Die PKO Bank Polski, das größte Finanzinstitut des Landes, hat einen massiven Systemausfall überwunden, der den Zugang zur IKO-App und zum iPKO-Service lahmlegte. Gleichzeitig sehen sich Kunden vieler Banken mit neuen Restriktionen konfrontiert, die von den Geldautomaten-Netzwerken Euronet und Planet Cash eingeführt wurden. Die Änderungen umfassen niedrigere Einmal-Abhebungslimits und Anpassungen im BLIK-System, was die Nutzung alternativer Methoden für den Bargeldzugang erzwingt.
Lähmung der Systeme der PKO BP
Die größte polnische Bank erlebte einen mehrstündigen Ausfall der mobilen App und des Transaktionsdienstes, der Kunden den Zugang zu ihren Konten unmöglich machte.
Neue Bargeldabhebungslimits
Die Netze Euronet und Planet Cash haben die Beträge für Einmalabhebungen gesenkt, was Nutzer zwingt, die Geräte häufiger zu benutzen.
Alternative im Einzelhandel
Die wachsende Beliebtheit des Abhebungsdienstes in Geschäften (z.B. Żabka) als Weg, die Restriktionen an Geldautomaten zu umgehen.
Die polnische Bankenbranche steht im Fokus der Aufmerksamkeit aufgrund zweier sich überlagernder Phänomene: schwerwiegender technischer Probleme des Marktführers und systemischer Veränderungen beim Bargeldzugang. Am Donnerstag, den 26. Februar 2026, berichteten Kunden der PKO Bank Polski fast den ganzen Tag über die Unmöglichkeit, das mobile Banking IKO und den Internetdienst iPKO zu nutzen. Die Probleme betrafen auch den Betrieb der Hotline und die Ausführung von Überweisungen, was eine Welle der Kritik von Personen auslöste, die von ihren Finanzmitteln abgeschnitten waren. Die Bank entschuldigte sich offiziell für die Unannehmlichkeiten und informierte am Abend über die Wiederherstellung der vollen Systemfunktionalität. Parallel dazu führt die Zahlungsbranche erhebliche Änderungen in der Abwicklung des Bargeldverkehrs ein. Die Netze Euronet und Planet Cash haben neue, niedrigere Limits für die einmalige Bargeldabhebung eingeführt, in der Regel auf einem Niveau von 800 oder 1000 Złoty. Diese Entscheidungen werden mit den hohen Kosten für die Wartung der Geldautomaten bei gleichzeitig niedrigen Interchange-Sätzen begründet, die die Betreiber von den Banken erhalten. Diese Beschränkungen betreffen insbesondere Transaktionen mit Zahlungskarten, aber die Änderungen umgehen auch nicht die Nutzer des BLIK-Systems. Seit 2020 wird in Polen eine konsequente Politik zur Begrenzung von Einmalabhebungen an Geldautomaten fremder Netze beobachtet, was auf steigende Energie- und Wartungskosten bei gleichzeitigem Einfrieren der zwischenbanklichen Provisionen zurückzuführen ist. Als Reaktion auf die verschärfte Politik der Geldautomatenbetreiber weisen Experten auf die wachsende Rolle des Cash back-Dienstes hin, der unter anderem in Geschäften der Kette Żabka verfügbar ist. Dieser ermöglicht es, Schlangen an den Automaten zu umgehen und ist oft nicht mit so niedrigen Limits belastet wie traditionelle Geldautomaten. Einige Banken, wie die ING Bank Śląski, begannen auch, für Ende Februar/Anfang März geplante technische Unterbrechungen zu kommunizieren, was auf eine Phase verstärkter Arbeiten an der Zahlungsinfrastruktur im gesamten Sektor hindeutet. Diese Situation zwingt Verbraucher zu größerer Flexibilität und häufigerer Nutzung bargeldloser Zahlungen. „Bardzo przepraszamy za dzisiejsze utrudnienia. Systemy IKO i iPKO działają już poprawnie.” (Wir entschuldigen uns aufrichtig für die heutigen Unannehmlichkeiten. Die Systeme IKO und iPKO funktionieren jetzt wieder einwandfrei.) — Mitteilung der PKO BP Aus Marktperspektive sind die neuen Limits an Geldautomaten Teil eines breiteren Phänomens, das als Krieg um das Bargeld bezeichnet wird. Unabhängige Betreiber kämpfen um Rentabilität, indem sie Kosten auf die Kunden durch Gebühren für häufigere, kleinere Abhebungen abwälzen. Kunden, die zusätzliche Gebühren vermeiden wollen, suchen zunehmend nach Lösungen im Einzelhandel, was die Zahlungsgewohnheiten der Polen verändert. Experten prognostizieren, dass sich dieser Trend im Jahr 2026 fortsetzen wird und weitere Senkungen der Limits an freistehenden Geräten zum Marktstandard werden.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Notwendigkeit der Systemmodernisierung und fördern den bargeldlosen Zahlungsverkehr als sicherere Alternative zum traditionellen Geld. Konservative Medien warnen vor digitaler Exklusion und der Einschränkung der bürgerlichen Freiheit durch die Erschwerung des Zugangs zu physischem Bargeld.