Genau einen Monat nach dem Zugunglück in Adamuz, bei dem 46 Menschen ums Leben kamen, wurde der Verkehr auf der wichtigen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Südspanien wieder aufgenommen. Obwohl Züge wieder auf den Strecken verkehren, sehen sich Fahrgäste mit zahlreichen Beeinträchtigungen konfrontiert, darunter erhebliche Verspätungen von über einer Stunde und die Notwendigkeit, auf einigen Abschnitten auf Ersatzverkehr umzusteigen. Die Untersuchung der Ursachen des Zusammenstoßes der Züge Iryo und Alvia dauert an.
Wiederaufnahme des Bahnverkehrs
Nach einem Monat Unterbrechung wurden die Verbindungen Madrid-Andalusien wiederhergestellt, jedoch bewegen sich die Züge am Ort der Katastrophe mit nur 60 km/h.
Laufende technische Untersuchung
Experten untersuchen Schienenrisse und Schweißfehler; 34 Familien haben bereits offizielle Anzeigen gegen den Infrastrukturbetreiber Adif erstattet.
Verkehrschaos in der Region
Fahrgäste melden Verspätungen von über 70 Minuten und die Notwendigkeit, in Ersatzbusse auf Strecken nach Malaga und Algeciras umzusteigen.
Imagekrise der Regierung
Minister Óscar Puente wehrt sich gegen Vorwürfe der Volkspartei, nennt die Kritik „unmoralisch” und verweist auf historische Rekorde bei der Passagierzahl.
Einen Monat nach einem der tragischsten Zugunglücke in der jüngeren Geschichte Spaniens haben die Bahnbetreiber Renfe und Iryo den regulären Betrieb auf der Strecke Madrid-Andalusien wieder aufgenommen. Am 18. Januar 2026 entgleiste in der Ortschaft Adamuz ein Iryo-Zug, der dann mit einem entgegenkommenden Alvia-Zug kollidierte. Die Bilanz der Ereignisse ist erschütternd: 46 Todesopfer und über 120 Verletzte, von denen sieben noch immer in Krankenhäusern behandelt werden. Obwohl am Dienstag, dem 17. Februar, die ersten AVE-Züge die Strecke befuhren, ist die Rückkehr zur vollen Normalität noch weit entfernt. Fahrgäste beklagen Verspätungen von über 70 Minuten, und am Ort der Katastrophe gelten drastische Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 60 km/h. Die von einer staatlichen Kommission geführte Untersuchung konzentriert sich derzeit auf den technischen Zustand der Infrastruktur. Experten prüfen mögliche Schienenrisse und Mängel an Thermitschweißnähten, die zur Entgleisung geführt haben könnten. Die Situation wird dadurch erschwert, dass die Blackboxen beider Züge noch auf die Öffnung in Anwesenheit von Justizbeamten warten. Unterdessen verteidigt Verkehrsminister Óscar Puente seine Krisenmanagementpolitik, verweist auf Rekordergebnisse im Passagieraufkommen für das Jahr 2025 und kündigt eine schrittweise Erhöhung der Durchfahrtsgeschwindigkeit in Adamuz auf 160 und letztlich 250 km/h an. Lokale Behörden und Opferverbände kritisieren die Regierung jedoch für unzureichende psychologische Unterstützung und das Fehlen klarer Erklärungen zur politischen Verantwortung. Die Krise in Adamuz hat tiefere Probleme der spanischen Bahn offengelegt, darunter Unterinvestitionen in das Cercanías-Netz und mangelnde Wartung der für die Weltausstellung EXPO '92 in Sevilla errichteten Infrastruktur. In der Region Andalusien wächst die Empörung über die sogenannte „falsche Hochgeschwindigkeit”, bei der Fahrgäste, die Premium-Tickets bezahlen, gezwungen sind, in Busse umzusteigen, z.B. auf dem Abschnitt Antequera-Malaga, aufgrund von Schäden an den Gleisen nach starken Regenfällen. Die Opposition und der Präsident der Region Andalusien fordern volle Transparenz und eine Gleichbehandlung der Opfer von Adamuz mit Geschädigten in anderen autonomen Gemeinschaften. Das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz ist nach China das zweitlängste der Welt, doch sein rasanter Ausbau nach 1992 erfolgte oft auf Kosten der Instandhaltung älterer Regional- und Vorortstrecken.46 — so viele Menschen starben bei der Katastrophe bei Adamuz„Das ist etwas, das man nicht erklären kann – warum ich hier geblieben bin und andere nicht.” — Noelia Ruiz, Überlebende Aktuell kämpft das Netz mit einer Rekordzahl von 1205 temporären Geschwindigkeitsbeschränkungen, die den Verkehr auf wichtigen Achsen des Landes lähmen. Ein zusätzliches Problem sind technische Störungen an Knotenpunkten wie Madrid Chamartín, die sich mit der Wiederaufnahme des Verkehrs nach der Katastrophe überlagern und im Herzen Spaniens Verkehrschaos verursachen. Liberale Medien betonen die Bemühungen der Regierung beim schnellen Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur und die Erfolge der Bahn unter der Leitung von Minister Puente. | Konservative Medien konzentrieren sich auf jahrelange Vernachlässigung der Netzwartung, fordern den Rücktritt der Regierung und weisen auf die Demütigung der Fahrgäste hin.
Mentioned People
- Óscar Puente — Spanischer Minister für Verkehr und nachhaltige Mobilität, verantwortlich für das Krisenmanagement nach der Katastrophe.
- Juan Manuel Moreno — Präsident der Region Andalusien, fordert Aufklärung über den Unfall.