellen Opfer auf, sich bei den Strafverfolgungsbehörden zu melden. Diese Maßnahmen fielen mit dem Rücktritt von Jack Lang, dem langjährigen Leiter des Instituts der arabischen Welt, zusammen, der durch die Diplomatin Anne-Claire Legendre ersetzt wurde.
Zwei Rahmenermittlungen
Die Staatsanwaltschaft in Paris untersucht gleichzeitig Aspekte von Sexualdelikten sowie finanziellen Missbräuchen und Geldwäsche durch Personen aus Epsteins Umfeld.
Rücktritt von Jack Lang
Der ehemalige Kulturminister trat vom Institut der arabischen Welt zurück, nachdem verdächtige Spenden von Jeffrey Epstein in Höhe von 100.000 Euro aufgedeckt wurden.
Neue Leitung des IMA
Die Diplomatin Anne-Claire Legendre wurde zur neuen Leiterin des Instituts gewählt, mit der Aufgabe, eine Prüfung durchzuführen und die Glaubwürdigkeit der Institution wiederherzustellen.
Internationale Zusammenarbeit
Die französische Justiz arbeitet mit London und Washington bei der Analyse von 3,5 Millionen Dokumenten zum Menschenhandel zusammen.
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat beispiellose Schritte zur Aufklärung des französischen Teils der Affäre um Jeffrey Epstein unternommen. Die Staatsanwältin Laure Beccuau kündigte die Eröffnung zweier sogenannter Rahmenermittlungen an, die darauf abzielen, die enorme Datenmenge in den 3,5 Millionen Dokumenten zu ordnen, die von der amerikanischen Justiz veröffentlicht wurden. Das erste Verfahren betrifft sexuelle Handlungen und Menschenhandel, während sich das zweite auf finanzielle Unregelmäßigkeiten und potenzielle Geldwäsche konzentriert. Die französischen Ermittler betonen, dass sie für jeden Fall zuständig sind, in dem der Täter oder das Opfer die französische Staatsbürgerschaft besitzt, unabhängig vom Tatort. Das französische Strafgesetzbuch sieht das Prinzip der Extraterritorialität für die schwerwiegendsten Sexualdelikte gegen Minderjährige vor, was die Verfolgung französischer Staatsbürger für weltweit begangene Taten ermöglicht.Der Skandal führte zu abrupten personellen Veränderungen in Schlüsselinstitutionen der Kultur. Jack Lang, ehemaliger Kulturminister und bisheriger Präsident des Instituts der arabischen Welt (IMA), trat zurück. Diese Entscheidung folgte auf Berichte über seine finanziellen Verbindungen zu Epstein, einschließlich Spenden an mit der Familie Lang verbundene Vereinigungen. Neue Präsidentin des IMA wurde Anne-Claire Legendre, eine erfahrene Diplomatin und Beraterin von Präsident Emmanuel Macron. Ihre Hauptaufgabe wird die Wiederherstellung von Transparenz und Vertrauen in die Einrichtung sein, die im Zentrum eines medialen Sturms steht. Die Polizei durchsuchte bereits den Sitz des Instituts auf der Suche nach Beweisen für mögliche Geldflüsse. „Die Veröffentlichung dieser Akten wird bei einigen Opfern unweigerlich Wunden öffnen, daher sind wir bereit, jede Aussage entgegenzunehmen.” — Laure Beccuau3,5 mln — Dokumente zu Epstein analysiert die französische JustizParallel untersuchen die Strafverfolgungsbehörden Verbindungen zur ehemaligen Modelagentur Jean-Luc Brunels, eines Mitarbeiters Epsteins, der im Gefängnis Selbstmord beging. Auch die Nationale Finanzstaatsanwaltschaft ist involviert und untersucht Beschwerden, die von der Vereinigung Anticor gegen Lang eingereicht wurden. Die Ermittler analysieren unter anderem eine Überweisung in Höhe von 100.000 Euro, die an eine Scheinorganisation gegangen sein soll. Diese Situation stellt die Sozialistische Partei in eine schwierige Lage, die begonnen hat, sich von ihrer ehemaligen Ikone zu distanzieren. Das Ausmaß des gesammelten Beweismaterials deutet darauf hin, dass die Aufarbeitung der Beziehungen französischer Eliten zum amerikanischen Finanzier viele Jahre dauern wird. Entwicklung der Ermittlungen in Frankreich: 30. Januar 2026 — Veröffentlichung der Akten; 6. Februar 2026 — Ermittlungseröffnung der PNF; 17. Februar 2026 — Neue Präsidentin des IMA; 18. Februar 2026 — Aufruf an OpferBetonung der Notwendigkeit, politische und kulturelle Eliten zur Rechenschaft zu ziehen, Fokus auf den ethischen Aspekt des Rücktritts von Jack Lang und den Rechten der Opfer. | Hinweis auf die Unschuldsvermutung und Andeutung, dass die Angriffe auf Lang politisch motiviert sein und der Marginalisierung ehemaliger Eliten der Linken dienen könnten.
Mentioned People
- Laure Beccuau — Staatsanwältin von Paris, die die Eröffnung der Ermittlungen ankündigte und Opfer sexueller Gewalt zur Aussage aufrief.
- Jack Lang — Langjähriger Kulturminister Frankreichs, der die Leitung des Instituts der arabischen Welt im Zuge des Skandals aufgab.
- Anne-Claire Legendre — Französische Diplomatin und Beraterin von Präsident Macron, neue Präsidentin des Instituts der arabischen Welt.