Während einer Sitzung der Madrider Regionalversammlung kam es zu einem heftigen Wortwechsel zwischen der Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso und der linken Opposition. Der Auslöser war die Figur des puerto-ricanischen Sängers Bad Bunny. Ayuso kritisierte ironisch feministische Kreise für die Unterstützung des Künstlers, dessen Texte sie als widersprüchlich zu den von der Linken propagierten Werten ansah, während sie gleichzeitig Vorwürfe bezüglich lokaler Skandale in Móstoles zurückwies.

Musikalische Polemik im Parlament

Präsidentin Isabel Díaz Ayuso zitierte Texte von Bad Bunny, um Widersprüche in der Haltung der Politiker von Más Madrid gegenüber Frauenrechten aufzuzeigen.

Skandal in Móstoles im Hintergrund

Die Opposition wirft Ayuso vor, Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den von der Volkspartei gestellten Bürgermeister zu ignorieren, der eine Stadträtin gemobbt haben soll.

Kontroverser Titel in Asturien

Die Gruppierung Sumar Asturies schlug vor, dem Sänger den Titel Adoptivsohn zu verleihen, was eine Debatte über Machismus in der Musik auslöste.

Während der Donnerstagssitzung der Madrider Regionalversammlung kam es zu einem ungewöhnlichen Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition. Isabel Díaz Ayuso, die das Amt der Regionalpräsidentin innehat, bezog sich sarkastisch auf den Vorschlag der Gruppierung Más Madrid, die vorschlug, den Künstler Bad Bunny mit der Goldenen Medaille zu ehren. Ayuso nutzte das Werk des Musikers, um die ideologische Glaubwürdigkeit ihrer Gegner in Frage zu stellen. Indem sie Textausschnitte zitierte, warf sie den linken Politikern Heuchelei vor und wies darauf hin, dass sie einen Künstler unterstützen, dessen Texte oft als chauvinistisch und frauenverachtend bezeichnet werden. Ayusos Kritik beschränkte sich nicht nur auf den kulturellen Bereich. Die Präsidentin von Madrid nutzte musikalische Metaphern, um direkte Antworten auf schwierige Fragen zur Situation in Móstoles zu vermeiden. Dieser Fall betrifft Vorwürfe von Mobbing und sexueller Belästigung, die eine Stadträtin gegen Bürgermeister Manuel Bautista erhoben hat. Die Opposition wirft Ayuso vor, dass ihre Abgesandten versucht hätten, das Opfer zum Schweigen zu bringen, indem sie es davon abhielten, formelle Beschwerde vor Gericht einzureichen. Die Beziehungen zwischen der Volkspartei und der linken Opposition in Spanien sind seit Jahren durch ein hohes Maß an Polarisierung geprägt, und die Parlamentssitzungen in Madrid werden oft zur Bühne spektakulärer, medialer rhetorischer Gefechte. Gleichzeitig schlug in Asturien der Leiter der lokalen Sektion der Partei Sumar vor, Bad Bunny den Titel „Adoptivsohn” der Region zu verleihen. Er begründete dies damit, dass die Musik des Künstlers Brücken zwischen Spanien und Lateinamerika baue und an die historische Auswanderung der Asturier erinnere. Die Figur des Sängers löst jedoch extreme Emotionen aus; Journalisten wie Alfonso Arús weisen offen auf den machistischen Charakter vieler seiner Kompositionen hin. Ayuso bezog sich auf diese Debatte und forderte die Sprecherin von Más Madrid, Manuela Bergerot, direkt auf, mit dem Künstler „Perreo auf der Bühne zu tanzen”, anstatt andere über Feminismus zu belehren. „Steigen Sie auf die Bühne und tanzen Sie mit ihm Perreo, da Sie ihn im Namen des Feminismus so sehr verteidigen.” — Isabel Díaz Ayuso Das Phänomen der Nutzung von Popkultur in politischen Debatten wird in Spanien immer häufiger. Ayuso, bekannt für ihre scharfe Zunge und Kompromisslosigkeit, hat es erneut geschafft, ihre eigene Erzählung durchzusetzen und die Aufmerksamkeit von Personalproblemen ihrer eigenen Gruppierung abzulenken. Politische Gegner werfen ihr jedoch Zynismus und instrumentellen Umgang mit Frauenrechten vor, um Imagepunkte zu gewinnen, insbesondere im Kontext der bevorstehenden Europatournee des Künstlers. Das spanische politische System basiert auf weitreichender Autonomie der Regionen, was bedeutet, dass Führungspersönlichkeiten wie die Präsidentin von Madrid nicht nur Einfluss auf die lokale Gesetzgebung haben, sondern auch die öffentliche Debatte im ganzen Land prägen. Anzahl der geplanten Bad Bunny-Konzerte in Spanien: Madrid: 8, Barcelona: 2, Asturien: 0 Medien betonen, dass Ayuso Fragen zu Belästigung in Móstoles ausweicht und den Feminismus mithilfe der Popkultur angreift. | Publizisten loben Ayuso dafür, die Heuchelei der Linken aufzudecken, die Künstler mit kontroversen, machistischen Texten feiert.

Mentioned People

  • Isabel Díaz Ayuso — Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Politikerin der konservativen Volkspartei.
  • Bad Bunny — Puerto-ricanischer Rapper und Sänger, einer der populärsten Künstler weltweit.
  • Manuela Bergerot — Sprecherin der linken Gruppierung Más Madrid im Regionalparlament.