Heftige Schneefälle führten zur Lähmung des Flughafens München und zwangen etwa 600 Passagiere, die Nacht an Bord festsitzender Flugzeuge zu verbringen. Fehlende verfügbare Shuttlebusse und schwierige Wetterbedingungen machten eine Evakuierung der Reisenden in die Terminals unmöglich. Der Vorfall löste eine Welle der Kritik an den Flughafenbehörden und der Lufthansa aus, und die deutsche Staatsanwaltschaft hat bereits ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Verletzung von Passagierrechten eingeleitet.
Nacht in eingeschlossenen Flugzeugen
Fast 600 Passagiere mussten aufgrund fehlenden Transports zum Terminal in München an Bord von Maschinen übernachten.
Eingreifen der Staatsanwaltschaft
Deutsche Ermittler prüfen die Umstände des Vorfalls im Hinblick auf mögliche rechtliche Fahrlässigkeiten seitens des Flughafenbetreibers.
Auswirkungen von Sturm Hernando
Die Probleme in Deutschland fielen zeitlich mit der Absage transatlantischer Flüge von Irland in die USA aufgrund des Wetters zusammen.
Der Wintereinbruch in Süddeutschland führte zu einer dramatischen Situation am Flughafen München. Etwa 600 Personen, die hauptsächlich mit Lufthansa reisten, wurden an Bord von Maschinen, die auf dem Vorfeld standen, eingeschlossen. Die Passagiere verbrachten die gesamte Nacht von Sonntag auf Montag in den Kabinen, weil die Bodenpersonal nicht in der Lage war, einen sicheren Transport zu den Terminals zu gewährleisten. Laut offiziellen Mitteilungen war der Grund das Fehlen verfügbarer Shuttlebusse sowie die Lähmung der Rollwege durch liegenden Schnee und Eis. Viele Reisende beschrieben die Bedingungen als skandalös und wiesen auf eingeschränkten Zugang zu Informationen und Nahrung hin. Der Flughafen München ist der zweitgrößte Luftverkehrsknotenpunkt in Deutschland und bediente vor der Pandemie über 40 Millionen Passagiere pro Jahr. Als Hauptumsteigeknoten für Südeuropa und transatlantische Flüge hat jede Unterbrechung seines Betriebs Auswirkungen auf das globale Streckennetz.Die Situation betraf auch polnische Staatsbürger, die sich unter den eingeschlossenen Passagieren befanden. Nach Medienintervention und zahlreichen Beschwerden entschuldigten sich die Flughafenbehörden und Vertreter der Lufthansa offiziell. Für viele Menschen reicht das jedoch nicht aus – Passagiere kündigen Sammelklagen an, und Rechtsexperten prüfen, ob es zu groben Fahrlässigkeiten in Bezug auf Sicherheit und Betreuung der Reisenden gekommen ist. Entschädigungen für die entstandene Situation könnten Rekordsummen erreichen, angesichts der Zeit, die Passagiere im geschlossenen Raum der Flugzeuge eingeschlossen waren. „Das ist ein absolutes Armutszeugnis für den Flughafen. Wir saßen zehn Stunden in der Maschine und starrten auf das Terminal, zu dem uns niemand bringen wollte.” — Ein Passagier Gleichzeitig traten Wetterprobleme auf der anderen Seite des Atlantiks auf. Der Wintersturm Hernando, der die Ostküste der USA als mächtiger Zyklon traf, zwang zur Absage zahlreicher transatlantischer Flüge. Die Wetterprobleme in den USA führten zu massiven Verspätungen und Annullierungen von Flügen aus europäischen Häfen, darunter Dublin und Shannon, was die Situation in den Drehkreuzen zusätzlich verkomplizierte. Luftfahrtexperten betonen, dass ein solches Ausmaß an Störungen bei zuvor vorhergesagten Schneefällen in München auf kritische Fehler im Krisenmanagement des Flughafens hindeutet.