Die Staatsanwaltschaft in Landshut hat ein Ermittlungsverfahren zum Vorfall am Münchner Flughafen eingeleitet, bei dem etwa 600 Personen die Nacht in stillgelegten Maschinen verbringen mussten. Starker Schneefall und ein logistischer Stillstand führten dazu, dass Passagiere von sechs Flügen, darunter einem nach Danzig, auf dem Vorfeld festsaßen, ohne in den Terminal zurückkehren zu können. Die Polizei hat den Ermittlern einen Bericht über mögliche Vernachlässigungen und unzumutbare Bedingungen für die Reisenden übergeben.
Staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren
Die Staatsanwaltschaft Landshut untersucht einen Polizeibericht über Passagiere, die gezwungen waren, über Nacht in Flugzeugen auf dem Vorfeld zu verbringen.
Ausmaß des Vorfalls
Etwa 600 Passagiere von sechs verschiedenen Flügen wurden aufgrund eines Wintereinbruchs und eines Stillstands des Bodenpersonals in den Maschinen eingeschlossen.
Flug nach Danzig
Unter den Betroffenen befanden sich Passagiere auf dem Weg nach Polen sowie nach Singapur, Kopenhagen und vielen Städten in Europa.
Die Situation am Flughafen München, die sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ereignete, ist nach einer Intervention einer dritten Person zum Gegenstand von Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden geworden. Sechs Flugzeuge der Fluggesellschaften Lufthansa und Air Dolomiti blieben auf der verschneiten Vorfeldfläche stecken. Trotz außergewöhnlicher Starterlaubnisse nach der Nachflugbeschränkung verhinderte das Wetter Abflüge in Städte wie Danzig, Kopenhagen, Singapur, Graz oder Venedig. Zeugenberichten zufolge beendete das Bodenpersonal seinen Dienst, was die Passagiere effektiv für viele Stunden in den Maschinen gefangen hielt, ohne Möglichkeit einer Evakuierung in den Terminal. Die Münchner Polizei erstellte einen detaillierten Bericht, der an die Staatsanwaltschaft Landshut ging. Überraschenderweise wurde die Untersuchung nicht von den Passagieren selbst, sondern durch eine Anzeige einer unbeteiligten Person über ein Kontaktformular des Landeskriminalamts initiiert. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Dokumentation auf mögliche Straftaten wie Freiheitsberaubung oder Gefährdung der Gesundheit analysiert wird, obwohl noch keine offiziellen Anklagen erhoben wurden. EU-Vorschriften zu Fluggastrechten (Verordnung (EG) Nr. 261/2004) verpflichten Fluggesellschaften bereits bei Verspätungen von über zwei Stunden zur Betreuung, einschließlich der Bereitstellung von Mahlzeiten und Unterkünften. Die Situation, über Nacht im Flugzeug eingeschlossen zu sein, wird von Luftfahrtbehörden als schwerwiegende Verletzung von Sicherheits- und Komfortstandards für Reisende angesehen.Berichte von Reisenden beschreiben eine Atmosphäre zunehmender Frustration und Hilflosigkeit, die aus dem Mangel an präzisen Informationen der Fluggesellschaften und der fehlenden Unterstützung durch Flughafendienste im kritischen Moment des Wintereinbruchs resultierte. Das Vorfeld wurde für Hunderte von Menschen zum temporären Gefängnis, und der Fall löste eine bundesweite Debatte in Deutschland über Krisenverfahren an wichtigen Verkehrsknotenpunkten aus. Anzahl der eingeschlossenen Passagiere nach Fluggesellschaft: Lufthansa und Air Dolomiti: 6006 — Flugzeuge blieben über Nacht auf dem Vorfeld stecken
Mentioned People
- Kilian Kunkel — Passagier, der die Ereignisse aus dem Flugzeug berichtete.
- Jonas Himmler — Passagier, der die Ereignisse aus dem Flugzeug berichtete.