Kobili Traoré, der 2017 die 65-jährige Sarah Halimi tödlich verprügelte und aus dem Fenster warf, wurde von der französischen Polizei unter dem Verdacht eines neuen Angriffs festgenommen. Der Franzose war zuvor zum Zeitpunkt der Ermordung der jüdischen Rentnerin für unzurechnungsfähig erklärt worden, was eine strafrechtliche Verfolgung in dieser Sache unmöglich machte. Seine erneute Festnahme löst Kontroversen und Zweifel am Funktionieren des Strafjustizsystems und der psychiatrischen Versorgung aus. Die Familie des Opfers äußert die Hoffnung, dass diesmal Gerechtigkeit walten wird.

Kobili Traoré, ein Mann, der zum Zeitpunkt der Ermordung der 65-jährigen Sarah Halimi im Jahr 2017 für unzurechnungsfähig erklärt wurde, wurde von der französischen Polizei unter neuen Vorwürfen festgenommen. Es geht um den Verdacht der Entführung und eines bewaffneten Raubüberfalls, die sich in Charenton-le-Pont in den Pariser Vororten ereignet haben sollen. Diese erneute Festnahme hat die schmerzhafte Erinnerung an den Fall wiederbelebt, der Frankreich erschütterte und eine breite Debatte über strafrechtliche Verantwortung, Unzurechnungsfähigkeit und die Grenzen der Justiz auslöste. Sarah Halimi, eine pensionierte Ärztin und Lehrerin jüdischer Herkunft, starb im April 2017 in ihrer Wohnung in Paris. Sie wurde von Traoré verprügelt und dann aus dem Fenster im dritten Stock geworfen. Der Täter, der während des Angriffs antisemitische Beschimpfungen und Passagen aus dem Koran schrie, stand unter Drogeneinfluss. Die Ermittlungen und psychiatrischen Gutachten führten zu einer kontroversen Entscheidung des Pariser Berufungsgerichts im Dezember 2019. Die Richter stellten fest, dass Traoré zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss eines „akuten Deliriums durch Cannabiskonsum” handelte, was ihm die Einsichtsfähigkeit und Wahlfreiheit nahm. Infolgedessen konnte er als unzurechnungsfähig nicht vor ein Strafgericht gestellt werden, und das Verfahren wurde eingestellt. Diese Entscheidung löste Wellen der Empörung, soziale Proteste und politische Debatten aus, in denen eine Gesetzesänderung gefordert wurde. Die Familie Halimi appellierte wiederholt an die französische Justiz, und der Fall gelangte sogar vor den <przypis title=