Frankreich kämpft mit einer Welle tragischer Vorfälle häuslicher Gewalt. Im Département Seine-Saint-Denis starb eine Frau durch Hammerschläge und Messerstiche, während in Seine-et-Marne der Täter einer brutalen Verstümmelung seiner Ex-Partnerin festgenommen wurde. Gleichzeitig läuft im Département Nord eine Untersuchung gegen einen Polizisten, der einen Mann erschoss, nachdem dieser eine Frau in einer Apotheke angegriffen hatte. Die Behörden untersuchen die Umstände dieser getrennten, aber außergewöhnlich brutalen Vorfälle.
Mord in Les Lilas
Eine Frau wurde mit Messer- und Hammerverletzungen tot im Haus der Eltern ihres Partners in Seine-Saint-Denis aufgefunden.
Festnahme wegen Verstümmelung
Der Verdächtige eines brutalen Mordes und der Verstümmelung seiner Ex-Partnerin in Seine-et-Marne gestand die Tat und wurde inhaftiert.
Anklage gegen Polizisten
Der Beamte, der im Département Nord einen Angreifer mit Messer erschoss, wurde wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt.
Am Montag, den 23. Februar, verbreitete sich in Frankreich die Nachricht von einem weiteren makabren Vorfall in Les Lilas. In der Wohnung der Eltern des Verdächtigen wurde die Leiche einer Frau mit zahlreichen Stichverletzungen und Spuren von Hammerschlägen gefunden. Ihr Partner wurde umgehend festgenommen und befindet sich in Polizeigewahrsam. Dies ist ein weiterer Mord in kurzem Abstand, der die Statistiken zum systemischen Problem des Femizids in diesem Land bestätigt. Im Département Seine-et-Marne entschied das Gericht hingegen über die vorläufige Festnahme eines Mannes, der gestand, seiner Ex-Partnerin tödliche Schläge versetzt zu haben. Die Ermittler beschrieben den Vorfall als besonders drastisch, da der Körper des Opfers verstümmelt wurde. Dem Verdächtigen wurde Mord durch Ehepartner oder Partner vorgeworfen, was im französischen Strafgesetzbuch mit lebenslanger Haft geahndet werden kann. Seit 2019 hat Frankreich nach landesweiten Konsultationen, dem sogenannten „Grenelle de la lutte contre les violences conjugales“, eine Reihe von Reformen zur besseren Schutz von Opfern häuslicher Gewalt eingeführt, darunter elektronische Fußfesseln für Täter. Parallel werden die Umstände der Tragödie im Département Nord aufgeklärt, wo ein Mann seine Partnerin in einer Apotheke mit einer Jagdwaffe angeschossen hat. Das Opfer kämpft im Krankenhaus in Lille noch ums Leben. Der Täter wurde von einem Polizisten während eines Festnahmeversuchs erschossen, als er versuchte, die Beamten mit einem Messer anzugreifen. Die Staatsanwaltschaft in Douai erhob gegen den Beamten Anklage wegen vorsätzlicher Tötung, was eine öffentliche Debatte über die Grenzen der Notwehr im Dienst auslöste. „Le policier a été mis en examen pour homicide volontaire afin de déterminer les circonstances exactes de l'usage de son arme de service.” (Der Polizist wurde wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt, um die genauen Umstände des Einsatzes seiner Dienstwaffe zu klären.) — Staatsanwalt in Douai