Der neueste Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, dass die Hälfte der erwerbsfähigen Geflüchteten, die in den ersten sechs Monaten nach Kriegsausbruch nach Deutschland kamen, bereits eine feste Anstellung hat. Die Integration ukrainischer Staatsbürger schreitet schneller voran als bei früheren Migrantengruppen. Dennoch flammt in Deutschland die politische Debatte über eine Änderung der Regeln für die Gewährung von Sozialleistungen für neu ankommende Personen auf, die vor der russischen Aggression fliehen.

Hohe Beschäftigungsquote

Die Hälfte der Flüchtlinge der ersten Kriegswelle hat innerhalb von dreieinhalb Jahren nach ihrer Ankunft Arbeit in Deutschland gefunden, was andere Gruppen übertrifft.

Barrieren für Frauen

Ukrainische Frauen arbeiten häufiger in Berufen mit niedrigerem Status aufgrund von Defiziten in der Kinderbetreuung und psychischen Problemen.

Debatte über Leistungen

Deutsche Politiker erwägen Kürzungen der Sozialleistungen für neue Migranten, trotz Belegen für die positive Wirkung des Bürgergeld-Systems auf die Integration.

Die neuesten Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werfen ein neues Licht auf den Prozess der wirtschaftlichen Integration ukrainischer Staatsbürger in der Bundesrepublik Deutschland. Seit Beginn der großangelegten Invasion Russlands in die Ukraine sind fast vier Jahre vergangen, und die Statistiken zeigen, dass 50 % der Flüchtlinge der ersten Migrationswelle (die in den ersten sechs Kriegsmonaten ankamen) nun erwerbstätig sind. Experten betonen, dass dies ein deutlich besseres Ergebnis ist als bei Migranten aus anderen Weltregionen, was teilweise darauf zurückgeführt wird, dass Ukrainer in das System des Bürgergeld aufgenommen wurden. Diese Unterstützung ermöglicht einen schnelleren Zugang zu Sprachkursen und Arbeitsvermittlung. Die Massenmigration von Ukrainern nach Deutschland nach Februar 2022 ist die größte Flüchtlingskrise in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und übertrifft die Migrationskrise von 2015 an Umfang. Trotz der Erfolge in den Gesamtstatistiken weisen Forscher auf erhebliche strukturelle Barrieren hin. Frauen, die einen großen Teil der Geflüchteten ausmachen, arbeiten oft unterhalb ihrer Qualifikation, vor allem im Dienstleistungssektor. Probleme bleiben traumatische Kriegserfahrungen, die die psychische Verfassung beeinflussen, sowie der eingeschränkte Zugang zu Kinderbetreuung. Gleichzeitig wächst in der deutschen Politik der Druck, die Sozialhilfe zu kürzen. Es gibt Vorschläge, neu ankommende Geflüchtete vom System der Leistungen für Arbeitsuchende auszuschließen, was bei Teilen der Experten auf Widerstand stößt. Sie argumentieren, dass gerade das derzeitige Unterstützungsmodell zu dem hohen Niveau der Beschäftigung in dieser Bevölkerungsgruppe beigetragen habe. „Viele geflüchtete Menschen kämpfen mit psychischen Problemen. Dies wirke sich stark darauf aus, wann ukrainische Frauen im Arbeitsleben ankommen.” — Yuliya Erner Die Analyse des IAB zeigt, dass das Tempo der Integration direkt von der rechtlichen und sozialen Stabilität abhängt. Diejenigen, die Starthilfe erhielten, werden finanziell schneller selbstständig. Die Debatte über Sozialkürzungen könnte daher paradoxerweise einen Prozess verlangsamen, der derzeit als Erfolg der deutschen Arbeitsmarktpolitik angesichts der geopolitischen Krise bewertet wird. Status ukrainischer Geflüchteter nach 3,5 Jahren (im erwerbsfähigen Alter): Beschäftigt: 50, Übrige (Bildung und Betreuung): 25, Arbeitssuchend: 2550% — der Flüchtlinge der ersten Welle haben bereits ArbeitBetonung der Integrationserfolge und der Bedeutung sozialer Absicherung im Prozess der beruflichen Anpassung sowie Hinweis auf Kriegstraumata. | Fokus auf den hohen Kosten des Leistungssystems und der Notwendigkeit, die Kriterien für die Gewährung von Hilfe für Migranten zu verschärfen.

Mentioned People

  • Yuliya Erner — Leiterin des Förderprogramms Fast-Track für ein Leben in Deutschland der Deutschlandstiftung Integration
  • Wołodymyr Zełenski — Präsident der Ukraine, der den Bedarf an militärischer und diplomatischer Unterstützung im Kontext des anhaltenden Krieges kommentiert.