Das deutsche Zollfahndungsamt in Essen führte eine groß angelegte Operation in Hamburg durch, die gegen Unternehmen gerichtet war, die Sanktionen gegen Russland umgehen. Der Direktor von drei Hamburger Unternehmen wird verdächtigt, in über 900 Fällen das Embargo durch indirekte Importe von Waren mit einem Gesamtwert von mehr als 4 Millionen Euro gebrochen zu haben. Bei den Durchsuchungen in der vergangenen Woche sicherten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial, Luxusfahrzeuge und froren das millionenschwere Vermögen des verdächtigen Geschäftsmannes ein.

Massiver Umfang der Verstöße

Die Ermittler werfen dem Geschäftsführer der Hamburger Firmen über 900 Verstöße gegen die Handelsvorschriften mit Russland vor.

Millionenschwere Vermögenssicherung

Es wurden Vermögenswerte im Wert von 3,5 Millionen Euro sowie zwei Luxuslimousinen des verdächtigen Unternehmens beschlagnahmt.

Wert der illegalen Importe

Der Wert der trotz geltender Sanktionen eingeführten Waren wird auf über 4 Millionen Euro geschätzt.

Beamte des Zollfahndungsamtes Essen, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg handelten, führten eine Operation gegen die Umgehung des Embargos durch. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Person des Geschäftsführers von drei Unternehmen im Handelssektor. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll dieser Mann über 900 Verstöße gegen die Vorschriften begangen haben, indem er Waren russischer Herkunft auf Umwegen nach Deutschland brachte, um ihre tatsächliche Quelle zu verschleiern. Die Aktion der Behörden fand am 18. Februar statt, obwohl die Informationen über ihren Verlauf mit Verzögerung an die Öffentlichkeit weitergegeben wurden, um das laufende Verfahren nicht zu gefährden. Während der operativen Maßnahmen betraten die Beamte die Firmensitze und Privaträume und sicherten Datenträger sowie Handelsdokumentation. Im Rahmen der Vermögenssicherung wurden zwei Luxuslimousinen beschlagnahmt und Finanzmittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro eingefroren. Seit der großangelegten Invasion Russlands in die Ukraine im Februar 2022 haben die Länder der Europäischen Union die Liste der Waren, für die Ein- und Ausfuhrverbote gelten, schrittweise erweitert, um die finanziellen Ressourcen des Kremls für die Kriegsführung zu beschränken.Die Zollbehörden haben bisher keine genaue Spezifikation der Waren preisgegeben, die Gegenstand des illegalen Handels waren. Bekannt ist lediglich, dass ihr Gesamtmarktwert mindestens 4 Millionen Euro beträgt. An der Operation waren neben der Einheit aus Essen auch Beamte des Hauptzollamts und des Zollfahndungsamts Hamburg beteiligt. Die Staatsanwaltschaft setzt die Analyse der gesicherten digitalen Datenträger fort, was zu einer Ausweitung der Vorwürfe oder zur Aufdeckung weiterer an diesem Handelsschema beteiligter Akteure führen könnte.