Die deutsche Wirtschaft beendete das Jahr 2025 mit gemischten Ergebnissen. Das Statistische Bundesamt korrigierte die Daten zum Haushaltsdefizit, das letztlich 119,1 Milliarden Euro betrug, was 2,7 Prozent des BIP entspricht. Gleichzeitig wurde im vierten Quartal ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent verzeichnet, angetrieben durch privaten Konsum und Staatsausgaben. Trotz der schwierigen fiskalischen Lage gelang es Berlin, innerhalb der EU-Schuldenobergrenze zu bleiben, auch wenn die Prognosen für die Zukunft Experten beunruhigen.

Überarbeitung des Haushaltsdefizits

Die deutsche Haushaltslücke für das Jahr 2025 betrug 119,1 Mrd. Euro (2,7 Prozent des BIP), was die früheren Schätzungen von 2,4 Prozent übertrifft.

Unerwartetes BIP-Wachstum

Die deutsche Wirtschaft wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent, was ein weiteres Jahr der Stagnation verhinderte.

Sozialausgaben und Finanzen

Die Kosten für den Schuldendienst sowie die Ausgaben für Renten und Pensionen stiegen schneller als die Steuereinnahmen und belasteten den Bundeshaushalt.

Streit um Wirtschaftsberatung

Der Weggang von Ulrike Malmendier aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sorgt für Kontroversen und deutet auf ideologische Spaltungen in der Regierung hin.

Der deutsche Staatshaushalt schloss das Jahr 2025 mit einem Defizit von 119,1 Milliarden Euro, was einen deutlichen Anstieg gegenüber 115,3 Milliarden Euro im Vorjahr darstellt. Die neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erwiesen sich als schlechter als die vorläufigen Schätzungen vom Januar, die eine Lücke von 107 Milliarden Euro annahmen. Hauptursache für die Vertiefung der Haushaltslücke war die Tatsache, dass die öffentlichen Ausgaben schneller stiegen als die Einnahmen aus Steuern und Beiträgen. Für fast zwei Drittel der gesamten Verschuldung des öffentlichen Sektors ist die Bundesregierung verantwortlich, während die Bundesländer ihre Defizite begrenzen konnten. Dennoch hielt Deutschland das Defizit im Rahmen des EU-Stabilitäts- und Wachstumspakts, der maximal 3 Prozent des BIP zulässt. Parallel dazu trafen überraschend optimistische Nachrichten über den Zustand der Wirtschaft ein. Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands stieg im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, was die seit 2022 anhaltende Stagnation beendete. Motor dieses Wachstums war der private Konsum (Anstieg um 0,5 Prozent) sowie die Staatsausgaben (Anstieg um 1,1 Prozent). Im gesamten Jahr 2025 wuchs das BIP um bescheidene 0,2 Prozent, was der größten Volkswirtschaft Europas eine Rezession ersparte. Eine wichtige Unterstützung waren auch die Bauinvestitionen, die um 1,6 Prozent sprangen, obwohl die externe Nachfrage aufgrund der schwierigen Lage auf den Weltmärkten und der Handelsbeschränkungen schwach blieb. Die deutsche Verfassung enthält seit 2009 die sogenannte Schuldenbremse, die die Möglichkeit der Neuverschuldung drastisch einschränkt. Angesichts der Notwendigkeit, die Infrastruktur zu modernisieren und die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, wird dieser Mechanismus zum Gegenstand hitziger politischer Auseinandersetzungen.Die Aussichten für die kommenden Jahre bleiben jedoch unsicher. Die Bundesbank warnt vor einem weiteren Anstieg des Defizits, das bis 2027 4,5 Prozent des BIP erreichen könnte, wenn keine Reformen der Investitionsfinanzierung eingeführt werden. Die Situation wird durch politische Spannungen um die Schuldenbremse (Schuldenbremse) und Kontroversen im Zusammenhang mit der Besetzung des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kompliziert. Die Nichtverlängerung des Vertrags von Ulrike Malmendier, einer geschätzten Wirtschaftswissenschaftlerin, die die Regierung berät, wird als Zeichen einer Politisierung der Wirtschaftsdebatte in Berlin gewertet. Haushaltsdefizit Deutschlands in den Jahren 2024-2025: 2024: 115.3, 2025 (vorläufig): 107.0, 2025 (endgültig): 119.1 „Damit endete das konjunkturell wechselhafte Jahr 2025 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung.” — Ruth Brand

Mentioned People

  • Ruth Brand — Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis)
  • Ulrike Malmendier — Führende Wirtschaftswissenschaftlerin, deren Vertrag im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht verlängert wird.