Vor Gericht in Cagliari auf Sardinien kam es zu wegweisenden Aussagen im Prozess gegen Francesco Arcuri, den Ex-Partner der Spanierin Juana Rivas. Ihr ältester Sohn, der 19-jährige Gabriel, beschrieb die Jahre beim Vater als eine Reihe physischer und psychischer Gewalt, in der er wiederholt um sein Leben fürchtete. Der Prozess zieht Medienaufmerksamkeit auf sich, weil die italienische Justiz zuvor untätig blieb, wofür die Staatsanwaltschaft sich offiziell entschuldigte und den Fall nach sieben Jahren wieder aufnahm.
Erschütternde Aussagen Gabriels
Der Sohn von Juana Rivas sagte vor Gericht aus, dass der Vater versucht habe, ihm das Leben zu nehmen und den Kindern einen häuslichen Horror geschaffen habe.
Entschuldigung der italienischen Staatsanwaltschaft
Die Ermittler räumten siebenjährige Versäumnisse in dem Fall ein und nahmen die Ermittlungen gegen Francesco Arcuri wieder auf.
Aussagen von Juana Rivas
Die Mutter sagte hinter einem Sichtschutz aus und beschrieb die systematische Demütigung der Söhne und das Ausbleiben von Reaktionen der Behörden auf frühere Meldungen.
Im Strafgericht von Cagliari auf Sardinien fand eine außergewöhnlich emotionale Verhandlung im Prozess gegen Francesco Arcuri statt, der der Misshandlung seiner Kinder angeklagt ist. Der Schlüsselmoment des Tages waren die Aussagen von Gabriel, dem 19-jährigen Sohn des Paares, der ein erschütterndes Bild des Alltags an der Seite des Vaters zeichnete. Der junge Mann, der als Zeuge auftrat, verschonte keine drastischen Details und beschrieb seine Erfahrungen als „Hölle”. Er gab an, dass Arcuri systematische körperliche Gewalt angewandt habe und es in kritischen Momenten zu Versuchen gekommen sei, ihm das Leben zu nehmen. Gabriel betonte, dass die Angst vor der Aggression des Vaters ihn jeden Tag begleitete und die Ausreise nach Spanien im Jahr 2022 für ihn der einzige Rettungsweg war, auch wenn sie mit dem schmerzhaften Zurücklassen seines jüngeren Bruders Daniel in der Obhut des Angeklagten verbunden war. Parallel legte Juana Rivas selbst Zeugnis ab, die aufgrund eines Traumas durch einen speziellen Sichtschutz von ihrem Ex-Partner getrennt wurde. Rivas, die die seit Jahren erhobenen Vorwürfe erneut bestätigte, zitierte Worte der Kinder, die sie angeblich um Hilfe angefleht hätten, mit der Behauptung, sie würden „durch die Hand des Vaters sterben”. Sie beschrieb auch den von Arcuri angewandten Mechanismus der Demütigung, der die Kinder angeblich als „Bastarde” beschimpft und regelmäßig ihre Mutter in ihrer Gegenwart beleidigt habe. Die Spanierin erklärte, dass ihre früheren Handlungen, einschließlich der Flucht mit den Kindern, ausschließlich durch den Wunsch motiviert waren, sie vor eskalierender Gewalt zu schützen. Die Situation ist insofern beispiellos, als die italienische Staatsanwaltschaft, die zuvor wiederholt Ermittlungen eingestellt hatte, sich zu offiziellen Entschuldigungen für siebenjährige Versäumnisse und mangelnden Schutz der Minderjährigen entschloss. Der Fall Juana Rivas ist in Spanien zu einem Symbol für den Kampf um eine Reform des Familienrechts und den Schutz von Müttern vor sogenannter institutioneller Gewalt geworden. Seit 2017, als Rivas sich weigerte, die Kinder dem Vater zu übergeben, konzentriert sich die öffentliche Debatte auf den Konflikt zwischen dem Kindeswohl und den Rechtssystemen der EU-Staaten in Fällen von Elternentführung. Trotz der Aussagekraft der Anklagezeugen behält die Verteidigung von Francesco Arcuri ihre Linie der angeblichen Manipulation durch die Mutter gegenüber den Kindern bei. Arcuri selbst war im Saal anwesend und hörte den Worten seines Sohnes zu, wobei er alle Vorwürfe bestritt. Das Gericht plant die Vernehmung weiterer Zeugen im März, darunter Personen aus dem Umfeld der Familie in Carloforte, wo es zu Vorfällen gekommen sein soll. Die rechtliche Situation wird dadurch erschwert, dass der jüngere Sohn, der heute 11-jährige Daniel, noch immer mit dem Vater in Italien lebt.
Mentioned People
- Juana Rivas — Spanierin, die zuvor wegen Entführung ihrer Söhne verurteilt wurde, derzeit Anklägerin im Prozess wegen Misshandlung.
- Francesco Arcuri — Italienischer Ex-Partner von Juana Rivas, angeklagt wegen brutaler Misshandlung der Söhne.
- Gabriel Rivas — Ältester Sohn des Paares, der nach Erreichen der Volljährigkeit gegen den Vater aussagt.