Der Oberste Gerichtshof der USA hat der Handelspolitik von Donald Trump einen Schlag versetzt, indem er Zölle, die auf Grundlage des Gesetzes über außerordentliche wirtschaftliche Befugnisse verhängt wurden, für illegal erklärte. Das Urteil fiel mit einer Mehrheit von 6 zu 3, wobei auch von Präsident Trump selbst ernannte Richter zustimmten. Das Weiße Haus kündigte als Reaktion die Einführung neuer Tarife an, während das Justizministerium eine kartellrechtliche Untersuchung zur Fusion von Streaming-Giganten einleitete, was den Konflikt der Regierung mit der Unterhaltungsbranche verschärft.
Trumps Niederlage vor Gericht
Der Oberste Gerichtshof erklärte die Verhängung von Zöllen durch den Präsidenten für rechtswidrig und betonte die Notwendigkeit der Gewaltenteilung.
Aufstand der Präsidenten-Nominierten
Gegen Trump stimmten die von ihm ernannten Richter Gorsuch und Barrett, was eine heftige Reaktion des Weißen Hauses auslöste.
Ermittlungen gegen Netflix
Das Justizministerium untersucht die Fusion von Netflix mit Warner Bros. Discovery auf mögliche Monopolgefahren im Streaming-Bereich.
Milliardenschwere Steuerrückzahlungen
Das Urteil könnte die US-Regierung zwingen, über 175 Milliarden Dollar erhobener Zolltarife zurückzuerstatten.
In einem historischen Urteil stellte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten fest, dass Präsident Donald Trump seine Befugnisse überschritten habe, als er umfassende Importzölle ohne Zustimmung des Kongresses verhängte. Das Gericht entschied, dass das Gesetz IEEPA nicht als Grundlage für die Einführung von Steuern dienen kann, was Zölle im Wesentlichen sind. Gegen die Regierung stimmten unter anderem die konservativen Richter Neil Gorsuch und Amy Coney Barrett, was die Wut des Präsidenten auslöste. Trump bezeichnete sie als „Friedenshunde“ und beschuldigte sie der Illoyalität gegenüber dem Staat, während er gleichzeitig die Einführung eines neuen, 10-prozentigen Zollsatzes auf nahezu alle ausländischen Waren ankündigte. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, der Hüter der Verfassung, hat den Präsidenten in Fragen der nationalen Sicherheit über Jahrzehnte selten eingeschränkt. Das Freitagsurteil stellt jedoch die Doktrin wieder her, nach der die ausschließliche Zuständigkeit für die Erhebung von Steuern bei der gesetzgebenden Gewalt liegt. Die Auswirkungen des Urteils könnten für den Staatshaushalt kostspielig sein, da geschätzt wird, dass sogar 175 Milliarden Dollar bereits erhobener Gebühren an Importeure zurückerstattet werden müssen. Unterdessen hat die Regierung eine neue Kampflinie eröffnet, diesmal mit dem Technologie- und Filmsektor. Das Justizministerium leitete eine kartellrechtliche Untersuchung zur geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix ein. Die Transaktion im Wert von 108 Milliarden Dollar stößt auf Widerstand in Teilen der Filmindustrie, darunter James Cameron, der sie als potenziell „katastrophal“ für das traditionelle Kino bezeichnete. Der Schauspieler Mark Ruffalo stellte sich zur Verteidigung des Marktes auf, indem er die Absichten Camerons in Frage stellte und auf die zunehmende Monopolisierung auch bei Paramount hinwies. 175 mld USD — diese Zollsumme könnte an Importeure zurückerstattet werden Die Lage auf den Weltmärkten bleibt angespannt, insbesondere in Asien, wo Unternehmer die weiteren Schritte des Weißen Hauses mit Besorgnis verfolgen. Obwohl der Oberste Gerichtshof Trump in der Frage der Nutzung von Notstandsgesetzen „die Hände gebunden“ hat, wird die Regierung wahrscheinlich versuchen, auf den Trade Act von 1974 zurückzugreifen. Dies könnte wiederum zu weiteren Jahren rechtlicher Schlachten und Unsicherheiten im internationalen Handel führen, die seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit die Beziehungen der USA zum Rest der Welt prägen.
Mentioned People
- Donald Trump — US-Präsident, dessen Zollpolitik vom Obersten Gerichtshof blockiert wurde.
- James Cameron — Filmregisseur, der sich gegen die Fusion von Netflix mit Warner Bros. Discovery ausspricht.
- Mark Ruffalo — US-amerikanischer Schauspieler, der Camerons Standpunkt zum Schutz des Wettbewerbs in Frage stellt.
- Neil Gorsuch — Richter am Obersten Gerichtshof, der trotz Ernennung durch Trump gegen ihn stimmte.
- Amy Coney Barrett — Von Trump ernannte Richterin am Obersten Gerichtshof, die das Urteil unterstützte, das die Zölle in Frage stellte.