Die polnische politische Bühne konzentriert sich auf das EU-Darlehensprogramm SAFE, das der Armee fast 185 Milliarden Złoty für die Modernisierung bereitstellen soll. Während der Senat über das Umsetzungsgesetz debattiert, appelliert die Opposition, angeführt von Recht und Gerechtigkeit, an Präsident Karol Nawrocki, die Bestimmungen zu vetoieren. Die Regierung von Donald Tusk argumentiert mit einer historischen Chance für die Sicherheit und bereitet gleichzeitig einen Notfallplan für den Fall vor, dass das Staatsoberhaupt das Gesetz blockiert.
Milliarden für Rüstung
Polen soll im Rahmen des EU-Programms SAFE fast 185 Milliarden Złoty erhalten, was für die Modernisierung der Polnischen Streitkräfte entscheidend ist.
Druck auf den Präsidenten
Präsident Karol Nawrocki steht vor einem Dilemma: Unterstützung der Regierung oder Gehorsam gegenüber PiS, das ein Veto gegen das Gesetz fordert.
Konditionalitätsmechanismus
Die Opposition warnt, dass die Europäische Kommission Mittel unter Verwendung des Arguments der Rechtsstaatlichkeit blockieren könnte, was angeblich Deutschland Macht verleihe.
Regierungs-Notfallplan
Das Lager von Donald Tusk hat einen Plan B vorbereitet, der die Umgehung des Gesetzesweges vorsieht, um die Mittel vor März zu sichern.
Ein heftiger Streit um das Programm SAFE (Financial Instrument for Security and Defense Engagement) hat die polnische öffentliche Debatte dominiert und stellt Präsident Karol Nawrocki vor eine der schwierigsten Entscheidungen seiner Amtszeit. Das Programm, eingeführt im Rahmen der EU-Initiative „Readiness 2030”, bietet Polen zinsgünstige Darlehen im Gesamtwert von 43,7 Mrd. Euro, was umgerechnet fast 185-190 Mrd. Złoty für Verteidigungsinvestitionen entspricht. Der SAFE-Mechanismus löst jedoch extreme Emotionen aus: Die Regierungskoalition sieht darin eine Grundlage für die Sicherheit, während die Opposition ihn als „Falle” bezeichnet, die Polen von Entscheidungen aus Brüssel und Berlin abhängig mache. Während der Debatte im Senat betonte Vizepremier Władysław Kosiniak-Kamysz, dass diese Mittel den Haushalt des Verteidigungsministeriums nicht direkt belasten würden und ein mögliches Veto entscheidende Investitionen, die für März 2026 geplant sind, zum Erliegen bringen würde. Politiker von PiS wie Mariusz Błaszczak wiederum heben die Frage des Konditionalitätsmechanismus hervor und deuten an, dass die Auszahlung der Mittel aus ideologischen oder politischen Gründen blockiert werden könnte. Innerhalb der größten Oppositionspartei kam es sogar zu Spannungen, die sich in der Bestrafung des Europaabgeordneten Michał Dworczyk für eine zu milde Haltung gegenüber dem Programm geäußert haben sollen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 haben die europäischen Staaten ihre Militärausgaben drastisch erhöht, was zur Schaffung neuer Formate der gemeinsamen Finanzierung von Militärkäufen im Rahmen der EU-Strukturen führte. „Das Geld aus SAFE würde nicht nach Polen fließen, wenn nicht die Überzeugung bestünde, dass polnische Angelegenheiten in guten Händen liegen.” — Donald Tusk Die Regierung bereitet sich auf alle Eventualitäten vor und erarbeitet einen sogenannten Plan B, der die Inanspruchnahme des Darlehens auch ohne die Unterschrift des Präsidenten unter das Gesetz ermöglichen würde. Experten und ehemalige Militärs, darunter Gen. Leon Komornicki, warnen, dass die Torpedierung des Programms in der derzeitigen geopolitischen Lage ein Risiko für die polnische Staatsräson darstellt. Unterdessen signalisiert die Präsidialkanzlei Bereitschaft zur Einbringung von Änderungsanträgen, obwohl die endgültige Entscheidung über die Unterschrift, das Veto oder die Vorlage der Sache an das Verfassungsgericht noch offen ist. Es geht um einen gigantischen Betrag, von dem 15 Prozent der ersten Tranche bereits Mitte nächsten Monats nach Warschau fließen sollten. Umfang der Finanzierung aus dem SAFE-Programm: Mittel für Polen: 185, Geplante erste Tranche: 27.7 185 Mrd. Złoty — Gesamtwert der zinsgünstigen Darlehen für PolenChronologie des SAFE-Streits: 13. Februar — Abstimmung im Sejm; 18. Februar — Debatte im Senat; 15. März — Geplanter Auszahlungstermin Positionen der Seiten zum SAFE-Programm: Hauptargument: Schnelle Modernisierung ohne Belastung des Verteidigungshaushalts → Gefahr für die Souveränität und Abhängigkeit von Deutschland; Rückzahlungsmechanismus: EU-Garantien und niedrige Kapitalkosten → Risiko einer langfristigen Staatsverschuldung; Konditionalität: Betrifft nur finanzielle Transparenz → Instrument des politischen Drucks der EU-Kommission Darstellung von SAFE als entscheidende, sichere Chance für die Entwicklung der Armee, mit Hinweis auf den Fehler der Opposition und des Präsidenten, der Milliarden blockiert. | Hervorhebung des Risikos des Souveränitätsverlusts zugunsten der EU, des Konditionalitätsmechanismus und der Finanzierung der deutschen Industrie auf Kosten polnischer Interessen.
Mentioned People
- Karol Nawrocki — Präsident der Republik Polen, der eine Entscheidung über die Unterschrift unter das Gesetz zur Umsetzung des SAFE-Programms treffen muss.
- Władysław Kosiniak-Kamysz — Vizepremier und Verteidigungsminister, Hauptbefürworter der Annahme von Mitteln aus dem SAFE-Programm.
- Donald Tusk — Premierminister der Republik Polen, der EU-Mittel als Garantie für wirtschaftliche und militärische Stabilität fördert.
- Michał Dworczyk — Europaabgeordneter von PiS, von den Parteiführern für eine von der offiziellen Linie abweichende Haltung zum SAFE-Programm bestraft.
- Leon Komornicki — Generalmajor der Polnischen Streitkräfte a.D., Experte, der die polnische Teilnahme am Programm befürwortet.