Die US-Raumfahrtbehörde hat einen Bericht über die letztjährige Mission des Raumschiffs Starliner vorgelegt, die zwei Astronauten für neun Monate auf der Internationalen Raumstation festsitzen ließ. NASA-Chef Jared Isaacman räumte offiziell ein, dass die Agentur die Sicherheit der Crew vernachlässigt habe und das Fahrzeug des Unternehmens Boeing schwerwiegende Konstruktionsmängel aufweise. Der Vorfall wurde als "Inzident vom Typ A" klassifiziert, was ihn in dieselbe Kategorie wie die größten Katastrophen in der Geschichte der Raumfahrt stellt.

Eingeständnis der Schuld durch die Agentur

Der NASA-Chef räumte ein, dass die Führung die Sicherheitsgrundsätze vernachlässigt habe, indem sie den Start trotz bekannter technischer Probleme des Boeing Starliner-Raumschiffs durchsetzte.

Kategorie Inzident Typ A

Die Mission wurde offiziell als Inzident vom Typ A klassifiziert, was sie in ihrer Bedeutung mit den größten Tragödien in der Geschichte der US-Raumfahrt gleichsetzt.

Konstruktionsmängel bei Boeing

Der Bericht weist auf kritische Designfehler in den Starliner-Systemen hin, die eine vollständige Überarbeitung vor weiteren Flugversuchen erfordern.

NASA-Administrator Jared Isaacman legte einen wegweisenden Bericht über die gescheiterte Mission der Boeing Starliner aus dem Jahr 2024 vor. Das fast 300 Seiten umfassende Dokument deckt eine Reihe von Versäumnissen sowohl auf Seiten der Agentur als auch des Konzerns Boeing auf. Isaacman betonte, dass das Streben nach Einhaltung des Zeitplans und Kosteneinsparungen Vorrang vor der Sicherheit von Sunita Williams und Barry Wilmore hatte. Diese Astronauten verbrachten fast neun Monate im Orbit statt der geplanten wenigen Tage. Die Agentur klassifizierte das Ereignis offiziell als Inzident vom Typ A, was den höchsten Schweregrad auf der internen Skala für Raumfahrtvorfälle darstellt. Die Analyse ergab schwerwiegende ingenieurtechnische Defizite im Aufbau des Raumschiffs, insbesondere im Antriebssystem, die beim Andockversuch an die Internationale Raumstation zutage traten. Die beunruhigendsten Schlussfolgerungen betreffen jedoch die Entscheidungskultur innerhalb der NASA. Dem Bericht zufolge ignorierte die Führung Warnsignale vor dem Start und drängte die Mission trotz unvollständiger Tests durch. Isaacman erklärte unmissverständlich, dass die Agentur die Verantwortung für die Fehler der vorherigen Führung übernehmen und sicherstellen müsse, dass sich ähnliche Versäumnisse nie wiederholen. Diese Situation stellt die künftige Zusammenarbeit mit dem Konzern Boeing bei bemannten Flügen infrage. In der Geschichte des US-Raumfahrtprogramms entschied sich die NASA selten zu einer derart offenen Selbstkritik. Das letzte Mal wurden so umfangreiche Berichte über Fehler im Sicherheitsmanagement nach den Katastrophen der Space Shuttles Challenger 1986 und Columbia 2003 veröffentlicht, die zur Aussetzung der Shuttle-Flüge führten. Dieses Ereignis ist von enormer Bedeutung für das Commercial Crew Program, da es den drastischen Unterschied in der Zuverlässigkeit zwischen den Lösungen von Boeing und der Konkurrenz zeigt. Isaacman kündigte radikale Veränderungen in der Aufsicht über private Auftragnehmer an. Die Astronautin Suni Williams und Butch Wilmore kehrten erst an Bord eines Raumschiffs eines anderen Unternehmens zur Erde zurück, was für Boeing eine prestigeträchtige Niederlage war. Nun steht die NASA vor der Aufgabe, das Vertrauen der Öffentlichkeit und des Kongresses zurückzugewinnen und gleichzeitig strenge technische Korrekturen an den Starliner-Systemen umzusetzen.

Mentioned People

  • Jared Isaacman — NASA-Administrator, der den Untersuchungsbericht vorlegte und die Fehler der Agentur kritisierte.
  • Sunita Williams — NASA-Astronautin, die aufgrund des Starliner-Ausfalls auf der ISS festsaß.
  • Barry Wilmore — Astronaut, der zusammen mit Sunita Williams an der fehlerhaften Testmission teilnahm.