Die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der portugiesische Premierminister António Costa waren Ehrengäste beim 682. Hamburger Matthiae-Mahl im Rathaus der Stadt. Die Veranstaltung ist eine der ältesten diplomatischen Traditionen Deutschlands, bei der die Reden auf Latein gehalten werden und der Bürgermeister der Stadt, in diesem Jahr Peter Tschentscher, Gastgeber ist. Das zentrale Thema war der Zustand von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Merkel betonte die Notwendigkeit, Brücken zu bauen, und Costa sprach über Vertrauen.

Tradition des Banketts

Das Hamburger Matthiae-Mahl findet seit 1356 statt. Es gilt als das älteste diplomatische Bankett der Welt, bei dem die Gäste nach einem historischen Menü speisen und die Reden auf Latein gehalten werden. Die Veranstaltung dient informellen politischen und geschäftlichen Treffen.

Ehrengäste und Themen

In der diesjährigen Ausgabe waren Angela Merkel und der portugiesische Premierminister António Costa die Ehrengäste. Im Mittelpunkt der Diskussion standen aktuelle Herausforderungen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftliches Vertrauen im Kontext geopolitischer Spannungen und Krisen.

Politische Botschaft

In ihren Reden behandelten die Gäste Fragen der internationalen Zusammenarbeit. Angela Merkel appellierte an die Suche nach Kompromissen und den Brückenbau in einer gespaltenen Welt. António Costa betonte die Bedeutung von Vertrauen als Fundament demokratischer Institutionen.

Die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der amtierende portugiesische Premierminister António Costa waren die Hauptehrengäste bei der 682. Ausgabe des Hamburger Matthiae-Mahls, das am Donnerstag im Hamburger Rathaus stattfand. Die Veranstaltung, deren Gastgeber traditionell der Erste Bürgermeister der Stadt ist, in diesem Jahr Peter Tschentscher, zählt zu den ältesten und prestigeträchtigsten diplomatischen Traditionen Deutschlands und reicht bis ins Jahr 1356 zurück. Das Bankett vereint Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Diplomatie in einer informellen Atmosphäre, und sein besonderes Merkmal ist das Halten der Reden in lateinischer Sprache. Im diesjährigen Bankett standen die Gefahren für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Mittelpunkt der Diskussion. In ihrer Rede betonte Angela Merkel die Notwendigkeit des Dialogs und der Suche nach Kompromissen angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und gesellschaftlicher Polarisierung. „„Wir brauchen Brücken, auch wenn sie mühsam zu bauen sind.”” — Die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Der portugiesische Premierminister António Costa konzentrierte sich in seiner Ansprache hingegen auf die Rolle des Vertrauens als Schlüsselelement, das Gesellschaften zusammenhält und demokratische Institutionen legitimiert. „„Vertrauen ist das Fundament, auf dem wir bauen können.”” — Der portugiesische Premierminister António Costa Das Hamburger Matthiae-Mahl hat seine Wurzeln im Mittelalter. Es wurde 1356 vom Stadtrat zu Ehren des heiligen Matthäus, des Stadtpatrons, gestiftet. Über die Jahrhunderte diente es als Treffpunkt für hansische Kaufleute und später für Diplomaten. Die Tradition, die Reden auf Latein zu halten, bezieht sich auf die universelle Sprache der Gelehrten und Diplomaten im alten Europa. Die Veranstaltung überdauerte Kriege und Systemwechsel und wurde zu einem Symbol der Kontinuität und Weltoffenheit Hamburgs. Dieses Bankett, das als älteste ununterbrochene diplomatische Tradition der Welt gilt, ist Ausdruck der besonderen Rolle Hamburgs als Handelsstadt und Metropole mit globalen Verbindungen. Die Teilnahme von Angela Merkel, die nach ihrem Ausscheiden aus dem Kanzleramt im Jahr 2021 selten bei offiziellen Veranstaltungen auftritt, verleiht dem Ereignis zusätzliche Bedeutung und mediale Aufmerksamkeit. Die Anwesenheit des portugiesischen Premierministers unterstreicht hingegen die starken Wirtschaftsbeziehungen zwischen Portugal und Deutschland sowie Costas Engagement für die Europäische Union.

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