Die spanische Nationale Kommission für Märkte und Wettbewerb (CNMC) teilte mit, dass Apple und Amazon eine Anordnung zur sofortigen Entfernung wettbewerbswidriger Klauseln aus Verträgen über die Vertriebsbedingungen von Apple-Produkten durch Amazon verletzt hätten. Die Behörde fordert die Einleitung eines neuen Bußgeldverfahrens, was zu einer zusätzlichen Geldstrafe führen könnte. Im Juli 2023 wurden die Unternehmen bereits mit einer Geldbuße von 194 Millionen Euro für dieselben Praktiken belegt, die laut CNMC den Wettbewerb auf dem spanischen Markt einschränkten.

Neues Bußgeldverfahren

Die spanische Nationale Kommission für Märkte und Wettbewerb empfahl die Einleitung eines neuen Bußgeldverfahrens gegen Apple und Amazon, weil sie die verbotenen Vertragsklauseln nicht innerhalb der gesetzten Frist entfernt haben, was einen Verstoß gegen die Anordnung von 2023 darstellt.

Art der Vorwürfe

Die beanstandeten Klauseln beschränkten die Anzahl autorisierter Verkäufer von Apple-Produkten auf der spanischen Amazon-Website, begrenzten den Werberaum für konkurrierende Produkte und hinderten Amazon daran, Marketingkampagnen durchzuführen, die Käufern von Apple-Produkten Angebote anderer Marken unterbreiten.

Höhe der früheren Strafe

Im Juli 2023 verhängte die CNMC gegen die Unternehmen eine Gesamtstrafe von 194 Millionen Euro (etwa 143,6 Mio. für Apple und 50,5 Mio. für Amazon) für dieselben wettbewerbswidrigen Praktiken.

Frist für Klauselentfernung

Laut Feststellungen der Behörde entfernten die Unternehmen die beanstandeten Bestimmungen erst im Mai 2025, also verspätet im Vergleich zur Anordnung zur sofortigen Einstellung der Praktiken.

Die spanische Wettbewerbsbehörde CNMC leitet eine neue Phase ihres langwierigen Kampfes gegen die Technologiegiganten ein. Am Mittwoch, dem 25. Februar 2026, teilte die Behörde mit, dass Apple und Amazon einer im Juli 2023 erlassenen Anordnung zur sofortigen Einstellung wettbewerbswidriger Praktiken nicht nachgekommen seien. Daher empfahl der Rat der CNMC der Leitung der Institution, ein neues Bußgeldverfahren einzuleiten, das mit einer zusätzlichen Geldstrafe gegen beide Konzerne enden könnte. Der zentrale Streitpunkt sind Klauseln in den Verträgen, die die Bedingungen regeln, unter denen Amazon in Spanien als autorisierter Vertriebspartner für Apple-Produkte agiert. Die CNMC hält diese für eine unangemessene Wettbewerbsbeschränkung. Laut Mitteilung der Behörde störten diese Bestimmungen den Markt auf dreifache Weise. Erstens beschränkten sie die Anzahl der Anbieter, die Apple-Produkte auf der spanischen Amazon-Plattform verkaufen dürfen. Zweitens schränkten sie die Bereiche auf der Website ein, in denen Werbung für Produkte konkurrierender Anbieter zu Apple angezeigt werden könnte. Drittens untersagten sie Amazon, Marketingkampagnen mit Angeboten für Produkte alternativer Marken an Kunden zu richten, die Apple-Produkte erworben hatten. Der Kampf gegen wettbewerbswidrige Praktiken großer Technologiekonzerne ist in den letzten zehn Jahren zu einer Priorität für Regulierungsbehörden weltweit geworden, auch in der Europäischen Union. Seit 2017 hat die Europäische Kommission gegen Google Geldstrafen von über 8 Milliarden Euro wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht verhängt, und 2023 traten neue, verschärfte Vorschriften – der Digital Markets Act – in Kraft, um die sogenannten „Marktplatzbetreiber” zu disziplinieren. Der aktuelle Konflikt in Spanien hat seinen Ursprung in einer Entscheidung aus dem Jahr 2023, als die CNMC Apple mit einer Geldbuße von 143,64 Millionen Euro und Amazon mit 50,51 Millionen Euro belegte, was einer Gesamtsumme von etwa 194 Millionen Euro entspricht. Damals erhielten die Unternehmen die Anordnung, die beanstandeten Klauseln umgehend aus den Verträgen zu entfernen. Wie jedoch eine spätere Überprüfung ergab, stellte der CNMC-Rat erst im Oktober 2025 fest, dass diese Praktiken erst im Mai 2025 beendet wurden. Diese Verzögerung bildet die Grundlage für den aktuellen Vorwurf der Verletzung der früheren Entscheidung. „Apple y Amazon han incumplido la orden de cesación de conductas impuesta en su resolución sancionadora de 2023.” (Apple und Amazon sind der in ihrer Sanktionsentscheidung von 2023 auferlegten Anordnung zur Einstellung der Praktiken nicht nachgekommen.) — CNMC Die Einleitung eines neuen Verfahrens ist ein formaler Schritt, der noch keine Schuld oder Höhe einer möglichen Strafe vorwegnimmt. Dennoch signalisiert er die entschlossene Haltung des spanischen Regulators, der Verzögerungen bei der Umsetzung seiner Entscheidungen nicht tolerieren will. Dieser Fall fügt sich in den breiteren, globalen Trend einer verschärften Aufsicht über dominante digitale Plattformen und ihre vertraglichen Praktiken ein, die kleineren Marktteilnehmern schaden und die Verbraucherwahl einschränken können.

Mentioned People

  • Cani Fernández — Vorsitzende der spanischen Nationalen Kommission für Märkte und Wettbewerb (CNMC).