Die Regierung der Kanarischen Inseln hat das ehemalige franquistische Repressionslager in Tefía auf Fuerteventura offiziell als ersten "LGTBIQ+ Gedenkort" Spaniens und als "Ort der demokratischen Erinnerung" anerkannt. Die seit letztem Jahr angekündigte Entscheidung zielt darauf ab, die Opfer der Verfolgung homosexueller Menschen unter der Herrschaft von General Francisco Franco zu würdigen. Das Lager in einem abgelegenen Teil der Insel war von 1954 bis 1966 in Betrieb, wo wegen Homosexualität verurteilte Männer interniert und zu harter Arbeit gezwungen wurden. Die Zeremonie mit lokalen Behörden und Vertretern von Vereinigungen fand am Donnerstag, dem 26. Februar 2026, statt.
Erster solcher Ort in Spanien
Das ehemalige Lager in Tefía wurde zum ersten Ort des Landes, der offiziell als "LGTBIQ+ Gedenkort" und gleichzeitig als "Ort der demokratischen Erinnerung" anerkannt wurde. Die Entscheidung unterstreicht den besonderen Charakter der Verfolgung sexueller Minderheiten in der Franco-Zeit.
Betrieb des Lagers von 1954 bis 1966
Das Lager, das in einem abgelegenen, wüstenartigen Teil Fuerteventuras lag, war zwölf Jahre lang in Betrieb. Dorthin wurden Männer geschickt, die aufgrund des sogenannten "Gesetzes über soziale Gefährlichkeit" wegen Homosexualität verurteilt worden waren. Die Gefangenen wurden einer Umerziehung unterzogen und zu Zwangsarbeit beim Bau von Infrastruktur gezwungen.
Gedenkzeremonie für die Opfer
Die Zeremonie zur Erklärung des Gedenkorts fand am Donnerstag, dem 26. Februar 2026, mit Vertretern der Regierung der Kanarischen Inseln, des Inselrats von Fuerteventura sowie von Vereinigungen für historisches Gedenken und LGTBIQ+-Rechte statt. Die Veranstaltung hatte den Charakter einer symbolischen Wiedergutmachung.
Kontext des Gesetzes über die demokratische Erinnerung
Die Anerkennung von Tefía fügt sich in den umfassenderen Prozess der Umsetzung des spanischen Gesetzes über die demokratische Erinnerung von 2022 ein, das die autonomen Gemeinschaften verpflichtet, Orte im Zusammenhang mit Repressionen zu identifizieren und zu kennzeichnen.
Die autonomen spanischen Behörden der Kanarischen Inseln haben eine historische Geste vollzogen, indem sie das ehemalige Repressionslager in Tefía auf Fuerteventura offiziell als ersten "LGTBIQ+ Gedenkort" des Landes und als "Ort der demokratischen Erinnerung" anerkannten. Die bereits im letzten Jahr angekündigte Entscheidung wurde während einer Zeremonie am Donnerstag, dem 26. Februar 2026, abgeschlossen. Die Einrichtung, in den Medien als "Strafkolonie" oder "Wüstenkonzentrationslager" bezeichnet, fungierte von 1954 bis 1966 als Ort der Isolation und "Umerziehung" von Männern, die aufgrund repressiver franquistischer Gesetze wegen Homosexualität verurteilt worden waren. Die Diktatur von General Francisco Franco in Spanien dauerte vom Ende des Bürgerkriegs 1939 bis zu seinem Tod 1975. Das Regime war durch starke politische Repressionen, Nationalismus und soziale Kontrolle auf der Grundlage katholischer Moral gekennzeichnet. Homosexuelle Menschen wurden verfolgt und bestraft, unter anderem auf der Grundlage des "Gesetzes über Landstreicher und Übeltäter" (Ley de vagos y maleantes) von 1933, das 1954 geändert wurde, und des späteren "Gesetzes über soziale Gefährlichkeit und Rehabilitation" von 1970. Medienberichten zufolge, darunter "El País" und RTVE, befand sich das Lager in Tefía in einem abgelegenen, wüstenartigen Teil der Insel. Dorthin gelangten Männer, die wegen Homosexualität verurteilt worden waren und entweder Haftstrafen verbüßen sollten oder im Rahmen "präventiver" Maßnahmen dorthin geschickt wurden. Die Gefangenen wurden zu harter Arbeit gezwungen, unter anderem beim Bau des nahe gelegenen Flughafens und anderer Infrastruktureinrichtungen. Die Lebensbedingungen werden als äußerst hart beschrieben. Die Gedenkzeremonie versammelte Vertreter der Regierung der Kanarischen Inseln, des Inselrats von Fuerteventura sowie von Menschenrechtsorganisationen und Geschichtsvereinen wie "Memoria de Canarias". Die Veranstaltung sollte den Opfern Tribut zollen und eine symbolische historische Wiedergutmachung gegenüber der LGTBIQ+-Gemeinschaft leisten. „Un campo de castigo franquista para gais en Fuerteventura, primer lugar de memoria LGTBIQ+ de España” (Ein franquistisches Strafarbeitslager für Schwule auf Fuerteventura, erster LGTBIQ+ Gedenkort Spaniens) — El País Die Anerkennung von Tefía ist Teil eines umfassenderen Prozesses zur Umsetzung des spanischen Gesetzes über die demokratische Erinnerung von 2022. Dieses Gesetz verpflichtet die autonomen Gemeinschaften, Orte im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen während des Bürgerkriegs und der Diktatur zu identifizieren, zu kennzeichnen und zu erhalten. Damit reiht sich Tefía in die wachsende Liste der im Rahmen dieser Geschichtspolitik gewürdigten Orte ein. Das Vorgehen der kanarischen Behörden wurde von zivilgesellschaftlichen Organisationen positiv aufgenommen, die sich seit Jahren für die offizielle Anerkennung des Leids homosexueller Menschen in der Franco-Zeit eingesetzt hatten. Es ist ein sichtbarer Schritt hin zu einer umfassenderen Aufarbeitung des Erbes der Diktatur, der die Perspektive sexueller Minderheiten berücksichtigt.
Mentioned People
- Francisco Franco — General, Diktator Spaniens, dessen Regime für die Repressionen und die Errichtung des Lagers in Tefía verantwortlich ist.