Die italienischen Behörden haben eine Reihe von Initiativen ergriffen, um die öffentliche Sicherheit und die Dienstbedingungen der Sicherheitskräfte zu verbessern. Im römischen Bahnhof Termini wurde eine moderne Polmetro-Wache eingeweiht, und in der Region Latium startet ein Programm zur Überlassung zurückgewonnener Sozialwohnungen an uniformierte Kräfte. Diese Maßnahmen fallen mit einem alarmierenden Bericht des Karabinieri-Kommandos über einen akuten Personalmangel in den Schutzformationen zusammen, der über 10.000 Stellen betrifft.
Neue Wache im Bahnhof Termini
Die Hauptwache der Polmetro in Rom wurde eröffnet, unterstützt durch ein System von 5.000 Kameras, um die Sicherheit der U-Bahn-Passagiere zu verbessern.
Sozialwohnungen für Uniformierte
Wohnungen, die von illegalen Besetzern in der Region Latium zurückgewonnen wurden, gehen an Sicherheitskräfte, um die staatliche Präsenz in den Randgebieten zu stärken.
Kritische Personallücken bei den Karabinieri
Das Kommando warnt vor einem Mangel von 10.200 Soldaten, was eine erhebliche Bedrohung für die Kontinuität der operativen Einsätze der Formation darstellt.
Im römischen Bahnhof Termini, einem zentralen Verkehrsknotenpunkt der italienischen Hauptstadt, wurde feierlich der neue operative Sitz der Polmetro eröffnet. An der Zeremonie nahmen Innenminister Matteo Piantedosi und der Bürgermeister von Rom, Roberto Gualtieri, teil. Die neue Wache soll Modell für weitere Standorte in entlegeneren Stadtteilen werden und die Sichtbarkeit der Kräfte sowie die Reaktionsgeschwindigkeit auf Vorfälle erhöhen. Laut Statistik hat die Einheit seit 2025 bereits 36.000 Personen kontrolliert und 78 Festnahmen vorgenommen. Technologische Unterstützung bietet ein Netz von 5.000 Überwachungskameras, die vom Verkehrsbetrieb Atac verwaltet werden. Gleichzeitig unterzeichneten das Innenministerium und die Behörden der Region Latium eine Vereinbarung über Wohnungen, die von illegalen Besetzern und kriminellen Gruppen zurückgewonnen wurden. Diese zuvor von Ater verwalteten Wohnungen werden in Dienstwohnungen für Polizisten und Karabinieri umgewandelt. Diese Initiative zielt nicht nur darauf ab, die Lebensbedingungen der Beamten zu verbessern, sondern vor allem die Präsenz des Staates in heruntergekommenen Randvierteln wiederherzustellen. Italien kämpft seit Jahren mit dem Problem der illegalen Besetzung von Sozialwohnungen, was oft mit der Aktivität von Mafia-Clans zusammenhängt, die den Wohnungsumlauf in ärmeren Vierteln Roms oder Neapels kontrollieren.Trotz dieser Investitionen kämpfen die italienischen Sicherheitskräfte mit einer schweren Personalkrise. General Salvatore Luongo, der Kommandant der Karabinieri, informierte über einen Mangel von 10.200 Beamten, was 8,5% des geplanten Personalbestands ausmacht. Dieses Defizit beeinträchtigt die Einsatzfähigkeit der Formation. Als Antwort kündigte Minister Piantedosi die Schaffung einer freiwilligen Reserve von bis zu 15.000 Personen an sowie das Bestreben, jahrelange Versäumnisse in der Rekrutierung auszugleichen. „Die Personallücken, von denen der Kommandant sprach, betreffen alle Sicherheitskräfte und sind das Ergebnis von Vernachlässigungen, die sich über Jahrzehnte hinziehen.” — Matteo Piantedosi Die Behörden hoffen, dass die Kombination aus modernen Überwachungswerkzeugen, neuen Präsenzpunkten der Beamten und der Verbesserung ihrer sozialen Situation einen effektiven Kampf gegen die Kriminalität in großen Ballungsräumen ermöglicht.
Mentioned People
- Matteo Piantedosi — Innenminister Italiens, Unterzeichner der Sicherheitsvereinbarungen.
- Salvatore Luongo — General der Karabinieri, der auf Personallücken hinweist.
- Roberto Gualtieri — Bürgermeister von Rom, anwesend bei der Einweihung der Polmetro-Büros.
- Francesco Rocca — Präsident der Region Latium, Partner des Wohnungsprojekts für Sicherheitskräfte.